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Standortanalyse thematisiert

Montag, 06. Dezember 2010, 10:09 Uhr
Wirtschaftsbeiratsmitglieder des Kyffhäuserkreises haben Standortanalyse thematisiert, so die Meldung vom Regionales Service-Center Nordhausen der IHK. Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie hier...

Die Isoplus Fernwärmetechnik GmbH war Gastgeber der in der vergangenen Woche stattgefundenen Wirtschaftsbeiratssitzung des Kyffhäuserkreises der IHK Erfurt. Nach Vorstellung des Unternehmens mit sich anschließendem Betriebsrundgang widmete man sich der Auswertung der Standortanalyse sowie dem Thema Demografie. Auch wenn diesmal der Kyffhäuserkreis wieder nur den letzten Rang belegte, fällt der aktuelle durchschnittliche Zufriedenheitswert deutlich besser aus.

Bei Iso-Plus (Foto: IHK Nordhausen) Bei Iso-Plus (Foto: IHK Nordhausen)

Ausgangspunkt war die Befragung von 630 Unternehmen, von denen sich 109 (also 17 %) aktiv beteiligten. 41 Standortfaktoren wurden bewertet, wobei 18 Faktoren unzufriedene Beurteilung erhielten. Neben den Faktoren Wasser- und Abwassergebühren sowie Strom- und Gaspreise wurde u. a. das wirtschaftspolitische Klima negativ beurteilt. Eine Verbesserung in diesem Bereich gestaltet sich schwierig, da der Standortfaktor subjektiv geprägt und häufig anfällig für Stimmungen und Emotionen ist.

Hilfreich ist hierbei eine wirtschaftsfreundliche und -nahe Kommunikation der kommunalen Entscheidungsträger. Sowohl Landrat Hengstermann als auch Bürgermeister Kreyer signalisierten hier immer eine konstruktive Gesprächsbereitschaft und zeigten sich in der sich anschließenden Diskussion offen, begegneten jedoch auch subjektiven Empfindungen mit Fakten, Zahlen und Hintergründen, die so manche Entscheidung der öffentlichen Verwaltung nachvollziehbar machten. Bei allem Negativen gab es auch Positives zu berichten.

Zufrieden beurteilte man die Parkmöglichkeiten, das Angebot der Kinderbetreuung und Schulen, die verkehrliche Erreichbarkeit sowie die recht gute Infrastruktur. Der sich anschließende Vortrag zum Thema "Bevölkerungsrückgang" sowie die aktuellen Erwerbszahlen stellten Chancen und Risiken für die Region dar.

Während die Arbeitslosenzahlen im Kyffhäuserkreis auf 11,7 % sanken, wurde eine überdurchschnittliche Reduzierung erreicht. Damit liegt die Arbeitslosenquote unter der von Dortmund und Essen. Die Arbeits- und Ausbildungschancen sind besser denn je, wobei sich insbesondere im Kunststoff-, Metall- und Elektrobereich, aber auch im Handwerk schon jetzt ein Fachkräftemangel abzeichnet.

Das Thema Demografie macht deutlich, dass die überalternde Gesellschaft Auswirkungen auf die Sozial- und Betreuungsbedarfe, aber auch auf infrastrukturelle Maßnahmen und den Handel haben wird. Kritisch hingegen wird die Geburtenrate gesehen, wo es Instrumentarien bedarf, die Werte für Familie, Kinder und Beruf zu fördern. Die Strukturschwäche der Nachwendezeit prägt heute noch das Image des Kyffhäuserkreises. Um diesem zu begegnen wurde aufgerufen, sich mehr und aktiver u. a. auch bei Innovationswettbewerben zu beteiligen, um nicht nur die Wahrnehmung in Thüringen positiv zu beeinflussen.
Udo Rockmann
Leiter Regionales Service-Center
Autor: khh

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