kyffhaeuser-nachrichten.de

Frack und Pomadenscheitel

Donnerstag, 12. August 2010, 16:48 Uhr
Nachdem der Chansonnier mit nasaler Stimme Max Raabe & sein Palastorchester bereits vor einigen Jahren ein ausverkauftes und gefeiertes Konzert gaben, kehren sie zurück in die malerische Kulisse des Harzer Bergtheaters. Hier die Einzelheiten...


Max Rabe (Foto: Harzer Bergtheater) Max Rabe (Foto: Harzer Bergtheater) Am Freitag, den 27.08.2010 werden die Künstler ihrem hoch verehrten Publikum ihr neues Programm darreichen und zur extravaganten Zeitreise in die 20er und 30er Jahre einladen. Die Hauptrolle spielen hier abermals heitere Melancholie und perfekt inszenierte Arrangements, wenn die zwölf Herren und ihre reizende Violinistin die Bühne betreten, um sich stehende Ovationen zu verdienen.

Allzu viele Worte muss man über Max Raabe nicht mehr verlieren: Elegantes Äußeres, unterkühlter Gesichtsausdruck, die Augenbraue skeptisch hochgezogen, Nostalgieschmelz in der Stimme - so kennt und liebt ihn das Publikum.

Gemeinsam mit dem Palast Orchester verführt er seit Jahren Musikliebhaber und Fachleute gleichermaßen mit betörendem Bariton und unvergleichlich reduziertem Charme. Es ist diese besondere Magie aus Authentizität und Stil, die einen Konzertabend mit Raabe und Orchester zu einem so berauschenden Erlebnis macht. Vielleicht ist es auch die zeitlose Musik mit ihren hinreißenden Melodien und den unschuldig frivolen Texten, die so sehnsüchtig werden lässt. Oder schlicht die musikalische Virtuosität, mit der sich die Musiker Freiheit für augenzwinkernde Arroganz und entzückende Frechheit verschaffen. Vermutlich ist es alles zugleich.

Die Hingabe jedenfalls, mit der Max Raabe das Palast Orchester gemeinsam mit Gleichgesinnten vor mehr als zwanzig Jahren gegründet hat, hält bis heute an und hat das Ensemble weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht. Nach Auftritten in ganz Europa folgten Tourneen in Asien, Amerika und Kanada und gipfelten in Einladungen in die legendäre Carnegie Hall und den Salle Pleyel in Paris - Ritterschläge für jeden Künstler. Aber trotz der Komplimente aus dem Ausland freuen sich die Musiker darauf in der Heimat zu spielen: vertrautes Terrain hat stets seinen ganz eigenen Reiz.

Ob die Lieder sich also mit widerspenstigen Topfpflanzen beschäftigen, Verständnis für Damen mit langen Beinen zeigen oder zum Abschied Herzen als Pfand fordern - die komischen Zwischentöne im eleganten Gewand machen die Abende mit Max Raabe und dem Palast Orchester zu mehr als einem einfachen Konzert. Man kann schwelgen in einer Ära, in der Musik noch mondän, ungezogen und bezaubernd naiv war; entdecken, dass diese Klänge faszinierend vielschichtig und in ihrer Qualität verblüffend aktuell sind - aber vor allem darf man sich schlicht: hervorragend amüsieren!

Freitag, 27. August, 20.00 Uhr, Harzer Bergtheater: 03947. 23 24 www.harzer-bergtheater.de, Thale Info: 03947. 2597
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de