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Sondershäuser auf der Bühne

Freitag, 02. Juli 2010, 16:22 Uhr
Die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen haben in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass sie in der ehrwürdigen Kulisse des Schlosshofes in Sondershausen spielen. Sie heben sich auch von den Mitwirkenden aus anderen Stücken des Nordhäuser Theaters hervor...


So wird hier jungen Sängerinnen und Sängern, die gerade mit ihrer Ausbildung fertig sind, die Möglichkeit gegeben, sich vor großem Publikum auf der Bühne zu präsentieren. Einige haben sogar im Anschluss ein Engagement erhalten. Nun stehen bei den diesjährigen Schlossfestspielen aber gemeinsam mit den Profis einige Darsteller auf der Bühne, die ansonsten mit einem künstlerischen Beruf nichts zu tun haben. Toni Burkhardts Inszenierung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ verlangt nach Statisten und einem Extrachor, der den Opernchor verstärkt.

In solchen Fällen werden meist in der Region Interessierte gesucht und gefunden, wie beispielsweise Kerstin Unger. Sie arbeitet bei der Landesmusikakademie in Sondershausen und hatte vor zwei Jahren erste Bühnenerfahrungen bei den Schlossfestspielen gesammelt, in „Aschenbrödel“ im Extrachor. Und auch in diesem Jahr ist sie wieder im Extrachor zu finden. Sie findet diese Arbeit sehr spannend und genießt sie. Unerfahren ist sie im Musikfach nicht, hat sie doch Musik studiert und einige Jahre als Orchestermusikerin im Orchester Saalfeld/Rudolstadt gespielt.

Mit ihren drei Söhnen kam sie kurze Zeit später nach Sondershausen und sang dort bei den Sondershäuser Madrigalisten. Bei den Schlossfestspielen bekam Kerstin Unger einen Einblick in das Theaterleben und ist sehr beeindruckt, auch von der hohen Qualität der Schlossfestspiele. Und ihre Begeisterung hat auch ihre Söhne angesteckt. Denn Josef (15) und die beiden Zwillinge Peter und Paul (14) folgen ihrer Mutter und sind als Sklaven in der Oper „Die Zauberflöte“ zu sehen. Vor wenigen Wochen wussten sie noch nicht wirklich, was ein Statist ist.

Neugierig geworden, waren sie dann bei den Proben dabei und sind jetzt auch so begeistert wie die Mutter. „Die Proben waren schon sehr spannend. Man gehört sofort zum ganzen Team, die Leute vom Theater sind alle sehr freundlich“, schwärmt beispielsweise Peter Unger. Auch die Freundin von Josef Unger ist mit von der Partie. Sie singt im Extrachor.

Zu den Sondershäusern, die in diesem Jahr bei den Thüringer Schlossfestspielen mit auf der Bühne wirken, gehört auch Michael Weißenborn. Er ist schon erfahren, wenn es um die Schlossfestspiele geht, denn er singt bereits zum 4. Mal im Extrachor. Wie leicht alles aussieht und wie schwer es sein kann, das zeigte sich ihm im „Weißen Rössl“ im vergangenen Jahr. Da war er auch in kleineren Rollen zu sehen. Es gab viele Umzüge, ständig wechselnde Kostüme.

„Hier auf der Bühne zu stehen ist etwas völlig anderes – erst hier bekommt man mit, was Theater wirklich heißt“, so der 43jährige, der in diesen Tagen Geburtstag feiert. Nach der letzten Vorstellung geht`s dann noch in der Nacht ab in die Ferien – zur Freude der Familie, die ihn wegen Proben und Vorstellungen in den letzten Jahren oft entbehren musste.
Autor: nnz/kn

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