nnz/kn-Interview: Fast verdoppelt
Dienstag, 13. Juli 2010, 16:47 Uhr
Die diesjährige Saison der Thüringer Schlossfestspiele in Sondershausen endete mit einem Besucherrekord. Ist trotzdem alles so rosig? Was wird die Zukunft bringen? Dies und mehr wollten wir von Intendant Lars Tietje wissen...
nnz/kn:Mozarts Oper Die Zauberflöte ist am Samstag auf dem Schlosshof ein letztes Mal erklungen, die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen 2010 sind beendet. Welches Fazit können Sie für diesen Sommer ziehen?
Tietje Wir können erneut einen Besucherrekord verzeichnen. Vor vier Jahren sind wir bei den ersten Schlossfestspielen mit gut 3.000 Besuchern sehr gut gestartet. Nun haben wir uns nach kurzer Zeit mit über 6.000 Besuchern fast verdoppelt. Das Fazit ist da ganz klar: Ein Erfolg!
Das Bild zeigt Regisseur Toni Burkhardt (li.) und Intendant Lars Tietje vor der ausverkauften Zuschauertribüne im Schlosshof Sondershausen
nnz/kn: Welche Rolle spielt das Wetter beim Kaufverhalten der Festspielbesucher?
Eine große Rolle. Viele Besucher beobachten erst das Wetter und kaufen dann sehr kurzfristig ihre Karte. Aber viele andere haben bereits jetzt für nächstes Jahr schon vorbestellt. Das gibt’s genau so.
nnz/kn:Wem rechnen Sie den außerordentlich großen Erfolg der diesjährigen Schlossfestspiele zu?
Tietje Die Schlossfestspiele haben sich in der Region etabliert und sind eine feste Größe in der Kulturlandschaft Nordthüringens geworden. Dazu kam das tolle Wetter. Es hat ja nicht einmal geregnet, und die Temperaturen waren immer sehr angenehm. Und dann natürlich Die Zauberflöte – die meistgespielte Oper der Welt. Das Stück ist ein Zugpferd.
nnz/kn: Es gibt Theaterbesucher die meinen, dass das, was im Schlosshof zu sehen ist, auch später im Theater Nordhausen gezeigt wird. Aber das ist so nicht gewollt?
Tietje Die Schlossfestspielproduktion soll nur dort zu erleben sein. Sie ist auch künstlerisch und technisch für den Schlosshof und für die Open-Air-Situation konzipiert. Heute nennt man so etwas ja Alleinstellungsmerkmal. Zudem kommen die meisten unserer Theaterbesucher nach Sondershausen und schauen sich das dort an, weil es auch besonders reizvoll ist, mal eine Oper im Schlosshof zu erleben und nicht wie sonst im Theater.
nnz/kn: Was ist das Besondere an den Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen? Wie sind sie entstanden?
Tietje Entstanden sind die Schlossfestspiele, um für die Stadt Sondershausen nach der Landesausstellung 2004 einen regelmäßigen Touristenmagneten zu schaffen. Mit unserer Grundkonzeption, mit jungen Sängerinnen und Sängern am Ende ihrer Hochschulausbildung in Sondershausen eine Opernsommerakademie zu machen, an deren Ende als Ergebnis eine kulturell und touristisch hochwertige Musiktheaterproduktion steht, haben wir 2005 die Ausschreibung der Stadt Sondershausen gewonnen, weil sie am schlüssigsten war, finanzierbar und weil wir vor allem die Geschichte und Gegenwart Sondershausens in unser Konzept eingebunden haben – bspw. durch die lange Musikausbildungstradition und das Loh-Orchester Sondershausen, das ja eines der ältesten Orchester Deutschlands ist.
nnz/kn:Sehen Sie die Schlossfestspiele in Sondershausen auch als eine persönliche Herausforderung?
Tietje So habe ich das nie betrachtet, eher als große Chance. Ich bin jeden Abend im Schlosshof sehr glücklich, wenn ich die schöne Musik höre und die vielen glücklichen Besucher erlebe. Die Schlossfestspiele sind ja so unsere Idee gewesen. Wir haben sie mit Hilfe von Partnern, v. a. der Stadt Sondershausen und der Kyffhäusersparkasse, ins Leben gerufen. Und mit einem sehr guten Team in der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH haben wir sie umgesetzt und jedes Jahr weiter entwickelt. Das macht uns bei aller Demut auch ein bisschen stolz.
nnz/kn: Wir danken für das Gespräch.
