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Richter Kropp und der "Fußballfan"

Montag, 19. Juli 2010, 13:44 Uhr
Nichts bewegt so sehr die Gemüter wie das runde Leder, gegen das 22 beteiligte Spieler gern treten möchten. Und die werden oft begleitet von ihren "Fans". So geschah es auch in Sonsdershausen...

Der Kyffhäuserkreis gilt als sehr gastlich, seine Bewohner als ausgesprochen freundlich. Leider gilt dies nicht immer für die „Gäste“, die den Kreis besuchen. Da gibt es rechte und linke Schläger, die meinen, sie könnten hier in der Fremde ihr Mütchen kühlen. Besondere Probleme bereiten nicht selten sogenannte „Fußball-Fans“ anderer Vereine, die sich bei uns oft aufführen wie die „Wutz im Walde.“

Am 13.06.2009 spielte die Eintracht Sondershausen gegen den FV Gera Süd. Deswegen waren zahlreiche Polizeibeamte im Einsatz, zu deren Aufgaben es auch gehörte, bei den teilweise betrunkenen Gästen Atemalkoholkontrollen durchzuführen. Diejenigen Fans, deren Wert über 1, 1 Promille lag, wurden dann gar nicht in das Stadion gelassen. Als gegen 14.40 h vier Fans aus Gera mit solch hohen Promille-Werten angehalten wurden, rastete einer von ihnen aus. Ein 22jährige Geraer äußerte zu zwei Polizeibeamten die Worte: „Wegen den da hinten, den schwarzen Wichsern!“

Diese in einem merkwürdigen Deutsch formulierten Worte, blieben im Wesentlichen unverständlich, nicht jedoch der Nachsatz „schwarze Wichser.“ Bekanntlich tragen Polizeibeamte seit kurzem schwarze Dienstkleidung. Als der Täter, zu dem der Fan aufgrund dieses verbalen Fouls nun wurde, darauf angesprochen wurde, sagte er noch: „Ich meine das ernst!“

Eine genauere Überprüfung seines Blutalkohols ergab dann einen Wert von 1, 80 Promille, eine Größe, die manchen Zeitgenossen eher zu einem Schlaf auf der Couch reizt und nicht zum Besuch eines Fußballspiels.
Das strafrechtliche Nachspiel dieser Beleidigung führte zu einem nunmehr rechtskräftigen Strafbefehl des Amtsgerichts Sondershausen in Höhe von 750,- €.

Für dieses Geld hätte der Fan sich sicherlich mehrere Jahreskarten seines Vereins leisten können. Das Spiel durfte der angetrunkene Fan dann natürlich auch nicht mehr sehen.

Der freundliche Kyffhäuserkreis braucht solche „Gäste und Fans“ künftig auch nicht mehr.
Autor: nnz

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