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Zukunft Gnadenhof unklar

Mittwoch, 30. Juni 2010, 20:41 Uhr
Auch wenn sich heute rund 30 Tierschützer in Sondershausen, die Zukunft des Gnadenhofes in Sondershausen bleibt unklar (noch)...

Es war Bürgermeister Joachim Kreyer der zu diesem Treffen geladen hatte. Auch wenn die Stadt Sondershausen mit Bürgermeister Kreyer, seiner 1. Beigeordneten, Cornelia Kraffzick, seinem Fachbereichsleiter Stefan Schard und in Vertretung der Ordnungsamtschefin Heike Andrzejak angetreten war, machte Kreyer sehr schnell den Anwesenden klar, dass die Stadt hier mehr als Moderator wirken wird.

Die Stadt Sondershausen ist verantwortlich, wenn durch Tiere Gefahr gegeben ist (freilaufende Hunde) und dann wird ein Vertrag mit dem Tierservice Sondershausen (Tierheim Schersental) wirksam, der sehr gut läuft und mit dem die Stadt Sondershausen zufrieden ist. Unabhängig davon hat die Stadt den Tierschutz schon immer unterstützt, und zum Beispiel Land in der Schachtstraße bereitgestellt als der damalige Tierschutzverein den Gnadenhof neu gebaut hat. Viele Spenden der Bürger sind in den Gnadenhof geflossen.

Kreyer betonte zum Auftakt der Veranstaltung nochmals, der er und die gesamte Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Die Stadt von der Auflösung des Tierschutzvereins auch erst informiert, als alles gelaufen war. Auch die Stadt wurde von der Verlagerung von Tieren und Geräten zum Tierheim Gehofen überrascht. Kreyer sagte aber auch klar, dass er sich nicht in die Belange des Tierschutzvereins einmischen kann und will. Das Müssen die Mitglieder mit ihrem Vorstand ausmachen.

Ob aber wirklich die Auflösung des Tierschutzvereins so einfach schon gelaufen ist, darf jedoch bezweifelt werden. Schließlich gab es einen Vertrag mit der Stadt Sondershausen und dabei wurde errechnet, dass wegen vorzeitiger Auflösung Kosten auf den Verein zukommen würden, der in der Größenordnung von 17.000 Euro liegen könnte. Dafür müssten wohl die Vereinsmitglieder haften.

Stefan Schard sieht sogar rechtliche Probleme bei der Auflösung des Vereins, weil die Liquidatoren Material nach Gehofen geschafft haben, ohne dass mögliche Verbindlichkeiten von anderen Betroffenen erfüllt worden. Aber auch hier war Kreyer eindeutig der Meinung, dass das wiederum Sache der Vereinsmitglieder sei.

Interessant war deshalb, dass es kein Vorstandsmitglied des ehemaligen Tierschutzvereins es vernötig hielt oder den Mut hatte, an der heutigen Veranstaltung teilzunehmen. Zwar wurde viel und heftig diskutiert, aber ein klare Linie war nicht zu erkennen. Einige Teilnehmer wollten den Gnadenhof in der bisherigen Art weiterführen. Einige Teilnehmer wollten aus dem Gnadenhof eine reine Katzenpension machen, weil freilaufende Katzen ein zunehmendes Problem für die Stadt wäre.

Zwar wurde lange und heiß debattiert, aber eine genaue Richtung war am Ende der Veranstaltung noch nicht in Sicht. Auch mit Vorwürfen gegen die Vorstandsmitglieder des ehemaligen Tierschutzvereins, bis hin sogar Richtung Tierheim Gehofen wurde nicht gespart. Beruhigend ist allerdings, dass sich wohl rund sieben Teilnehmer der Veranstaltung gefunden haben, die sich nochmals zusammensetzen wollen, um abzuklopfen, ob ein neuer Tierschutzverein gegründet werden kann.

Die Stadt, so Kreyer wird dazu Unterstützung geben, sei es dass man sich am Anfang vor der Gründung in den Räumen der Stadt treffen könne, oder dass erste Einladungen über die Post der Stadt Sondershausen verschickt wird. Wenn es zu einer neuen Vereinsgründung kommt, will Kreyer auch Gesprächen mit dem Tierschutzverein Gehofen führen, ob nicht ein Teil der Materialien wieder nach Sondershausen zurückgeführt werden kann.

Bleibt also abzuwarten, wie es mit dem Gnadenhof weitergehen wird. Sind wirklich alle rechtlichen Möglichkeiten ausgespielt? Wird es einen neuen Tierschutzverein geben und wenn ja, welchen Zuschnitt wird er haben. Man darf gespannt sein.
Autor: khh

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