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nnz-Wetterrückblick: Endlich wieder warm

Montag, 12. Juli 2010, 13:01 Uhr
Nachdem der Wonnemonat Mai in diesem Jahr seinem Namen keine Ehre machte, hat uns der Juni als erster meteorologischer Sommermonat verwöhnt. Der Juni war in Nordhausen – endlich mal wieder - zu sonnig, zu warm und zu trocken...


Die Sonne schien zwar keine 296 Stunden wie im Juni 2008, aber immerhin 229 Stunden. Damit liegt die Sonnenscheindauer 116% über dem Soll. Im Mittel betrug die Temperatur auf dem Campus 19,1°C, sie lag ca. 3°C über dem langjährigen Mittelwert und damit reiht sich der Juni endlich wieder in die Reihe zu warmer Monate ein. Wir hatten die Klimaerwärmung ja schon fast vergessen.

Die Tagesmittelwerte schwankten zwischen 13,1°C (01.06) und 24,6°C (10.06), wobei auch gegen Monatsende die 24°C-Marke mehrfach überschritten wurde. Die tiefste Lufttemperatur betrug 6,9°C und wurde am 22. Juni gegen vier Uhr in der Frühe gemessen. Wir wissen: Die tieferen Lufttemperaturen in der zweiten Juni-Dekade sind der Schafskälte geschuldet. Auch in diesem Jahr war ein kräftiges Tief über Skandinavien verbunden mit hohem Luftdruck über dem Atlantik verantwortlich. Dazwischen etablierte sich eine großräumige nordwestliche Luftströmung, die kalte Luft aus polaren Breiten nach Mitteleuropa brachte.

Stieg die Tagesmitteltemperatur in den ersten Juni-Tagen von 13°C auf Werte von knapp 25°C, sank sie in der zweiten Dekade auf Werte unter 20°C ab, am 19. und 20. Juni stieg die Tagesmitteltemperatur nicht über 15°C. Die maximalen Temperaturen erreichten Anfang Juni bereits hochsommerliche Werte von mehr als 33°C, am 12. und 19. Juni wurden dann gerade einmal 20°C erreicht. Nachts war der Absturz nicht ganz so deutlich zu fühlen, an 10 Tagen wurden jedoch Minimalwerte unter 10°C gemessen. Der Juni 2010 konnte 19 Sommertage mit Temperaturen über 25°C aufweisen und 7 heiße Tage mit Spitzenwerten von über 30°C, ein guter Ausgleich für den vergangenen zu kühlen Monat Mai.

Im Juni 2010 fielen nur 11,3 mm Niederschlag (knapp 20% des Niederschlagsolls). Insgesamt war der Osten Deutschlands nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Juni 2010 viel zu trocken. Betrachten wir die Verteilung der Niederschläge in Nordhausen, so fällt auf, dass nur in den ersten Tagen des Monats Regen vom Himmel fiel: Der Niederschlag verteilte sich zwar auf fünf Tage, wobei jedoch am 10. Juni 7,4 Liter auf den Quadratmeter fielen. Nur am 29. Juni fiel mit 0,1 mm Niederschlag nochmals ein wenig Regen auf Nordhausen.

Damit deutet sich im Osten Deutschlands und hier in Nordhausen ein sehr trockenes Jahr an. Bisher wurden auf dem Campus im Jahr 2010 112 mm Niederschlag gemessen. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es bis Ende Juni schon 394 mm auf dem Campus, in den vergangenen 50 Jahren fielen bis Ende Juni in der Summe rund 290 mm.

Damit war der Juni 2010 ein erster echter Sommermonat. Die Aufholjagd der mittleren Lufttemperaturen ist fast abgeschlossen, denn die deutlich zu kalten Winter- und Frühlingsmonate drückten das bisherige Mittel unter das 50-jährige. Der Juni konnte dann aber für einen Ausgleich sorgen. Das langjährige Mittel, gemessen in Nordhausen-Salza, ist nun in etwa erreicht.

Es bleibt abzuwarten, was die beiden verbleibenden meteorologischen Sommermonate Juli und August im Hinblick auf die Temperaturen und vor allem im Hinblick auf die Niederschläge bringen werden, bevor wir wieder langsam in Richtung Herbst und Winter marschieren werden. Um meinen Sohn zu zitieren: Mama, wann liegt denn endlich wieder Schnee?
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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