Historischer Rückblick
Montag, 04. Oktober 2010, 15:45 Uhr
Sondershäuser und Koblenzer feierten 1990 gemeinsam in die Deutsche Einheit. Hier ein historischer Rückblick unseres Lesers Michael Glaser...
Am Abend des 2. Oktober 1990 feierten viele Sondershäuser zusammen mit zehntausenden Koblenzern in die Deutsche Einheit. Vor der Denkmalanlage des "Deutschen Eck" am Zusammenfluß von Rhein und Mosel fand die offizielle Feierstunde des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auf dem abgesperrten Denkmal trafen sich die Sondershäuser, die alle wie Ehrengäste empfangen wurden. Bürgermeister Kreyer, Superintendent Adebahr, der Sondershäuser Albert-Fischer-Chor, Mitglieder der Jungen Gemeinde und die Vertreter der Jungen Union aus Sondershausen erlebten bewegende Augenblicke. Die Junge Gemeinde schob sich mit einem selbstgemalten Schild durch die Menschenmassen bis auf das Denkmal. Auf dem Schild grüßten sie die damals neue informelle Partnerstadt von O-5400 Sondershausen, W-5400 Koblenz.
Auseinanderbrechende DDR-Symbole mit lachenden und weinenden Smileys zeigten die gemischte Stimmungslage vieler. Für die Sanierung der Trinitatiskirche wurde an dem Tag in Koblenz überall gesammelt und gespendet. Nach viel Musik von der Spider-Murphy-Gang und kurzen Ansprachen vom Ministerpräsidenten Wagner und vom Landtagspräsidenten Dr. Hans-Peter Volkert wurden um kurz vor 12 Uhr die Fahnen der neu gegründeten Länder unter Trommelwirbel vor dem Denkmal hochgezogen.
Um 0 Uhr des 3. Oktobers 1990 sang der Albert-Fischer-Chor dann die dritte Strophe des Deutschlandliedes zusammen mit geschätzten einhunderttausend Menschen, die sich mittlerweile vor und um das Denkmal versammelt hatten, um zu feiern und das spektakuläre Feuerwerk zu sehen, wie es sonst nur zu "Rhein in Flammen" zu sehen ist. Für die Sondershäuser Sänger ist das bis heute einer der Höhepunkte in der Geschichte ihres Chores.
Dr. Volkert hatte bereits im Februar im Haus der Kunst und im März 1990 im Volkskammerwahlkampf beim "Fest der Allianz" erfolgreich bei den Sondershäusern für die deutsche Einheit geworben. Noch vor der Währungsunion finanzierte er nicht unmassgeblich die erste Klassenfahrt in den "Westen" einer Klasse der EOS "Geschwister Scholl". Am Abend des 3. Oktober 1990 folgte er dann der Einladung zur Einheitsfeier nach Sondershausen.
Auch die Koblenz-Besucher waren wieder da und feierten mit einigen hundert Sondershäusern den Tag der deutschen Einheit auf dem Marktplatz. Als nur noch knapp 50 Feiernde übrig waren, öffnete Bürgermeister Kreyer den Rathaussaal zu einer kleinen spontanen Feierstunde. Monika Schreier, Joachim Kreyer, Wilhelm Schreier, Bernhard Wamser und wer noch mochte, sprach Toasts auf die deutsche Einheit oder erzählte, was ihnen dieser Tag bedeutete. Vergessen waren in dem Moment die politischen Auseinandersetzungen der letzten Monate. CDU, uBI, SPD oder Grüne, in dieser Stunde spielte das alles keine Rolle. So war es auch wieder am Sonntag, als Sondershausen auf dem Marktplatz den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit feierte.
Text und Fotos: Michael Glaser
Autor: khhAm Abend des 2. Oktober 1990 feierten viele Sondershäuser zusammen mit zehntausenden Koblenzern in die Deutsche Einheit. Vor der Denkmalanlage des "Deutschen Eck" am Zusammenfluß von Rhein und Mosel fand die offizielle Feierstunde des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auf dem abgesperrten Denkmal trafen sich die Sondershäuser, die alle wie Ehrengäste empfangen wurden. Bürgermeister Kreyer, Superintendent Adebahr, der Sondershäuser Albert-Fischer-Chor, Mitglieder der Jungen Gemeinde und die Vertreter der Jungen Union aus Sondershausen erlebten bewegende Augenblicke. Die Junge Gemeinde schob sich mit einem selbstgemalten Schild durch die Menschenmassen bis auf das Denkmal. Auf dem Schild grüßten sie die damals neue informelle Partnerstadt von O-5400 Sondershausen, W-5400 Koblenz.