Autor: nnznnz/kn:Mozarts Oper Die Zauberflöte ist am Samstag auf dem Schlosshof ein letztes Mal erklungen, die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen 2010 sind beendet. Welches Fazit können Sie für diesen Sommer ziehen?
Tietje Wir können erneut einen Besucherrekord verzeichnen. Vor vier Jahren sind wir bei den ersten Schlossfestspielen mit gut 3.000 Besuchern sehr gut gestartet. Nun haben wir uns nach kurzer Zeit mit über 6.000 Besuchern fast verdoppelt. Das Fazit ist da ganz klar: Ein Erfolg!
Das Bild zeigt Regisseur Toni Burkhardt (li.) und Intendant Lars Tietje vor der ausverkauften Zuschauertribüne im Schlosshof Sondershausen
nnz/kn: Welche Rolle spielt das Wetter beim Kaufverhalten der Festspielbesucher?
Eine große Rolle. Viele Besucher beobachten erst das Wetter und kaufen dann sehr kurzfristig ihre Karte. Aber viele andere haben bereits jetzt für nächstes Jahr schon vorbestellt. Das gibt’s genau so.
nnz/kn:Wem rechnen Sie den außerordentlich großen Erfolg der diesjährigen Schlossfestspiele zu?
Tietje Die Schlossfestspiele haben sich in der Region etabliert und sind eine feste Größe in der Kulturlandschaft Nordthüringens geworden. Dazu kam das tolle Wetter. Es hat ja nicht einmal geregnet, und die Temperaturen waren immer sehr angenehm. Und dann natürlich Die Zauberflöte – die meistgespielte Oper der Welt. Das Stück ist ein Zugpferd.
nnz/kn: Es gibt Theaterbesucher die meinen, dass das, was im Schlosshof zu sehen ist, auch später im Theater Nordhausen gezeigt wird. Aber das ist so nicht gewollt?
Tietje Die Schlossfestspielproduktion soll nur dort zu erleben sein. Sie ist auch künstlerisch und technisch für den Schlosshof und für die Open-Air-Situation konzipiert. Heute nennt man so etwas ja Alleinstellungsmerkmal. Zudem kommen die meisten unserer Theaterbesucher nach Sondershausen und schauen sich das dort an, weil es auch besonders reizvoll ist, mal eine Oper im Schlosshof zu erleben und nicht wie sonst im Theater.
nnz/kn: Was ist das Besondere an den Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen? Wie sind sie entstanden?
Tietje Entstanden sind die Schlossfestspiele, um für die Stadt Sondershausen nach der Landesausstellung 2004 einen regelmäßigen Touristenmagneten zu schaffen. Mit unserer Grundkonzeption, mit jungen Sängerinnen und Sängern am Ende ihrer Hochschulausbildung in Sondershausen eine Opernsommerakademie zu machen, an deren Ende als Ergebnis eine kulturell und touristisch hochwertige Musiktheaterproduktion steht, haben wir 2005 die Ausschreibung der Stadt Sondershausen gewonnen, weil sie am schlüssigsten war, finanzierbar und weil wir vor allem die Geschichte und Gegenwart Sondershausens in unser Konzept eingebunden haben – bspw. durch die lange Musikausbildungstradition und das Loh-Orchester Sondershausen, das ja eines der ältesten Orchester Deutschlands ist.
nnz/kn:Sehen Sie die Schlossfestspiele in Sondershausen auch als eine persönliche Herausforderung?
Tietje So habe ich das nie betrachtet, eher als große Chance. Ich bin jeden Abend im Schlosshof sehr glücklich, wenn ich die schöne Musik höre und die vielen glücklichen Besucher erlebe. Die Schlossfestspiele sind ja so unsere Idee gewesen. Wir haben sie mit Hilfe von Partnern, v. a. der Stadt Sondershausen und der Kyffhäusersparkasse, ins Leben gerufen. Und mit einem sehr guten Team in der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH haben wir sie umgesetzt und jedes Jahr weiter entwickelt. Das macht uns bei aller Demut auch ein bisschen stolz.
nnz/kn: Wir danken für das Gespräch.

