Neue Grabungsperiode
Sonntag, 25. Juli 2010, 07:07 Uhr
Nach verborgene christliche Spuren in der Erde des Frauenbergs von Sondershausen wird wieder gesucht, kn berichtete bereits. Ein Bericht zu einer kurze Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse kam jetzt von der Stadtverwaltung Sondershausen...
Der Frauenberg bei Sondershausen war vermutlich bereits in vorchristlicher Zeit Kultplatz, Opferstätte und auch eine Burganlage, die durch mehrere Wallanlagen geschützt war. In Jechaburg, am Fuße des Frauenberges wurde bereits um das Jahr 1000 eine bedeutende Klosteranlage errichtet. Diese Anlage ist durch Urkunden belegt. Leider ist von dieser Anlage oberirdisch kaum etwas erkennbar. In diesem Zusammenhang stehen wohl auch die ergrabenen Bauwerke auf dem Frauenberg.
1873 wurden bei Grabungen die Grundmauern einer Kapelle freigelegt und im östlichen Bereich der Kapelle die Fundamente eines Chores einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. 125 Jahre geschah nichts weiter. Doch führte im Jahr 2007 der Neubau einer Ortsumfahrung von Sondershausen, die zu weiteren archäologischen Funden führten, auch zu wissenschaftlichen Grabungen auf dem Frauenberg. Im Bereich der alten Kapelle legte man wieder die Reste der romanischen Steinkirche frei und fand dabei darunter die noch älteren Fundamentreste eines Vorgängerbaus sowie die Reste eines Pfahlbaues im Bereich des Kirchenschiffs.
Auch frühgeschichtliche Gräber aus dem 7. Jahrhundert mit teils wertvollen Grabbeigaben wurden bei den Arbeiten entdeckt. Eine weitere Grabstätte aus dem 8. Jahrhundert mit besonders wertvollen Beigaben wird einem "Adligen" zugeschrieben. Die Grabfunde aus dem 7. und 8. Jahrhundert dokumentieren eine sehr lange christliche Tradition auf dem Frauenberg und sind daher für die Kirchengeschichte Thüringens von besonderer Bedeutung. Gerade die wertvollen Funde des "Adeligengrabes" sind für die Aufarbeitung dieser Epoche besonders aufschlussreich.
In diesem Jahr findet bereits die 3. Grabungsperiode statt. Wie auch in den vorherigen beiden Jahren führt ein Team um Grabungsleiterin Sybille Jahn die Arbeiten durch. Dies geschieht weitgehend unabhängig vom Wetter, sodass man mittlerweile von starkem Regen bis brütender Hitze so ziemlich jede Wetterunannehmlichkeiten ausgestanden hat. Dafür gebührt dem ganzen Team ein großer Dank von allen am Projekt beteiligten Personen.
Bei der Fördermittelübergabe stellten die Projektverantwortlichen Frau Jahn und Herr Dr. Walter vom Landesamt für Denkmalschutz die Grabungsergebnisse vor. Die Gäste zeigten sich begeistert von den bisherigen Ergebnissen und hoffen auf weiterhin aufschlussreiche Funde.
Professor Hermann Saitz vom Ortskuratorium Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbrachte am Mittwoch, den 20. Juli 2010 vor Ort im Beisein von Christian Walter, dem Lotto-Geschäftsstellenleiter Mitte-/Nordthüringen, einen Fördervertrag über 5.000 Euro für die Grabungsarbeiten auf dem Frauenberg an die 1. Beigeordnete der Stadt Sondershausen Cornelia Kraffzick.
In Ihrer Rede betonte die 1. Beigeordnete Frau Kraffzick nochmals die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt Sondershausen und dem Landesamt für Denkmalpflege als Hauptfördermittelgeber sowie der FAU. Auch galt ihr Dank den vielen Sponsoren und Spendern, die mit ihrem Einsatz die Fortführung der Arbeiten entscheidend mit vorangetrieben haben. Abschließend sollte natürlich auch der Deutschen Stiftung Denkmalpflege für ihre aktuelle Spende ein besonderer Dank ausgesprochen werden.
