Zum Thema Radwege
Dienstag, 13. Juli 2010, 10:24 Uhr
Das Thema Radweg bewegt sehr viele Leute, mehr, als sich manche Politiker vorstellen. Jetzt traf wieder eine Wortmeldung ein, in der es heißt, "ich unterstütze die fundierte Kritik an der lokalen Politik bzgl. des Radwegenetzes". Hier die weitere Meinung des Lesers...
Wenn man den Kyffhäuserkreis z.B. mit dem mittleren und östlichen Teil Thüringens vergleicht, muss man feststellen, dass die Zeichen der Zeit schlicht nicht erkannt wurden. Nicht nur selbständig, sondern auch im Zusammenspiel mit anderen Bundesländern wurde in anderen Teilen Thüringens ein weitgehendes Radwegenetz geschaffen (Saale-Radweg, Elsterradweg, Gera-Radweg, Ilmtalradweg, Laura-Radweg, ...), das sich auch ggü. etablierten Regionen (z.B. Rhein-Main, Mosel, Neckar) sehen lassen kann.
Dabei hat der Kyffhäuserkreis immer noch alle Möglichkeiten. Es müssen jetzt grundlegende Radwege geschaffen werden. Und dabei sollte man sich endlich von dem Gedanken verabschieden, dass eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bei der Nutzung der Wege erstrebenswert sei. Dies würde mittel- und langfristig zu schadhaften Belastungen des Belages führen.
Ein Radwegenetz für den Kyffhäuserkreis muss sich zunächst an den Städten (raumordnungsrechtliche, d.h. strukturelle Mittelpunkte bzw. Zentren) und schließlich an den ehemaligen Bahnstrecken (steigungsarm und zielführend) orientieren.
Für den westlichen Teil (bis Bad Frankenhausen) möchte ich folgende Überlegung anstellen. Hier ist eine Verbindung zwischen Sondershausen, Greußen, Ebeleben, Bad Frankenhausen, Schlotheim, Bad Tennstedt, Bad Langensalza und Nordhausen notwendig. Dies sollten die zentralen Schnittpunkte sein.
Im lokalen Bereich sind Grundlagen vorhanden, die genutzt werden müssen. Bsp.: eine ehemalige Bahnstrecke zwischen Greußen und Keula. Rund 40 km lang und eine geringe Steigung. Dazu eine ideale Verbindungsstrecke zwischen dem Nordwesten und dem Unstrut- und Gera-Radweg in Gebesee. Ebenso die Kyffhäuserbahn zwischen Bretleben und Sondershausen (hier sollte man sich von dem Gedanken einer Reaktivierung endgültig verabschieden).
Leider setzt die lokale Politik hauptsächlich auf das falsche Pferd, indem sie eine Ansiedlungspolitik für die Industrie betreibt, die regelmäßig verspätet ist (Bsp.: Ortsumgehung von Sondershausen, welche 15 Jahre zu spät kam; durchgängige bzw. teilweise Vierspurigkeit der B4 von Nordhausen nach Erfurt - diese Straße ist in unserer Region von absoluter Wichtigkeit - stattdessen werden A38 und A71 als absolutes Heilmittel der strukturellen Probleme propagiert - die B4 ist die zentrale West-Ost-Verbindung!).
Der Kreis und die einzelnen Gemeinden sind gefordert. Zum einen der Kreis als zentraler Gestalter des Radwegenetzes (d.h. zentrale und längere Radwege), zum anderen die Gemeinden, die untereinander spärlich befahrene Feldwege zu Radwegen umwandeln könnten (Asphalt ist dazu nicht stets erforderlich; ebenso dienen befestigte Schotterwege als guter Belag).
Die Politik muss endlich lernen, den Tourismus als langfristige und wirkungsvolle Perspektive zu sehen. Hierbei vor allem den Radtourismus. Die Statistiken anderer Radwege in Thüringen zeigen das vorhandene Potenzial. Irgendwann muss sich die lokale Politik dieser Wahrheit stellen.
Martin Hoffmann
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
