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Bitte nichts wegwerfen!

Donnerstag, 02. Dezember 2010, 10:08 Uhr
Diese durchaus ernst gemeinte Aufforderung kommt aus dem Rathaus von Sondershausen. Wer da bei der Stadt Sondershausen etwas gebrauchen kann, und warum gerade das Jahr 1961 interessant ist, hat kn für Sie recherchiert...

Geht es Ihnen auch so? Von manchen Dingen kann man sich einfach nicht trennen und je älter man wird, umso schwerer fällt es oft, sich von machen Dingen zu trennen. Manchmal kommt aber der Punkt, bei dem man einen Schnitt macht und das alte Zeugs dann doch entsorgt. Stopp, bitte, ertönt eine Stimme aus dem Rathaus, genauer gesagt aus dem Archiv.

Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Hüterin des Archivs der Stadt Sondershausen, Christine Most, führte jüngst kn durch die Gewölbe des Archivs der Stadt Sondershausen. Da werden Zeitungen seit 1822 aufgehoben mit teils abenteuerlichen Namen, wie z.B. das „Regierungs- und Intelligenzblatt“ aus der Zeit von 1822 bis 1859. Und auch das Heimatecho ist seit 1990 vollständig archiviert.

Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und wie ist das nun mit dem Wegwerfen? Christine Most sagte gegenüber kn, wir suchen laufend nach Zeitgeschehnissen in Form von Dokumenten, Fotos und ähnlichen Materialien, um die Ereignisse in und um die Stadt Sondershausen zu dokumentieren. Selbst alte Telefonbücher (besonders Branchentelefonbücher – dokumentiert Wirtschaft) und alte Adressbücher werden noch gesucht. Da gibt noch einige Lücken zu schließen.

Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Siehe haben noch alte Fotoaufnahmen? Erst recht damit zum Rathaus! Die Aufnahmen werden eingescannt und sind so für die Nachwelt dokumentierbar. Ist doch schön, wenn man mal ein Foto eines älteren Arbeitszimmers der Nachwelt zeigen kann, wie hier ein Zimmer aus dem Landratsamt. Deshalb auch die Bitte von Christine Most, werfen Sie gerade alte Fotoaufnahmen nicht weg. Das sind wichtige Zeitgeschehnisse, auch wenn man nur denkt, dass ist doch alter „Familienplunder“.

Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Wichtig für die Einordnung ist, dass man möglichst mit Daten aufwarten kann um auch chronologisch die Aufnahmen einordnen zu können. Die Freude war gestern groß, als eine Dame mit einer älteren Aufnahme aus den dreißiger Jahren kam, als die Wohngebiet Borntal und der Göldner Wiese waren. Und kostenlose Tipp s gibt es bei einem Besuch im Archiv dazu. Dass man Fotografien im Dunklen aufbewahren soll ist sicher noch geläufig, aber bei Aufbewahrung in Klarsichtfolien muss man unbedingt auf säurefreie Folien achten, damit die Aufnahmen auch wirklich lange halten. Billige Klarsichtfolien vom Krabbeltisch sind da leider auf Dauer ungeeignet.

Dokumente gesucht!
Erinnern Sie sich? Als es um 20 Jahre Mauerfall ging, gab es auf dem Markt von Sondershausen eine Fotoausstellung, welche die Ereignisse damals dokumentierte.
2011 ist im Zusammenhang mit dem Mauerbau ein sehr bedeutendes Datum, denn am 13. August 1961 hatte in Berlin der Mauerbau begonnen. Jetzt soll eine ähnliche Bilderausstellung zusammengestellt werden. Dokumente, Fotos und u.ä. aus dem Jahre 1961 werden gesucht. Sie waren mit dem blauen Halstuch auf dem Markt und haben ein Foto davon, oder wollen ihren alten Pionierausweis zur Verfügung stellen, der 1961 ausgefertigt wurde? Nur hin, es wird nur eine Kopiee gemacht, nichts geht für Sie verloren!


Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bitte nichts wegwerfen! (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Jeden 1. Mittwoch im Monat (von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr) kann man sich im Archiv informieren. Die Themen werden regelmäßig im Heimatecho bekannt gegeben. Aber auch zu anderen Themen können Sie Fragen los werden. Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Fotografie. Da durften die Besucher mal Fotos anschauen, die man eben nicht alle Tage zu sehen bekommt. Beim nächsten Treff geht es um den Schlufter-Film zur Deutschen Einheit.

Kommen Sie doch mal vorbei. Und immer daran denken, nichts unüberlegt wegwerfen, es könnte ein Zeitdokument sein, wie diese alte Kamera. Auch so etwas wird gebraucht.
Autor: khh

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