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Hohe Schrecke Schritt um Schritt gemeinsam

Donnerstag, 30. September 2010, 23:14 Uhr
Biologen und Naturschutzfachleute stellten in Hauteroda erste Ergebnisse mit teils sensationellen Erkenntnissen vor. Regionalentwicklung startet und baut auf Mitwirkung der Anrainer, so der Tenor der Naturstiftung David, Projektbüro Hohe Schrecke, in der Pressemeldung...

Eine erste Zwischenbilanz über die Arbeit beim Naturschutzgroßprojekt "Hohe Schrecke Alter Wald mit Zukunft" gab es am Montag in Hauteroda. Zum öffentlichen Informationsabend im prall gefüllten Saal der Markus-Gemeinschaft hatten der Verein "Hohe Schrecke e. V." und die Naturstiftung David eingeladen. Gleich zu Beginn wurde der Verantwortliche für den Bereich Regionalentwicklung des Projektes vorgestellt.

Lars Appelt vom IPU Ingenieurbüro für Planung und Umwelt, Erfurt, wird ab Oktober im Projektbüro Hohe Schrecke in Braunsroda für die Belange der Regionalentwicklung verantwortlich sein. Über einen Zeitraum von fünf Jahren stehen für die Regionalentwicklung rund 1,6 Millionen Euro Finanzmittel zur Verfügung, die bis 2014 in die Anrainergemeinden des Naturschutzprojektgebietes Hohe Schrecke fließen sollen (Kasten). Aufbauend auf sozioökonomische Voruntersuchungen wird sich die Arbeit der Regionalentwicklung am Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojektes orientieren. Zudem wird sehr eng mit den Anrainern der Hohen Schrecke zusammengearbeitet. Deren Mitarbeit ist wie das Engagement aller Akteure der Region eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Projektes.

Die Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) war Schwerpunkt des Abends. Grundlage des Plans, der im Spätsommer 2011 vorliegen und mit allen Betroffenen abgestimmt werden soll, sind exakte Untersuchungen des Waldes. Sie werden seit 2010 von Biologen und Forstfachleuten vorgenommen. Was genau der Wald an besonderer Natur zu bieten hat, wie sie erhalten und gefördert werden und damit auch der Standortvermarktung dienen kann, das wird noch bis 2011 erforscht.

Ein Ergebnis des Zwischenberichts in Hauteroda stand schnell fest: Die Tier- und Pflanzenwelt der Hohen Schrecke ist eine Sensation. Fachleute fanden Tierarten, die es in Deutschland oder Europa kaum noch gibt. Nicht nur seltene Fledermausarten leben hier. Besondere Raritäten, so der promovierte Biologe Markus Dietz, sind zusätzlich Käferarten, von denen einige als "Urwaldreliktarten" nur noch dort vorkommen, wo es den Wald mit seit Jahrhunderten beständig gleich guten Bedingungen gibt.

Schnell fest stand an dem Abend aber auch, die Menschen der Region erwarten so rasch wie möglich positive wirtschaftliche Effekte. Adrian Johst und Dr. Dierk Conrady, die Projektverantwortlichen der Naturstiftung David, wissen das und sehen in einer nachhaltig gesicherten, einmaligen Natur der Hohen Schrecke ein großes wirtschaftliches Potenzial. Deutlich wurde ebenfalls, das Naturschutzgroßprojekt geht 2012 nur dann in die entscheidende zweite Phase, wenn alle Akteure der Region an einem Strang ziehen.

Regionalentwicklung: Von der Planung zu den Fördermitteln
Der Bereich Regionalentwicklung ist ein Bestandteil des Naturschutzgroßprojekts "Hohe Schrecke Alter Wald mit Zukunft". Für einen Zeitraum von fünf Jahren stehen Finanzmittel von rund 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Sie können in Projekte fließen, die in den Anrainerkommunen rund um das Projektgebiet Hohe Schrecke angesiedelt sind oder ihnen zu gute kommen. Diese Projekte müssen Bestandteil der Planungsarbeit des Bereiches Regionalentwicklung des Naturschutzprojektes sein.

Diese Pläne werden abstimmungsreif dem Verein "Hohe Schrecke Alter Wald mit Zukunft" vorgelegt. Im Falle der Bestätigung erreichen die Pläne dann die Regionale Arbeitsgemeinschaft Kyffhäuser bzw. die Regionale Planungsgruppe Sömmerda/Erfurt und werden mit den LEADER-Programmen der Europäischen Union für die Region abgestimmt. Anschließend müssen die Pläne noch vom Amt für Landschaft und Flurneuordnung Gotha als Vertreter des Freistaates Thüringen, geprüft und genehmigt werden. Dies ist Voraussetzung für die Vergabe der Fördermittel.
Naturstiftung David

Sprechzeiten in Braunsroda:
Jeden Donnerstag von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Autor: khh

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