Auseinanderbrechende DDR-Symbole mit lachenden und weinenden Smileys zeigten die gemischte Stimmungslage vieler. Für die Sanierung der Trinitatiskirche wurde an dem Tag in Koblenz überall gesammelt und gespendet. Nach viel Musik von der Spider-Murphy-Gang und kurzen Ansprachen vom Ministerpräsidenten Wagner und vom Landtagspräsidenten Dr. Hans-Peter Volkert wurden um kurz vor 12 Uhr die Fahnen der neu gegründeten Länder unter Trommelwirbel vor dem Denkmal hochgezogen.
Um 0 Uhr des 3. Oktobers 1990 sang der Albert-Fischer-Chor dann die dritte Strophe des Deutschlandliedes zusammen mit geschätzten einhunderttausend Menschen, die sich mittlerweile vor und um das Denkmal versammelt hatten, um zu feiern und das spektakuläre Feuerwerk zu sehen, wie es sonst nur zu "Rhein in Flammen" zu sehen ist. Für die Sondershäuser Sänger ist das bis heute einer der Höhepunkte in der Geschichte ihres Chores.
Dr. Volkert hatte bereits im Februar im Haus der Kunst und im März 1990 im Volkskammerwahlkampf beim "Fest der Allianz" erfolgreich bei den Sondershäusern für die deutsche Einheit geworben. Noch vor der Währungsunion finanzierte er nicht unmassgeblich die erste Klassenfahrt in den "Westen" einer Klasse der EOS "Geschwister Scholl". Am Abend des 3. Oktober 1990 folgte er dann der Einladung zur Einheitsfeier nach Sondershausen.
Auch die Koblenz-Besucher waren wieder da und feierten mit einigen hundert Sondershäusern den Tag der deutschen Einheit auf dem Marktplatz. Als nur noch knapp 50 Feiernde übrig waren, öffnete Bürgermeister Kreyer den Rathaussaal zu einer kleinen spontanen Feierstunde. Monika Schreier, Joachim Kreyer, Wilhelm Schreier, Bernhard Wamser und wer noch mochte, sprach Toasts auf die deutsche Einheit oder erzählte, was ihnen dieser Tag bedeutete. Vergessen waren in dem Moment die politischen Auseinandersetzungen der letzten Monate. CDU, uBI, SPD oder Grüne, in dieser Stunde spielte das alles keine Rolle. So war es auch wieder am Sonntag, als Sondershausen auf dem Marktplatz den 20. Jahrestag der Deutschen Einheit feierte.
- Bild 1: Albrecht Schödl, Martin Hauke und Torsten Krannich von der Jungen Trinitatisgemeinde mit ihrem selbstgemalten Schild inmitten zehntausender Feiernder am "Deutschen Eck" in Koblenz am 2.10.1990
- Bild 2: Mitglieder des Sondershäuser Albert-Fischer-Chores, Superintendent Adebahr und Bürgermeister Kreyer am "Deutschen Eck" in Koblenz am 2.10.1990
- Bild 3: Thomas Runge (Junge Union), Martin Hauke (Junge Gemeinde), Joachim Kreyer (Bürgermeister, CDU), Dr. Volkert (Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz, CDU), Reinhold Adebahr (Superintendent), Torsten Krannich (Junge Gemeinde), Bernhard Wamser (Optiker, CDU) mit dem Schild "Sondershausen grüßt Koblenz" der Jungen Trinitatisgemeinde; vor dem Rathaus in Sondershausen am 3.10.1990
- Bild 4: Mitglieder des Alber-Fischer-Chores, am Vorabend noch am "Deutschen Eck" in Koblenz, nun auf dem Marktplatz von Sondershausen am 3.10.1990
- Bild 5: Bürgermeister Kreyer lud anschließend in den Rathaussaal ein.
- Bild 6: Monika Schreier und Bernhard Wamser erzählen im Rathaussaal was sie von der Deutsche Einheit erwarten.
- Bild 7: Im Rathaussaal wurde noch bis in die Nacht gefeiert.
- Bild 8: Wilhelm Schreier: Ein Toast auf die friedliche Wiedervereinigung!
- Bild 9: Vereint unter der schwarz-rot-goldenen Fahne.
Text und Fotos: Michael Glaser