Autor: khhDer Frauenberg bei Sondershausen war vermutlich bereits in vorchristlicher Zeit Kultplatz, Opferstätte und auch eine Burganlage, die durch mehrere Wallanlagen geschützt war. In Jechaburg, am Fuße des Frauenberges wurde bereits um das Jahr 1000 eine bedeutende Klosteranlage errichtet. Diese Anlage ist durch Urkunden belegt. Leider ist von dieser Anlage oberirdisch kaum etwas erkennbar. In diesem Zusammenhang stehen wohl auch die ergrabenen Bauwerke auf dem Frauenberg.
1873 wurden bei Grabungen die Grundmauern einer Kapelle freigelegt und im östlichen Bereich der Kapelle die Fundamente eines Chores einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. 125 Jahre geschah nichts weiter. Doch führte im Jahr 2007 der Neubau einer Ortsumfahrung von Sondershausen, die zu weiteren archäologischen Funden führten, auch zu wissenschaftlichen Grabungen auf dem Frauenberg. Im Bereich der alten Kapelle legte man wieder die Reste der romanischen Steinkirche frei und fand dabei darunter die noch älteren Fundamentreste eines Vorgängerbaus sowie die Reste eines Pfahlbaues im Bereich des Kirchenschiffs.
Auch frühgeschichtliche Gräber aus dem 7. Jahrhundert mit teils wertvollen Grabbeigaben wurden bei den Arbeiten entdeckt. Eine weitere Grabstätte aus dem 8. Jahrhundert mit besonders wertvollen Beigaben wird einem "Adligen" zugeschrieben. Die Grabfunde aus dem 7. und 8. Jahrhundert dokumentieren eine sehr lange christliche Tradition auf dem Frauenberg und sind daher für die Kirchengeschichte Thüringens von besonderer Bedeutung. Gerade die wertvollen Funde des "Adeligengrabes" sind für die Aufarbeitung dieser Epoche besonders aufschlussreich.
In diesem Jahr findet bereits die 3. Grabungsperiode statt. Wie auch in den vorherigen beiden Jahren führt ein Team um Grabungsleiterin Sybille Jahn die Arbeiten durch. Dies geschieht weitgehend unabhängig vom Wetter, sodass man mittlerweile von starkem Regen bis brütender Hitze so ziemlich jede Wetterunannehmlichkeiten ausgestanden hat. Dafür gebührt dem ganzen Team ein großer Dank von allen am Projekt beteiligten Personen.
Bei der Fördermittelübergabe stellten die Projektverantwortlichen Frau Jahn und Herr Dr. Walter vom Landesamt für Denkmalschutz die Grabungsergebnisse vor. Die Gäste zeigten sich begeistert von den bisherigen Ergebnissen und hoffen auf weiterhin aufschlussreiche Funde.
Professor Hermann Saitz vom Ortskuratorium Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbrachte am Mittwoch, den 20. Juli 2010 vor Ort im Beisein von Christian Walter, dem Lotto-Geschäftsstellenleiter Mitte-/Nordthüringen, einen Fördervertrag über 5.000 Euro für die Grabungsarbeiten auf dem Frauenberg an die 1. Beigeordnete der Stadt Sondershausen Cornelia Kraffzick.
In Ihrer Rede betonte die 1. Beigeordnete Frau Kraffzick nochmals die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt Sondershausen und dem Landesamt für Denkmalpflege als Hauptfördermittelgeber sowie der FAU. Auch galt ihr Dank den vielen Sponsoren und Spendern, die mit ihrem Einsatz die Fortführung der Arbeiten entscheidend mit vorangetrieben haben. Abschließend sollte natürlich auch der Deutschen Stiftung Denkmalpflege für ihre aktuelle Spende ein besonderer Dank ausgesprochen werden.


