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Farbiger Kyffhäuser

Montag, 25. Oktober 2010, 10:45 Uhr
Die wenigen sonnigen Stunden im Herbst sollte man nutzen. Zurzeit wird das Farbenspiel am Kyffhäuser immer attraktiver. Es veranlasste kn zu einer kühnen Idee...

Die Laubwälder unseres Kyffhäuserkreises sind ein Schatz den man eigentlich noch stärker vermarkten sollte. Obwohl man nicht meckern kann, was sich jetzt schon am Kyffhäuser zeigt.

Farbiger Kyffhäuser (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Farbiger Kyffhäuser (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

In der Hainleite, mit ihrer Größe von 204km² (20.400 ha) Landfläche, davon sind 119km² (11.900 ha) Wald, kann auf einen schönen Waldbestand hinweisen. Der Laubwaldanteil beträgt 87% (Nadelwald 13%). Die vorherrschenden Laubbaumarten sind Buche 61%, Eiche 10%, Esche 7% und Ahorn 2 %. Gerade diese Laubwaldbestände sind im Herbst für diesen farbigen Kick verantwortlich. Zu einem ganz besonderen farbigen Eindruck trägt der Ahorn mit seinen im Herbst roten Blättern bei. Gerade der Ahorn ist dafür verantwortlich, dass man in Nordamerika mit seinen großen Ahornbeständen vom Indian Summer schwärmt.

Farbiger Kyffhäuser (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Farbiger Kyffhäuser (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

Am Kyffhäuser beträgt der Ahornanteil sogar ca. 6 Prozent, wie Forstamtsleiter Uli Klüßendorf auf Anfrage mitteilte. Nun ist es sicher illusorisch, unsere Wälder auf Ahorn umzustellen. Aber ähnlich wie mit den Bodenbildern am Kyffhäuser ist es vielleicht möglich im Kyffhäuserwald und auch an Gebieten der Wind- und Hainleite farbige Inseln zu schaffen, die von den Aussichtspunkten in Kyffhäuser, Possen und Frauenberg schön zu beobachten sind.

Farbiger Kyffhäuser (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Farbiger Kyffhäuser (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und nicht nur das. Bei dem Gespräch mit Uli Klüßendorf nahm die Idee weitere Formen an. Neben farbigen Inseln könnte man auch entlang ausgesuchter Wanderwege den Ahorn besonders fördern und gezielt anpflanzen, so dass sich regelrecht Ahornallee bilden. Das macht nicht nur die Wanderwege attraktiver, sondern könnte auch zu einem anderen Effekt ausgebaut werden. Wenn man dann die Wanderwege so aussucht, dass sie auch von den markanten Aussichtspunkten zu sehen sind, könnte sich mehr als nur ein schönes Farbspiel ergeben. Ähnlich wie bei den Bodenbildern muss man das Ganze natürlich auch entsprechend vermarkten.

Es ist zugegebenermaßen eine recht verrückte Idee. Aber ist es das wirklich? Ahorn hat ein sehr wertvolles Holz. Der Forst könnte später mal den Nutzen ziehen. Vielleicht ist es doch eine Idee Touristen anzulocken und im Gegensatz zu den Bodenbildern muss man nicht jedes Jahr neu einsäen, sondern einmal gepflanzt, für lange Zeit genutzt. Nun kennt der Autor die Schmücke nicht so gut. Aber vielleicht könnte man im Rahmen diese Großprojektes auch etwas in der Schmücke tun, denn dort werden ja jetzt erst die Ideen entwickelt. Aber auch im Rahmen des Geoparks Kyffhäuser könnte man sich dieser Idee annehmen.

Voraussetzung ist natürlich, dass sich so etwas überhaupt forstwirtschaftlich realisieren lässt. Vielleicht nehmen die beiden Forstämter in Oldisleben und Sondershausen die Ideen unter die Lupe. Und wenn sich eine Spur der Realisierbarkeit zeigt, dann sollte man mit Tourismusfachleuten und der Wirtschaftsförderung sprechen, ob die Idee wirklich nur verrückt ist, oder ob es nicht doch eine Möglichkeit ist, seine territorialen Besonderheiten zu nutzen. Der Kyffhäuserkreis hat nun mal einen der größten Laubwaldbestände Deutschlands. Nutzen wir das einfach mal aus. Bei kn ist man gespannt auf die Reaktion der Experten, aber auch auf die unserer Leserschar.
Karl-Heinz Herrmann

PS: Die Bilder am Kyffhäuser schoss am Wochenende unser Leser Hans-Jürgen Schmidt.
Autor: khh

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