Über Gemeinschaftsschule gesprochen
Montag, 15. November 2010, 23:00 Uhr
Ein längeres gemeinsames Lernen wird von Politikern als Chance für unsere Schüler angesehen. Darüber sollte heute in Sondershausen im Rathaussaal diskutiert werden...
Thema Gemeinschaftsschule (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Die SPD-Landtagsabgeordnete Dorothea Marx hatte Eltern, Lehrer, Schüler und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema: Chancen und Rahmenbedingungen der Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule eingeladen. Über 20 Teilnehmer aus Parteien, und vor allem aus der Lehrerschaft waren der Einladung gefolgt. Neben der Landtagsabgeordneten stand der Staatssekretär Prof. Dr. Roland Merten vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Teilnehmern als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung. Beide informieren darüber, ab wann, wo und wie in Thüringen Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden können.
Wichtigste Voraussetzung dafür sei aber immer, so Marx bereits im Vorfeld des Treffen, dass die Beteiligten vor Ort eine solche Schule auch haben wollen. Auch Prof. Merten bekräftigte, die Thüringer Gemeinschaftsschule basiert auf Freiwilligkeit.
Nach Prof. Dr. Merten kann eine Gemeinschaftsschule auf drei Wegen entstehen: Neuerrichtung der Schule durch den Schulträger, Umwandlung einer bestehenden Schule oder bestehenden Schulen auf Initiative der Schule im Konsens mit dem Schulträger oder Umwandlung auf Initiative des Schulträgers. Die Veränderung der Schulart muss durch die Schulkonferenz beschlossen werden. Dabei sei die Elternbeteiligung wichtig, zum Beispiel durch Beiräte, ging dabei auf eine Frage ein.
Prof. Dr. Roland Merten, Dorothea Marx (SPD) und der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Kreistages Ebelebens Bürgermeister und ehemaliger Lehrer Uwe Vogt (SPD) bildeten das Präsidium.
Mit der Gemeinschaftsschule erhalte Thüringen erstmals eine Schulart, die alle allgemein bildenden Schulabschlüsse bis hin zum Abitur anbiete, so Merten. Es reiche aber nicht aus, so Merten, nur das Schild an der Schule zu ändern, sondern es müssen schon ein pädagogisches Konzept erarbeitet werden. Etwas bedeckt gab er sich, als aus der Diskussion heraus die Frage nach eventuellen Mehrkosten kam. Eines konnte man aus der Antwort schließen, vom Land dürften wohl keine zusätzlichen Mittel zu erwarten sei.
Der mögliche Vorwurf, mit der Bildung von Gemeinschaftsschulen (in Thüringen gibt es neue Pilotprojekte) wolle man nur bestehende Schule erhalten, sei im Prinzip doch kein Problem. Wenn eine Schule gerettet werden kann, was soll daran schlecht sein. Dort wo keine Schule mehr ist, so Merten, fehlt ein Stück kulturelles Zentrum, das schwer zu ersetzen ist. Eine Gemeinschaftsschule könne auch im ländlichen Raum funktionieren (die Schule aus dem Unstrut-Hainich-Kreis viel ihm nicht ein). In der Diskussion sagte Uwe Vogt, für den Kyffhäuserkreis können drei Schulen interessant sein.
Wie sieht die weitere Entwicklung aus. Da sollte man doch erst mal schauen, ob das Projekt in der bisherigen Form den Thüringer Landtag passieren wird. Ob allerdings dadurch die Schullandschaft in Thüringen einfacher wird, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle wies Prof. Dr. Merten zu Beginn der Veranstaltung auf einen wichtigen Punkt hin: Die Schullaufbahn der Kinder und Jugendlichen wird vom sozialen Status stark bestimmt. Mit Blick auf den Kyffhäuserkreis und der demografischen Entwicklung sowie den durchaus zahlenmäßigen Problemen mit Arbeitslosigkeit und Hartz IV gibt das allerdings zu denken und ruft leider nicht gerade Jubelstürme hervor, obwohl es heute am Abend nicht diskutiert wurde.
