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Verkehr rollt (2)

Freitag, 27. August 2010, 15:21 Uhr
Während sich viele Politiker zustimmend äußerten, dass die Ortsumfahrung Heldrungen geschafft wurde, gibt es zur heutigen Freigabe der Ortsumfahrung Heldrungen auch eine kritische Stimme. Kreistagsmitglied Jörg Blobel (Bündnis 90 / Die Grünen) erklärte gegenüber kn...

"Bei der heutigen Eröffnung der Ortsumfahrung Heldrungen wird übersehen, dass bereits eine Umfahrung existiert: die A 71. Der Durchgangsverkehr in Heldrungen verläuft fast ausschließlich in Nord-Süd-Richtung und wird bereits heute durch das existierende Teilstück der A 71 weitestgehend an der Stadt vorbei geleitet. Ein gewisses Maß an Verkehr ist in Heldrungen genau wie für jede andere Stadt normal. Ob Kunden der ansässigen Geschäfte oder Besucher der Wasserburg – die dadurch entstehenden Verkehrsströme lassen sich mit der neuen Ortsumfahrung nicht aus der Stadt drängen.

Dem geringen Nutzen stehen hohe Kosten gegenüber: 7,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die für ihren Erhalt notwendigen Brandschutzmaßnahmen in der Grundschule Heldrungen kosten vergleichsweise lächerliche 0,16 Millionen Euro, aber stellten den Landkreis bereits vor finanzielle Probleme. Selbst die Mehrkosten von 1,4 Millionen Euro um die Regelschule Oldisleben so zu sanieren, das Grund- und Regelschule gemeinsam Platz finden, wirken im Vergleich zu den Kosten der Ortsumfahrung finanzierbar. Natürlich sind Schulen Kreisangelegenheit und die Ortsumfahrung durch das Land Thüringen finanziert. An der Diskrepanz zwischen dem was gebraucht wird und dem was Bund und Land anbieten wird sich allerdings nichts ändern, solang die Verantwortlichen vor Ort alles dankbar annehmen, bei dem sie ein Bändchen durchschneiden dürfen."
Jörg Blobel
Autor: khh

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