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"BALD HELMPFLICHT?" (3)

Donnerstag, 01. Juli 2010, 08:27 Uhr
Mit der Verkehrssicherheitsinitiative des Thüringer Verkehrsministersinister Carius in Thüringen und seiner Helmpflicht für Radfahrer befasst sich die Pressemitteilung des ADFC Thüringen...

Aus den Medien erfuhr der ADFC von der Vorstellung der Verkehrssicherheitsinitiative Thüringen. Der ADFC bedauert es, zur Presse­konferenz nicht eingeladen worden zu sein.


Der ADFC begrüßt das Engagement des Ministers, wenn es auch in einem Punkt in die falsche Richtung weist und wesentliche Wirkungs­potenziale zur Verkehrssicherheit, wie z.B. Geschwindigkeits­reduktionen und Durchsetzung von Sicherheitsabständen längs und seitlich, ausblendet.

Sein Vorschlag „Gegen Alkohol und Drogen“, ist insbesondere bei den hauptgefährdenden Kraftfahrern ein Sicherheitsthema, „Für einen sicheren Schulweg“ ebenfalls - stellte doch der ADAC in einer Presseinformation am 16.05.2010 („Tempomessungen vor Schulen“) wieder mal fest, dass sich die Mehrheit aller Kraftfahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Schulen hält.

„Mit dem Thema 'Radhelmpflicht für junge Verkehrsteilnehmer' begibt sich Minister Christian Carius auf dünnes Eis, denn eine Radhelmpflicht führt zu einem deutlichen Rückgang von Radfahrern, wie es Australien gezeigt hat, ohne dabei die Unfallzahlen mit schweren Schädelhirnverletzungen im entsprechenden Maß zu senken.“ bemerkt der Verkehrsreferent des ADFC Thüringen, Ervin Peters, „In Neuseeland änderte die Einführung einer Helmpflicht für Radfahrer weder die sinkende Tendenz der Unfallzahlen noch die Unfall­schwere bei Unfällen unter Radfahrerbeteiligung.“

Wegen dieser fehlenden Wirkungsnachweise und dem zu befürchtenden Rückgang der Radverkehrszahlen ist der ADFC gegen eine Helmpflicht für Radfahrer und propagiert das eigenverantwortlich Helmtragen auch nur für spezielle Risikogruppen, wie z.B. Mountainbiker im Thüringer Wald oder Menschen mit motorischen Defiziten, da andere Wirkungs­mechanismen wie z.B. Risikokompensation eine theoretische Schutzwirkung bei Alltagsradfahrern offensichtlich überkompensieren.

Ervin Peters: „Die Thüringer Unfallstatistiken weisen auch für 2009 wieder 'nicht angepasste Geschwindigkeit' und 'mangelnde Sicherheitsabstände' als führende Hauptunfallursachen auf und Kraftfahrer als Hauptunfallverursacher. Hier, bei den Verursachern und ihrem Verhalten besteht Handlungsbedarf, nicht bei den möglichen Opfern.“
Ervin Peters Verkehrsreferent des ADFC Landesverband Thüringen e.V.

Kn-Kommentar:
Bei der Sache mit den Mountainbikern im Thüringer Wald sei angemerkt, dass Ervin Peters offensichtlich noch nicht in Hainleite und Windleite unterwegs war, sonst würde er solche Einschränkungen wie "Thüringer Wald" nicht machen.
Autor: khh

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