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NACHTS IM Panorama MUSEUM

Freitag, 17. September 2010, 07:02 Uhr
Zum Glück liegt irgendwo zwischen Zufall und Geheimnis die Phantasie – sie allein bewahrt uns unsere Freiheit. (Luis Buñuel). Unter diesem Thema szimmt Sie Silke Krage vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen auf die bald stattfindende Museumsnacht in Bad Frankenhausen ein...

Die Freiheit, das Alltägliche hinter sich zu lassen, in eine andere Dimension, eine andere Welt mittels der Phantasie einzutauchen und der Seele eine Auszeit zu bieten. Auf eine ebensolche Reise ins Phantastische lädt das Panorama Museum am Samstag, dem 25. September 2010, von 19.00 bis 24.00 Uhr ein.

Was liegt näher, als die diesjährige Museumsnacht des Panorama Museums mit der Sommerausstellung „Phantastische Kunst aus Wien von 1900 bis 2010“ zu verbinden. Im Zentrum des Hauses gelegen, bietet sie die unterschiedlichsten Anknüpfungspunkte für ein bunt zusammengestelltes Programm, das mit dem Moment des Phantastischen durch den Abend führt. Sei es eine österreichisch mundartliche Lesung des Wiener Schauspielers Ottwald John, der in amüsanter, kurzweiliger und unterhaltsamer Art u.a. Texte von Albert Gütersloh und Alfred Kubin vorträgt, die als bildende Künstler mit einigen wesentlichen Werken auch in der Sonderexposition vertreten sind, oder aber Textpassagen von Alfred Polgar, einem ebenfalls österreichischen Schriftsteller und Aphoristiker, der viele Jahre auch als Autor für das Kabarett tätig war. Vor der Lesung lädt ein ungezwungener Rundgang mit einer Einführung in die Sonderausstellung zur Annäherung an das Phantastische ein.

Mit Kinderaugen betrachtet ist die Welt der Phantasie ein unerschöpflicher Kosmos, der leider so manchem Erwachsenen abhanden kommt. Auch deshalb mag eine Märchenstunde, gehalten in der Studiogalerie, in der momentan die 6. Jugendkunstbiennale zu sehen ist, nicht nur die jüngeren Besucher der Museumsnacht verführen und in vergangene Zeiten entführen. Auch das Puppentheater „MANUART“ lädt mit seinen ausdrucksstarken Marionetten zu einer wundervollen Reise mit dem Stück „Die Suche nach dem Glück“ ein. Eine sinnliche, komische und doch ernsthafte Betrachtung des existentiellen Themas – für Alt und Jung gleichermaßen unterhaltsam und lehrreich.

Der Abend bietet jedoch auch aktive Mitmachangebote, bei denen sich die Gäste u.a. kreativ beweisen können. Ein Projekt lädt bspw. zum freien Fabulieren ein. Das real Wahrgenommene wird nicht nur kommuniziert, sondern absurd kombiniert und lässt so die Realität als phantastisch erscheinen. Das vermeintlich Phantastische wird im Ergebnis dann als Hörspiel im museumspädagogischen Atelier umgesetzt. Desweiteren werden sonderbare und groteske Kurzgeschichten den aufmerksamen Gast zu einer Rätsellösung führen. Der Gewinner des Quiz wird am Ende des Abends unter den Teilnehmer ausgelost.

Selbstverständlich wird es auch wieder in diesem Jahr eine ganz besondere Annäherung an das Monumentalbild von Werner Tübke geben, diesmal natürlich unter dem Gesichtspunkt der Phantastik. Aber auch sonst ungeöffnete Türen des Museums werden zugänglich. Einen Blick hinter die Kulissen gestattet ein Rundgang durch die technischen Anlagen des Museums, die u.a. notwendig sind, um auch die konservatorischen Bedingungen für das Monumentalbild aufrechtzuerhalten.

Musikalisch begleiten den Abend das Gitarrenduo SONIDO mit virtuos fingerflinken Saitenspielereien zwischen Jazz und Latinomusik sowie die sechsköpfige Band PRO ART, die sich stilistisch zwischen Soul, Funk, einer Prise Jazz und etwas Blues bewegt.
Silke Krage
Leiterin Museumsmanagement/Fachwissenschaft
Autor: khh

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