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Tropfen auf heißen Stein?

Montag, 21. Juni 2010, 19:53 Uhr
Thüringens Verkehrsminister Carius: Thüringen setzt auf Schiene, so die eigene Aussage im Vorfeld des Bahngipfel mit Ministerpräsidentin und Bahn-Chef Grube. Ob es auch dem Kyffhäuserkreis nutzen wird?...

„Wir werden uns auch weiterhin für die Stärkung des Verkehrsträgers Schiene einsetzen. Das gilt für den Personenverkehr wie auch für den Güterverkehrsanteil auf der Schiene.“ Das erklärte am Samstag Verkehrsminister Christian Carius (CDU) im Vorfeld des Bahn-Gipfels am heutigen Montag in Erfurt.


„Das Eisenbahnnetz hat den vergangenen zwei Jahrzehnten einen guten Ausbauzustand erreicht. Diesen Standard gilt es zu sichern und weiterzuentwickeln. Für Thüringen als Drehscheibe zwischen Ost und West ist deshalb der zügige Ausbau der Fernverkehrsinfrastruktur genauso wie die Fortsetzung des Regionalnetzausbaus von großer strategischer Bedeutung.“ Auch beim Ausbau der wichtigen innerdeutschen Ost-West-Schienenverbindung Paderborn – Erfurt – Chemnitz sei man auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. „Eine zusätzliche Verbesserung des Angebots ist nur nach einem weiteren zweigleisigen Ausbau möglich. Dafür wird der Freistaat zwei Millionen Euro bereitstellen“, erläuterte Carius, der jetzt die Deutsche Bahn AG am Zug sieht.

Carius, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube und Dr. Volker Kefer (Vorstand DB Station&Service) werden am Montag auch eine gemeinsame „Absichtserklärung über die Modernisierung und den Ausbau von Verkehrsstationen des Schienenpersonennahverkehrs“ unterzeichnen. „Die Attraktivität unserer Bahnhöfe muss stetig verbessert werden. Bahnhöfe sind Visitenkarte und Tor zur Stadt. Deshalb wird der Freistaat bis 2013 rund drei Millionen Euro in Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen an kleinen und mittleren Bahnhöfen investieren. Denn gerade in sogenannten Randlagen ist ein intaktes Verkehrsangebot von erheblicher Bedeutung. Und dazu gehört ein schmucker Bahnhof.“

Am Bahngipfel im Erfurter Werk der DB Regio AG werden auch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und die Konzernbevollmächtigten für den Freistaat Thüringen, Gerold Brehm und Volker Hädrich, sowie der Geschäftsführer der Nachverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH, Volker M. Heepen, teilnehmen.


Soweit die Pressemeldung aus dem Verkehrsministerium (Fettdruck Redaktion). Das bei der Ankündigung des weiteren Ausbaus des Eisenbahnnetzes auch der Kyffhäuserkreis gemeint sein kann, ist schwer vorstellbar. Denn hinsichtlich der Bahnstrecken Artern - Sondershausen und Ebeleben - Sondershausen wird sich wohl kaum etwas tun. Wie viel in die Sanierung der Bahnstrecke Erfurt - Nordhausen gesteckt wird, ist noch nicht klar.

Und wenn man einige Bahnhöfe im Kyffhäuserkreis sieht, kommt einem das kalte Grausen. Negative Höhepunkte sind sicher Greußen und Hohenebra. Auch Sondershausens Hauptbahnhof mit seinen Schmierereien und der fehlende behindertengerechte Zugang zu den Bahnsteigen ist keine Werbung für Thüringen. Und dann sollen in den nächsten drei Jahren drei Millionen Euro reichen? Da wird wohl hoffentlich die Bahn den größten Brocken an Geld zu legen müssen, wenn da etwas sichtbares im Kreis rausspringen soll, wenn deren Bahnhöfe überhaupt dabei sind.
Autor: khh

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