Autor: khh
Thema Gemeinschaftsschule (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Die SPD-Landtagsabgeordnete Dorothea Marx hatte Eltern, Lehrer, Schüler und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema: Chancen und Rahmenbedingungen der Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule eingeladen. Über 20 Teilnehmer aus Parteien, und vor allem aus der Lehrerschaft waren der Einladung gefolgt. Neben der Landtagsabgeordneten stand der Staatssekretär Prof. Dr. Roland Merten vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Teilnehmern als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung. Beide informieren darüber, ab wann, wo und wie in Thüringen Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden können.Wichtigste Voraussetzung dafür sei aber immer, so Marx bereits im Vorfeld des Treffen, dass die Beteiligten vor Ort eine solche Schule auch haben wollen. Auch Prof. Merten bekräftigte, die Thüringer Gemeinschaftsschule basiert auf Freiwilligkeit.
Nach Prof. Dr. Merten kann eine Gemeinschaftsschule auf drei Wegen entstehen: Neuerrichtung der Schule durch den Schulträger, Umwandlung einer bestehenden Schule oder bestehenden Schulen auf Initiative der Schule im Konsens mit dem Schulträger oder Umwandlung auf Initiative des Schulträgers. Die Veränderung der Schulart muss durch die Schulkonferenz beschlossen werden. Dabei sei die Elternbeteiligung wichtig, zum Beispiel durch Beiräte, ging dabei auf eine Frage ein.
Prof. Dr. Roland Merten, Dorothea Marx (SPD) und der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Kreistages Ebelebens Bürgermeister und ehemaliger Lehrer Uwe Vogt (SPD) bildeten das Präsidium.
Mit der Gemeinschaftsschule erhalte Thüringen erstmals eine Schulart, die alle allgemein bildenden Schulabschlüsse bis hin zum Abitur anbiete, so Merten. Es reiche aber nicht aus, so Merten, nur das Schild an der Schule zu ändern, sondern es müssen schon ein pädagogisches Konzept erarbeitet werden. Etwas bedeckt gab er sich, als aus der Diskussion heraus die Frage nach eventuellen Mehrkosten kam. Eines konnte man aus der Antwort schließen, vom Land dürften wohl keine zusätzlichen Mittel zu erwarten sei.
Der mögliche Vorwurf, mit der Bildung von Gemeinschaftsschulen (in Thüringen gibt es neue Pilotprojekte) wolle man nur bestehende Schule erhalten, sei im Prinzip doch kein Problem. Wenn eine Schule gerettet werden kann, was soll daran schlecht sein. Dort wo keine Schule mehr ist, so Merten, fehlt ein Stück kulturelles Zentrum, das schwer zu ersetzen ist. Eine Gemeinschaftsschule könne auch im ländlichen Raum funktionieren (die Schule aus dem Unstrut-Hainich-Kreis viel ihm nicht ein). In der Diskussion sagte Uwe Vogt, für den Kyffhäuserkreis können drei Schulen interessant sein.
Wie sieht die weitere Entwicklung aus. Da sollte man doch erst mal schauen, ob das Projekt in der bisherigen Form den Thüringer Landtag passieren wird. Ob allerdings dadurch die Schullandschaft in Thüringen einfacher wird, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle wies Prof. Dr. Merten zu Beginn der Veranstaltung auf einen wichtigen Punkt hin: Die Schullaufbahn der Kinder und Jugendlichen wird vom sozialen Status stark bestimmt. Mit Blick auf den Kyffhäuserkreis und der demografischen Entwicklung sowie den durchaus zahlenmäßigen Problemen mit Arbeitslosigkeit und Hartz IV gibt das allerdings zu denken und ruft leider nicht gerade Jubelstürme hervor, obwohl es heute am Abend nicht diskutiert wurde.

