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Auf Informationsreise in Kita

Dienstag, 30. November 2010, 07:03 Uhr
Nicht gerade das beste Reisewetter hatte sich Michael Panse, der Generationenbeauftragte der Thüringer Landesregierung, ausgesucht, um sich in einem Erfahrungsaustausch insbesondere mit Themen der Kindergärten zu informieren...

Michael Panse ist seit dem 1. Oktober 2010 Landesbeauftragter für das Zusammenleben der Generationen im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (Langform der Funktion). Er war zuvor von 1999 bis 2009 Landtagsabgeordneter der CDU und sitzt jetzt im Stadtrat von Erfurt. Interessant ist die Personalie Michael Panse auch in anderer Hinsicht. Seine Sein Vater wurde in Greußen seine Mutter Bebra/Sondershausen. Während er in der CDU ist, vertritt sein Zwillingsbruder Jens als Pressesprecher im Thüringer Landtag die Belange der FDP. Damit verwundert nicht, dass er sich in Sondershausen recht gut auskennt, quasi eine Art Heimspiel hat.

In einer kleinen Runde hatten sich zu diesem Informationsgespräch, neben Michael Panse auch Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), seine Fachbereichsleiterin Soziales, Karin Strödter, der Geschäftsführer der Starthilfe e.V. Jürgen Rauschenbach und die Leiterin der Kita Bebraspatzen, Petra Reichelt, zu einer kleinen Diskussionsrunde zusammen gefunden. Schwerpunktmäßig ging es dabei für den Landesbeauftragen dabei, sich nicht nur über die Kindergärten allgemein zu informieren, sondern ihm ging es auch speziell um die Probleme bei den Erzieherinnen und den leider wenigen Erziehern. Womit mit schon der erste größere Diskussionspunkt gefunden worden war.

Der Beruf des Erziehers muss aufgewertet werden. Besonderer Knackpunkt dabei die Einbeziehung von männlichen Erziehern. Hier muss Sondershausen schon fast zu den Vorreitern gezählt werden. Sind in Sondershausen immerhin schon zwei männliche Erzieher tätig (plus ein Praktikant) so kommt das vergleichsweise große Erfurt auch mal gerade auf zwei bis drei Erzieher, dabei sollte doch ein wesentlich ausgeglicheneres Verhältnis bestehen. Auch Kinder benötigen männliche Erziehung.

Warum Männer in diesem Beruf nicht so Fuß fassen konnte in der Diskussionsrunde nur angerissen werden. Mit Sicherheit liegt es teils an den Arbeitszeiten, da Kindergartenerzieherinnen und Erzieher meist gerade mal auf 30 Wochenstunden kommen an den gezahlten Entgelten und auch ein wichtiger Punkt, an der gesellschaftlichen Akzeptanz. Sind wir doch mal ehrlich, will ein junger Mann Kindergärtner werden, wird er häufig noch als jemand von einem anderen Stern angesehen. Allerdings muss man selbst bei den Erzieherinnen vorsichtig sein, dass es nicht zu einer Fachkräfteaufweichung kommt (Einsatz wenig qualifizierter kurz geschulter Personen), denn diese Gefahr besteht durchaus so Panse. Allerdings muss aber auch nicht jede Kindergärtnerin einen Masterabschluss haben.

In diesem Zusammenhang ging Kreyer sogar einen Schritt weiter. Wir müssen mehr für die Psyche junger Männer tun, damit sie auch befähigt werden, in bisher noch typische Frauenberufe zu gehen. Der Girlsday in umgekehrter Richtung sollte nicht von der Hand gewiesen werden.

Bei den Bebraspatzen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bei den Bebraspatzen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Michael Panse machte sich nach der Gesprächsrunde ein Bild von der Kindereinrichtung.

Ein Problem gibt es offensichtlich in Sondershausen nicht. Bei den Entgelten für Kindergartenerzieherinnen zwischen kommunalen und freien Einrichtungen gibt es in Sondershausen keine gravierenden Unterschiede. Das stellt sich in Erfurt anders da, so Panse, denn bei 30 Prozent der Erzieher in Einrichtungen Freier Träger ein deutlich niedrigeres Entgelt gezahlt.

In der weiteren Diskussion wiesen sowohl Kreyer als auch Strödter auf die Gleichbehandlung der Kindereinrichtungen in Sonderhausen hin. Schon deshalb sein das Verhältnis acht kommunale Einrichtungen zu fünf Einrichtungen in Freier Trägerschaft ausgewogen. Die Ausgewogenheit bezieht sich auch auf die Ausstattung mit finanziellen Mitteln, so Strödter. Zum Beispiel erhielt der DRK Kindergarten im Konjunkturpaket II den größten Posten, weil er eben dort auch notwendig war. Bestätigung kam auch von Petra Reichelt: "Wir fühlen uns nicht als Freie Trägereinrichtung benachteiligt.

Bei den Bebraspatzen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bei den Bebraspatzen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Eines gefiel Michael Panse offensichtlich recht gut. Petra Reichelt hatte über das Konzept Alt und jung unter einem Dach berichtet, das immer noch funktioniert, auch wenn die Senioren wieder aus der Kindereinrichtung ausziehen mussten. Das Verständnis für ältere Menschen zu wecken sei ein ganz wichtiger Punkt und bei der Erziehung könne nicht zeitig genug damit angefangen werden.

Und was nahm Michael Panse gestern aus Sondershausen selbst mit? Die Frage beantwortet er in unserem Video-Clip:


Fazit Michael Panse

Autor: khh

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