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kn-Kommentar: Fahrradklub

Freitag, 18. Juni 2010, 08:05 Uhr
Jüngst war auch auf nnz / kn zu lesen, dass der Nordhäuser Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradklubs (ADFC) eine Bilanz der letzten Jahre gezogen hat. Wirkte er auch im Kyffhäuserkreis?...

Wer den Bericht nicht gelesen hatte, hier kurz zur Erinnerung:
Der Nordhäuser Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradklubs hat eine durchwachsene Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Zwar seien einige gelungen Veranstaltungen durchgeführt worden, die Einflussnahme des Klubs auf Entscheidungen der kommunalen Politik sei eher gering gewesen. So würden Empfehlungen der organisierten Radfahrer einfach übersehen. Neben dem Landkreis Nordhausen kümmern sich die Nordhäuser auch um die Nachbarkreise Eichsfeld und Kyffhäuser.

Von kümmern um den Kyffhäuserkreis kann wohl kaum die Rede sein, ohne den Freunden des ADFC Nordhausen nicht zu nahe zu treten. Obwohl es im Westteil des Kyffhäuserkreises praktisch kein funktionierendes Radwegenetz gibt, war politisch nichts zu spüren, dass man den Verantwortlichen mal auf die Füße tritt. Wie auch, hat man doch in Nordhausen allein schon genug Probleme mit Radwegen, denn der Schreiber dieser Zeilen war auch dort schon unterwegs und fand eigentlich kein wirklich richtiges funktionierendes Radwegenetz vor. Und dass die Nordhäuser für den Westteil des Kyffhäuserkreises eine Fahrrad-Demo organisieren werden, glaubt doch sicher kein Mensch!

Es wird an der Zeit, dass sich einige engagierte Radfahrer im Kyffhäuserkreis entschließen würden, einen Kreisverband des ADFC zu gründen, der die Belange der Radfahrer des Kyffhäuserkreises stärker in die Politik einbringt. Denn das, was hier passiert reicht nicht vorn und nicht hinten. Den Politkern, besonders im Westteil des Kyffhäuserkreises müsste mal sehr deutlich gesagt werden, dass der Bau des Unstrut-Werra-Radweges die Probleme im Kyffhäuserkreis nicht annähernd löst. Und außer Getöse über möglich Routen ist nichts zu hören.

In meiner Wanderkarte von 2006 (Redaktionsschluss) ist bereits der Unstrut-Werra-Radweg durch das lange Kirchtal (Jechaburg - Sondershausen) eingezeichnet. Ein Hoch dem Radwanderer, der bereits nach dieser Route fährt, der wird regelrecht mit "Wanderzeichen überhäuft", da es ja diesen Weg offiziell überhaupt nicht gibt.

Wenn man das Ohr an der Masse hat, interessiert den Bürger mehr, wie er sicher von einem Ortsteil zum anderen kommt. Fahren Sie mal von Allmenhausen nach Ebeleben oder von Schernberg nach Sondershausen, werden Sie wissen was gemeint ist. Touristen anlocken ist gut und schön, aber wichtiger ist in der heutigen Zeit, wie man sicher mit dem Rad zur Arbeit kommt, wenn man sie überhaupt noch hat.

Radtechnisch ist die Region um Greußen völlig von der Kreisstadt abgeschnitten. Die Hospitalstraße in Sondershausen ist schon gefährlich, aber man muss schon lebensmüde sein, über die B4 nach Greußen fahren zu wollen. Über ein funktionierendes Radwegenetz für den täglichen Gebrauch ist in diesem Kyffhäuserkreis besonders im Westteil nicht annähernd etwas auf die Reihe gebracht worden. Das wird auch bis zum sogenannten Sanktnimmerleinstag so bleiben.

Mit den eingestellten 50.000 Euro im Haushalt des Kyffhäuserkreises und den 450.000 Euro Fördermitteln können laut Landratsamt 5 km Radweg gebaut werden. Da kann man sich ausrechnen wie lange ohne zusätzliche Gelder allein der Bau des Unstrut-Werra-Radweges dauert. Ehe Greußen mal erreicht wird, werden sicher Jahrzehnte daraus.

Das kann und wird sich nur ändern, wenn mit der Kraft des ganzen ADFC Druck gemacht wird. Bei funktionierenden ADFCs in anderen Regionen haben jede Menge Fahrrad-Demos die Politiker auf Trab gebracht. Wobei man im Falle Nordthüringen nicht nur die Landkreise in die Kritik einbeziehen muss, sondern auch die Radfahrer verschlafene Landesregierung. Oder kennt jemand durchgehende Radwege, der den Norden mit der Landeshauptstadt verbindet? Ich nicht. Und Sie können sicher sein, bei den vielen Planungen an der B4 sind auch keine straßenbegleitenden Radwege dabei.

Aber wer fährt schon von Erfurt nach Sondershausen mit dem Fahrrad. Mir würde schon reichen, wenn ich mal sicher über einen richtigen Radweg nach Greußen käme, und nicht fürchterlich durchgeschüttelt, wie über den sogenannten K5 Radwanderweg Sondershausen - Funkenburg (Funkenburgweg).
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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