kyffhaeuser-nachrichten.de

Mehr Stellen, weniger Bewerber

Dienstag, 26. Oktober 2010, 13:43 Uhr
Binnen weniger Jahre ist der Ausbildungsstellenmarkt in Nordthüringen auf den Kopf gestellt worden. Gab es damals mehr Bewerber als Stellen, so hat sich die Situation nahezu umgekehrt. Hier die aktuelle Bilanz der Nordhäuser Arbeitsagentur...


„Das war ein gutes Jahr für den Ausbildungsmarkt in Nordthüringen“, zieht Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordhäuser Arbeitsagentur Bilanz. „Angebot und Nachfrage haben sich weiter angeglichen. Die Betriebe haben mehr Ausbildungsstellen gemeldet. Die Bewerber hatten deutlich höhere Chancen“, so der Agenturchef.

Von Oktober 2009 bis September 2010 wurden der Agentur für Arbeit 1.443 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet; 4,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kamen 275 außerbetriebliche Stellen, die Ausbildungsmöglichkeiten bieten, wenn eine betriebliche Ausbildung nicht möglich oder auf Grund eines individuellen Förderbedarfes nicht realisierbar ist. Ende September waren insgesamt noch 45 Ausbildungsstellen unbesetzt. Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt haben sich im letzten Jahr immer weiter angeglichen.

Im September 2008 kamen rechnerisch auf jede Ausbildungsstelle 1,3 Bewerber und im September 2009 waren es 1,2 Bewerber. Im abgelaufenen Berichtsjahr standen jeder Ausbildungsstelle nur noch 1,1 Bewerber gegenüber. Zur Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs haben die Unternehmen in Nordthüringen ihr Ausbildungsplatzangebot verstärkt. Die Zahl der Berufsausbildungsstellen in Betrieben erhöhte sich im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr um 60 Stellen. Rund 30 Prozent aller Ausbildungsplatzangebote bezogen sich auf lediglich zehn Ausbildungsberufe.

Derzeit sind noch einzelne Plätze für eine Ausbildung in den Berufen Schlosser, Elektriker, Maurer, Koch und Gästebetreuer frei. Im Beratungsjahr 2009/2010 wurden im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhausen 1.916 Ausbildung suchende junge Menschen betreut; 5,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Ende September waren statistisch noch 29 Jugendliche unversorgt.

„Es handelt sich hierbei nicht um ein gesellschaftliches Problem. Mitunter haben Jugendliche in den ersten vier Wochen bereits die Ausbildung wieder beendet“, so Karsten Froböse. Gemeinsam mit den Kammern arbeitet die Agentur für Arbeit derzeit daran, die freien Stellen zu besetzen und die noch unversorgten Bewerber zu integrieren.

Die Arbeitsagentur empfiehlt den Unternehmen rechtzeitig durch Ausbildung für Fachkräftenachwuchs zu sorgen. „Ausbildung schafft Fachkräfte. Fachkräfte sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Der Fachkräftebedarf ist unser Zukunftsthema“, so der Agenturchef. Eine gute Möglichkeit nach künftigen Auszubildenden Ausschau zu halten bietet der Tag der Berufe am 16. März 2010. An diesem Tag können Unternehmen die Türen für interessierte Schüler ab der 7. Klasse öffnen, um Ausbildungsberufe vorzustellen und einen ersten Eindruck von der Praxis zu vermitteln.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de