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Zu Besuch bei WAGO

Dienstag, 20. Juli 2010, 18:25 Uhr
Einen Arbeitsbesuch beim viertgrößten unter den gewerblichen Arbeitgebern in ganz Thüringen legte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute in Sondershausen ein. Welche Themen besprochen wurden, erfahren Sie hier...

Begrüßt wurde Machnig vom Geschäftsführer der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co KG, Sven Hohorst. In kleinem Kreis zog man sich ab 12:30 Uhr sofort zu Beratungen im engsten Rahmen zurück. Bei den Beratungen dabei waren Landrat Peter Hengstermann (CDU) und der Leiter Wirtschaftsförderung der Stadt Sondershausen, Uwe Dönhoff und das Mitglied des Landtags Manfred Scherer (CDU). Später stieß noch die 1. Beigeordnete der Stadt Sondershausen (auch Vorsitzende des SPD- Kreisverbandes Kyffhäuserkreis), Cornelia Kraffzick, dazu, die vorher den Bürgermeister bei einer anderen Veranstaltung vertreten hatte.

Zu Besuch bei WAGO (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Zu Besuch bei WAGO (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Nach den Beratungen führte Sven Hohorst (Bild Mitte) den Gast kurz durch einige Produktionsanlagen. Bei dem kurzen Trip durch wenige Betriebsanlagen, hatte Machnig auch keinen Kontakt zum Produktionspersonal gesucht. Kontakte und Gespräche waren offensichtlich von Machnig nicht erwünscht, da er keinen Versuch dazu unternahm. Auch so war Machnig recht kurz angebunden. Ein angekündigtes Pressegespräch ließ Machnig ohne Begründung platzen. Ohne einen Ton gesagt zu haben düste er Richtung Schloss ab, und ließ einige verblüffte Journalisten bei strahlendem Sonnenschein quasi im Regen stehen.

Ganz anders dagegen Geschäftsführer Sven Hohorst, er stand im Anschluss zu einem Gespräch zur Verfügung. Schwerpunkt der Gespräche war das Thema Bildungspolitik, hatte aber nichts mit den Ereignissen um die Volksabstimmung in Hamburg zu tun. Vielmehr stimmt sorgenvoll, so auch Sven Hohorst, dass sich die Schülerzahlen fast halbiert haben. Er bestätigte im Gespräch mit kn, dass es immer schwieriger werde, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen. Offensichtlich werden die Forderungen aus der Wirtschaft immer lauter, dass Schulsystem reformiert werden muss.

Zu Besuch bei WAGO (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Zu Besuch bei WAGO (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zur Situation in Sondershausen sagte Hohorst, dass man hier in Stadt gut aufgestellt sei und auch die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert. Wir müssen weiter an dem Potential arbeiten, um die Jugendlichen in der Region zu halten, so Hohorst im Gespräch mit kn. Dazu werden die bekannten Aktionen weitergeführt, wie sie in nachfolgenden Hintergrund von WAGO realisiert werden (siehe letzte beiden Absätze). Zum Ministerbesuch sagte Hohorst abschließend, es sei wichtig, dass die Politiker die Gelegenheit bekommen einen Blick ins reale Leben machen zu können.


Hintergrund: Bedeutung des WAGO Standortes für Sondershausen und Nordthüringen

Die WAGO Kontakttechnik GmbH & Co KG ist der größte Arbeitgeber im Kyffhäuserkreis und der viertgrößte unter den gewerblichen Arbeitgebern in ganz Thüringen. 2008 wurde das Unternehmen auf der Grundlage einer Umfrage unter Unternehmensmitarbeitern und Kunden unter die 100 besten Arbeitgeber Deutschlands gewählt. Derzeit sind ca. 1200 Mitarbeiter, darunter 87 Auszubildende, am Standort Sondershausen beschäftigt.

Das Engagement WAGOs in thüringischen Sondershausen begann vor fast 20 Jahren. Bereits im Oktober 1990 mietete sich WAGO im ehemaligen Sozialgebäude der Kali-Südharz AG ein und nahm mit sechs Mitarbeitern die Produktion auf. Der Standort bot den Investoren große Standortvorteile: die Region am Harz war seit 1870 im Bereich der Elektroindustrie führend. In der DDR produzierte in der Bergarbeiterstadt Sondershausen ein Kombinat mit mehr als 1000 gut qualifizierten Beschäftigten Elektroinstallationen für die gesamte Republik.

1993 wurde die erste Produktionshalle im Gewerbegebiet Hainleite in Sondershausen / Berka eingeweiht. Bis heute folgten der ersten Grundsteinlegung insgesamt sieben Bauabschnitte. Auf einer Fläche von 43.500m2 entstanden seither elf moderne Produktions- und Bürogebäude. Jüngstes Bauprojekt war der Neubau des Einzelteillagers und der Lehrwerkstatt, dessen Baubeginn Ende 2008 erfolgte.

Sondershausen ist aber nicht nur die Produktions- und Logistikzentrale für WAGO, sondern auch ein wichtiger Entwicklungsstandort: in der Abteilung "Entwicklung" tüfteln Ingenieure ständig an technischen Neuerungen und innovativen Produkten für Kunden in der ganzen Welt.

Kernstück des Zentrallagers ist das Behälterlager mit einer Fläche von 9.100m2, das Platz für 150.000 Behälter und das Palettenlager mit 2.700 Europlatten bietet. Hier können täglich bis zu 1700 Aufträge abgewickelt und versandt werden.
Die Produkte, die das zentrale Distributions- und Logistikzentrum verlassen, erreichen die Kunden in Deutschland innerhalb von 24 Stunden, europaweit sind es 48 Stunden.

Zum Kundenkreis zählen der Großhandel (Gebäudeinstallation), die Elektroindustrie, der Maschinenbau, Schienenfahrzeuge sowie der Schiffbau. Seit 2010 sind am WAGO-Standort Sondershausen ca. 1200 Mitarbeiter in den Bereichen Produktion, Entwicklung und Logistik beschäftigt, davon sind 87 Azubis (2009: 78) Viele von ihnen arbeiten im Schichtbetrieb rund um die Uhr.

Großen Wert legt das Unternehmen auf eine solide Ausbildung seiner künftigen Mitarbeiter. Seit 1994 wurden über 250 junge Leute in zehn Berufsrichtungen ausgebildet. Neben Diplomingenieuren erhalten hier u.a. künftige Bachelor of Engineering , Industriekaufleute, Industriemechaniker, Mechatroniker, Verfahrensund Werkzeugmechaniker sowie Lageristen das nötige Wissen und die praktische Erfahrung für eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen. Die besten Absolventen eines jeden Jahrganges werden von der WAGO- Stiftung (zur Förderung des dualen Ausbildungssystems) ausgezeichnet, die Seniorchef Wolfgang Hohorst bereits 1998 gründete.

Mit der Beteiligung an bundesweiten Aktionstagen wie dem "Girlsday" und dem "Tag der Berufe" versucht die Geschäftsführung schon heute, den Nachwuchs für morgen zu sichern. Seit vielen Jahren beteiligt sich WAGO auch mit einem eigenen Stand an den Berufsinfotagen, um Mädchen und Jungen gezielt für technische Berufe zu begeistern. Mit der Franzbergsschule in Sondershausen unterhält WAGO zudem eine Schulpatenschaft.


Autor: khh

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