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Haken machen

Mittwoch, 10. November 2010, 08:45 Uhr
Die Zukunft des Technologie- und Innovationszentrums EC-BIC steht auf der Kippe. Dessen Liquidität ist gefährdet. Die nnz mit ersten Einzelheiten...


Es sollte einst die Zukunft des wirtschaftlichen Neustarts in der Nordhäuser Region verdeutlichen. Ein Gründerzentrum sollte es sein, der Hort neuer Geschäftsideen, das Nest innovativer Unternehmer und Unternehmen. Was aus alldem geworden ist, das lässt sich im Archiv der nnz ehre gut nachvollziehen.

Nun ist eine Situation eingetreten, die nicht so sehr mit dem Inhalt der Gebäude in Nordhausen und Sondershausen zu tun hat, sondern mit dessen finanziellen Konstrukten. Sprich, mit den einst gezahlten Fördermitteln. Auf diese schwierige Situation hatte Landrat Joachim Claus (CDU) am Rande der jüngsten Kreistagssitzung hingewiesen. Nun redete er gegenüber der nnz Klartext.

Es geht um mehrere 100.000 Euro Fördergelder, die vom einstigen Geber, der Landesregierung, nun zurückgefordert werden. Vermutlich, weil sie nicht konform dem Verwendungszweck eingesetzt wurden. Nun wird seit Monaten mit dem Landesverwaltungsamt verhandelt. Über Rückzahlungen, Anträge auf Erlass oder Stundungen.

Noch in diesem Monat soll es ein Krisentreffen der Gesellschafter geben, zu den Kommunen, Kreissparkassen im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis sowie die IHK gehören. Nach nnz-Informationen soll es unter den Gesellschaftern sowie im Aufsichtsrat Stimmen geben, die an der einstigen, in vielen Verlautbarungen als Innovationstempel beschriebenen Einrichtung, einen Haken zu machen, also in die Insolvenz zu schicken.

Und das in einer Phase, glaubt man den offiziell zugänglichen Zahlen wie den Beteiligungsberichten der Kommunen, in der eine Vermietungsquote von rund 70 Prozent erreicht und gehalten werden konnte. Die Probleme, die jetzt die Gesellschafter einholen, sind nicht der jetzigen Geschäftsführung anzulasten, die entstanden in den letzten Jahren des vorigen Jahrtausends.

Dennoch sind die Zahlen, die der Otto-Normal-Verbraucher in den Beteiligungsberichten zu sehen bekommt, nicht gerade berauschend. Im aktuellsten, der den Stand von 2008 aufweist, ist ein Bilanzverlust von rund 2,7 Millionen Euro ausgewiesen. Die Rückstellungen belaufen sich mal gerade auf 14.000 Euro und in der Spalte Verbindlichkeiten steht am Ende des Jahres 2008 die Zahl von 1,635 Millionen Euro.

Trotz dieser bilanziellen Überschuldung liege nach Auffassung der Geschäftsleitung keine Überschuldung der Gesellschaft im insolvenzrechtlichen Sinne vor, ist im Beteiligungsbericht der Stadtverwaltung Nordhausen zu lesen. Die Stadt Nordhausen hält übrigens an der GmbH 15 Prozent, das gleiche gilt für Sondershausen sowie den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis.
Autor: nnz

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