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Problematischer Radweg

Freitag, 23. Juli 2010, 07:03 Uhr
Wenn in dem gestrigen Polizeibericht die Hospitalstraße mit gleich zwei Fahrradunfällen genannt wurde, dann ist das kein Zufall sondern nur die Spitze eines Eisbergs...

Gegen 12.00 Uhr will in der Hospitalstr. in Höhe Ausfahrt Satren ein PKW Fahrer auf die Hospitalstr. auffahren. Zuvor muss er den Radweg passieren. Trotz Verkehrsspiegel und äußerster Vorsicht übersah er schließlich einen Fahrradfahrer und beide stießen zusammen. Der Fahrradfahrer wurde verletzt. Schaden am PKW 1.500,00 Euro, am Fahrrad ca. 500 Euro.

Radweg Hospitalstrße (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Radweg Hospitalstrße (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

So hieß gestern die erste Meldung. An exakt der gleichen Stelle war es knapp 15 Minuten vorher bereits zu einer gefährlichen Aktion gekommen und nur der Zufall und etwas vorausschauendes Fahren verhinderten einen weiteren Unfall. Aus der gleich Ausfahrt, Reifencenter neben Satren, (der Polizeibericht war an der Stelle nicht ganz exakt, da kn noch vor Eintreffen der Polizei zufällig dort war) war eine weißer Lieferwagen ohne vor Befahren des Fuß- bzw. Radweges anzuhalten, bis kurz vor die Bordsteinkante (50 cm) vorgeprescht. Der Schreiber dieser Zeilen hatte Glück, dass er bei der Notbremsung gerade noch glimpflich davon kam.

Nach Wegfahren des beteiligten Fahrzeuges zeigt die bildliche Darstellung, dass Fußgänger und erst recht Radfahrer kaum eine Chance haben, rechtzeitig gesehen zu werden. Erst recht, wenn vor Erreichen des Fußweges nicht mal angehalten wird.

Gegen 14.25 Uhr ähnliche Situation. Diesmal jedoch die Wirtschaftsausfahrt am Krankenhaus. Ein Kleintransporterfahrer übersah einen Radfahrer. Dieser wurde leicht verletzt. Der Schaden beträgt ca. 400 Euro, 100 Euro davon am Rad..

Radweg Hospitalstrße (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Radweg Hospitalstrße (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und auch noch etwas anders fällt auf. In fast allen Ausfahrten aus den vielen Firmengeländen steht kein Hinweisschild, dass bei der Auffahrt auf die Straße ein aus beiderseitigen Richtungen kommender Fuß- Radweg gekreuzt werden muss. Einzig die öffentliche Straße gibt so einen Hinweis.

Bei der Ausfahrt aus dem Kundenparkplatz bei „Norma“ zeigt, dass PKW-Fahrer mit tiefem Sitz sogar durch die Hecke in der Sicht beeinträchtigt werden könnten, besonders von der rechter Hand stehenden Hecke. Kennzeichnend auch hier, es erfolgt auch bei dieser sehr häufig genutzten Firmenausfahrt kein Hinweis dass ein beidseitiger Fußradweg gekreuzt wird.

Kreuzgefährlich wird es fast immer, wenn Fahrzeuge bei der Ausfahrt nach rechts in die Fahrbahn Richtung Stockhausen wollen. Zu 90 Prozent schauen die Fahrzeugführer nach links ob etwas aus Richtung Krankenhaus kommt und sobald frei ist, wird losgefahren, ob sich da in der Zeit schon ein Radfahrer genähert hat, wird selten nochmals überprüft.

Das bisher nicht mehr passiert ist, liegt eigentlich an einem weiteren falschen Verhalten der Kraftfahrer. Meist wurde bereits soweit vorgefahren, dass man als Radfahrer schon überhaupt nicht mehr vorbei käme.

In einem Gespräch mit kn bestätigte der Leiter der Polizeiinspektion Kyffhäuser, Klaus Schulz, dass bereits etliche Beschwerden ihm zu Ohren gekommen sind, die diesen Radweg betreffen. Man will sich deshalb mit der Verkehrsbehörde der Stadt zusammen setzten, um zu sehen, was hier verändert werden kann. Im Nachgang muss einfach festgestellt werden, dass man bei der früheren Planung der Straße nicht gerade ein glückliches Händchen hätte. Der Radweg durfte einfach nicht auf der Seite angelegt werden, wo stellenweise eine Firmenausfahrt neben der anderen liegt.

Getan werden muss eigentlich etwas für die Radfahrer, denn so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, und das Ausweichen auf die Straße ist leider auch nicht legal, wie Klaus Schulz im Gespräch betonte.


Autor: khh

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