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Lehrlingsausbildung im Focus

Sonntag, 07. November 2010, 07:01 Uhr
Das Thema fehlende Facharbeiter steht zur Zeit im Focus der Medien. Die Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) des Bergwerks in Sondershausen stellt sich der Verantwortung bei der Gewinnung von Nachwuchs, wie unserer Leser Hans-Jürgen Schmidt nach einem Besuch bei der GSES feststellt...

Auch im Bergbau ist das Problem nicht von der Hand zu weisen. In einer statistischen Angabe wird das Durchschnittsalter der Bergleute mit 43,4 Jahren angegeben. Die Schlussfolgerung kann also nur lauten: „Wir müssen etwas tun!“

Das Bergwerk in Sondershausen hat das Thema angepackt und die Lehrlingsausbildung forciert. 51 Bergbau-Azubi aus 5 Unternehmen stehen zur Zeit in der praktischen Ausbildung bei der GSES GmbH. Davon sind im 1. Lehrjahr 21, im 2.Lehrjahr 15 und ebenfalls 15 im 3.Lehrjahr in der Lehre. Die GSES GmbH bildet zur Zeit für den Eigenbedarf 21 Azubi, in 5 Ausbildungsberufen aus. Die Palette reicht vom Bergbautechnologen über die Fachkraft für Abfall – und Recyclingwirtschaft, dem Energieelektroniker bis zur Bürokauffrau, wobei die Ausbildung 3 bis 3 ½ Jahre beträgt. Dabei ist das Lehrlinksentgelt nicht unerheblich. Ab 2011 bekommt der Lehrling einen Bruttovergütung von 438 Euro im 1. Lehrjahr, im 2.Lehrjahr 532 Euro und im 3. Lehrjahr 627 Euro.

Um das Pensum der Ausbildung zu meistern, bedarf es Engagement, Organisationstalent und die Schaffung von Voraussetzungen, um ein qualitätsgerechte Ausbildung zu meistern. Die Verantwortlichen der GSES und der Staatlichen Berufsschule auf dem Schachtgelände des ehemaligen Kaliwerkes stellen sich dieser Aufgabe. Die Leiterin der Berufsschule, Margit Dietrich, der Geschäftsführer der GSES, Ralph Haase, der Leiter für Vertrieb, Einkauf und Personal, Gerald Grabe und nicht zu Letzt Jörg Teichmann, der sich als Lehrlingsausbilder für eine praxisnahe Ausbildung profiliert hat, stehen in Verantwortung.

Seit 2008 erfolgte wieder die Ausbildung. Die Lehrpläne in enger Zusammenarbeit mit der IHK und Fachleuten galt es zu erarbeiten. Unterkünfte für die Lehrlinge mussten organisiert werden. „Juventas“, resultierend aus dem ehemaligen Lehrlingswohnheim des Kaliwerkes bot sich dafür an, denn immerhin gibt es Lehrlinge aus Nordrhein-Westfalen, da dort der Steinkohlenbergbau vermutlich in den nächsten Jahren geschlossen wird. Untertage wurde ein Lehrlingsrevier geschaffen. Die Kammern stehen im Steinsalz, welche somit eine hohe Standfestigkeit garantieren.

Azubis bei der GSES (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Azubis bei der GSES (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

In diesen Kammern werden die einzelnen Segmente der Ausbildung gelehrt. So steht zum Beispiel ein Bohrwagen (Foto oben) in einer Kammer, der preiswert von der GVV zur Verfügung gestellt wurde. Das im Reviere noch nicht alles 100-prozentig ist, ist natürlich. In diesem Monat werden 12 Computer eingehangen. Eine weitere Schreibtafel steht bereits auf der Ackersohle und die hygienische Voraussetzungen werden geschaffen. Eine Wasserleitung wird ins Revier geführt und das immerhin bei 670 m Teufe (Tiefe). Das dabei Fördermittel in Höhe von 96 000 Euro, die vom Land Thüringen zu Verfügung gestellt werden, sehr hilfreich sind, ist logisch.

Für die Öffentlichkeitsarbeit wird auch etwas getan. „pro1media“ hat unter Tage und in der Berufsschule eine kleinen Film zu Berufsausbildung gedreht, der im Januar 2011 unter www.proonemedia.de im Netz steht. Am 10. bis 11. November 2010 finden die IX. Berufsinfotage in der Bundeswehrhalle in Sondershausen statt. Am Stand 37 kann sich jeder über die Berufsausbildung im Bergwerk informieren und beraten lassen. Es gibt auch Perspektivisches. Es ist in der Diskussion eines Tages auch Lehrlinge aus Chile auszubilden.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen
Autor: khh

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