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Kühler Kopf im Auto

Dienstag, 13. Juli 2010, 07:58 Uhr
Autofahren bei Hitze belastet nicht nur das Gemüt sondern auch den Kreislauf. Darunter leidet die Konzentration. Ermüdung und längere Reaktionszeiten sind die Folge. Eine Klimaanlage verspricht da Abhilfe, aber Vorsicht: zu kalt eingestellte Klimaanlagen sind gesundheitsgefährdend...


Die aktuellen subtropischen Temperaturen sind eine echte Belastung für Autofahrer, weiß Dr. Don DeVol, Verkehrspsychologe des TÜV Thüringen. Sie können wie Alkohol wirken. Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat dazu in einer Studie festgestellt, dass sich die durchschnittlichen Unfallzahlen erhöhen, wenn die Temperatur im Wageninneren steigt.

Bei 27 Grad Autotemperatur steigen die Unfallzahlen um 6 Prozent, ab 32 Grad um 13 Prozent und bei Saharabedingungen von 37 Grad sogar um 33 Prozent. Die Ursachen dafür liegen in der hitzebedingten Unkonzentriertheit, Ermüdung und verlangsamten Reaktion, erklärt Dr. DeVol.

Ist eine Klimaanlage im Auto vorhanden, empfiehlt der Verkehrsexperte ein paar Einstellregeln. Die Temperatur im Wageninneren sollte nicht mehr als acht Grad Celsius unter der Außentemperatur liegen. Das bedeutet, wer dieser Tage seine Klimaanlage auf frische 18 Grad einstellt, hat einen mehr als doppelt so hohen Temperaturunterschied. Erkältungen oder Herzkreislaufstörungen können die Folge sein. Die Kaltluft aus dem Gebläse möglichst nicht direkt auf den Körper oder ins Gesicht richten. Bindehautentzündungen sind im Sommer häufig auf falsch eingestellte Klimaanlagen zurückzuführen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen heißt es, immer ausreichend trinken und auf gesunde, leichte Ernährung achten. Längere Autofahrten lieber öfter einmal mit einer kurzen Pause unterbrechen und das Auto dabei gut durchlüften. Beim Anfahren empfiehlt es sich, die Klimaanlage zunächst auf Umluftbetrieb zu stellen. So kann eine schnellere Luftabkühlung erreicht werden. Schnelleres Fahren mit geöffneten Fenstern sollte vermieden werden.

Wirkungsvoll ist auch der Schutz gegen die direkte Sonneneinstrahlung. Immerhin können sich Armaturen und Hutablage bei direkter Sonneneinstrahlung auf über 70 Grad Celsius erhitzen. Sonnenbrillen schützen gegen direktes, blendendes und zu intensives Tageslicht, schattige Parkplätze verhindern das zu starke Aufheizen des Fahrzeugs. Ein zusätzlicher Sonnenschutz für Front- und Heckscheibe hindern ebenfalls die Sonneneinwirkung.
Autor: nnz/kn

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