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200.000 Fachkräfte für Thüringen

Mittwoch, 03. November 2010, 12:40 Uhr
Bis zum Jahr 2020 werden in Thüringen 200.000 neue Arbeitskräfte benötigt. Das geht aus der aktuellen Fachkräftestudie des Thüringer Wirtschaftsministeriums hervor, die Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) heute vorgestellt hat...


„Die gute Nachricht ist: In Thüringen entstehen Arbeitsplätze, es gibt bessere Chancen für Arbeitsuchende und Jobeinsteiger“, sagte Machnig. Die Kehrseite der Medaille: „Der Kampf um die Köpfe wird sich verschärfen.“ Für Unternehmen und Standorte werde es schwerer, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten: Schon jetzt gibt jedes fünfte Unternehmen laut Studie an, dass offene Stellen nicht besetzt werden konnten.

Die Studie zeigt allerdings auch: Zumindest rechnerisch gibt es noch ein ausreichend großes Angebot an Arbeitnehmern. Dazu zählen neben den Absolventen der beruflichen und akademischen Ausbildung vor allem rund 100.000 Arbeitslose. „Deshalb müssen wir alle Anstrengungen darauf konzentrieren, die vorhandenen Fachkräftepotentiale besser zu erschließen“, so Wirtschaftsminister Machnig.

Dazu habe die Landesregierung mit dem Aktionsprogramm „Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ und dem Landesarbeitsmarktprogramm bereits geeignete Instrumente entwickelt. Zudem müsse sich Thüringen künftig stärker auch um die Berufsrückkehrer sowie die per Saldo rund 75.000 Auspendler bemühen.

Laut Fachkräftestudie entsteht die größte Arbeitskräftenachfrage in der Industrie und in den Gesundheits- und Sozialberufen. Die Tätigkeitsfelder mit dem größten Bedarf sind die Büroberufe (+21.500), Metallberufe (+16.500), sozialpflegerische Berufe (+13.300), Gesundheitsdienstberufe (+12.500), Warenkaufleute (+9.000) und Techniker (+5.800). Berufe mit einem Bedarf von mehr als 4.000 neuen Fachkräften sind Lehrberufe, EDV-Berufe, Unternehmensführung und Management, Ingenieure, Reinigungs- und Entsorgungsberufe, Lager- und Transportberufe sowie Land- und Forstwirtschaftsberufe.

Wichtigster Ansatzpunkt zur Deckung dieser Fachkräftenachfrage ist für Wirtschaftsminister Machnig die Lohnpolitik: „Niedrige Löhne beschleunigen die Abwanderung. Fachkräfte, die wir eigentlich hier brauchen, verlassen das Land“, so der Minister. „Gemeinsam mit der Wirtschaft müssen wir deshalb dafür sorgen, dass es beim Lohn- und Gehaltsniveau ein deutliches Stück nach oben geht.“ Gute Arbeit sei immer noch das beste Rezept gegen Fachkräftemangel. Daneben müsse verstärkt für den „Beschäftigungsstandort“ Thüringen geworben und vorhandene Imagedefizite abgebaut werden. Betrieben sollten zudem stärker bei der Qualifizierung und Gewinnung von Fachkräften kooperieren.

Die „Thüringer Fachkräftestudie 2010“ wurde vom Institut für sozialökonomische Strukturanalysen in Berlin (SÖSTRA) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt
Autor: nnz/kn

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