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Jagd eingestellt

Donnerstag, 23. Dezember 2010, 15:30 Uhr
Notzeit für das Wild im Kyffhäuserkreis wurde ausgerufen, kn berichtete bereits. Auch das Forstamt Oldisleben reagiert. Neben der vorläufigen Einstellung der Jagd, gibt es noch Bitten an die Besucher der Wälder. Hier die Infos des Forstamtes...


Das Thüringer Forstamt Oldisleben bewirtschaftet eine Waldfläche von ca. 9500 Hektar Landeswald im Kyffhäuserkreis.
Das Forstamt ist in den großen zusammenhängenden Waldflächen der östlichen Hainleite und im Kyffhäuserwald für den Forst- und den Jagdbetrieb zuständig. Neben Damwild auf der Hainleite und Muffelwild im Kyffhäuserwald gibt es flächendeckend Schwarz- und Rehwild im Forstamtsbereich.

Während es bei der Jagdausübung das ganze Jahr über um die Regulierung der Wilddichten und das Vermeiden von Schäden durch Wild an der Waldverjüngung geht, haben wir gegenwärtig, aufgrund der widrigen Wetterlage, eine Ausnahmesituation zu verzeichnen. Es hat sich seit etwa vier Wochen eine geschlossene Schneedecke auf die Landschaft gelegt und wir haben seit dieser Zeit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Wenn die Felder ringsum abgeerntet sind, stellt sich das Wild in den Wäldern ein.
Man kann feststellen, dass in unseren naturnah bewirtschafteten Laubwäldern das Wild, auch bei Schneelagen, ausreichend Nahrung findet. Weiterhin sind Wildtiere hervorragend an die herrschenden Temperaturen angepasst und in der Lage, im Winter ihren Energiehaushalt zu reduzieren und mit weniger Nahrung auszukommen. Ein viel größeres Problem für die Tiere, stellt die, derzeit bestehende, Eisschicht auf dem Schnee dar. Die Tiere sind dadurch in ihrem Aktionsradius eingeschränkt, eventuell kommt es sogar zu Verletzungen an den "Läufen" durch das scharfkantige Eis.

Die zuständige Untere Jagdbehörde des Kyffhäuserkreises hat seit heute, entsprechend des Thüringer Jagdgesetzes, Notzeit für das Wild ausgerufen.
Das Forstamt hat aus diesen Gründen den Jagdbetrieb vorläufig eingestellt, für die Fütterung des Wildes werden wir geeignete Maßnahmen einleiten. Sicher werden uns dabei auch die über sechzig Jäger helfen, die Ihren Pirschbezirk im Landeswald haben.
Auch die Bevölkerung kann dem Wild in der Notzeit helfen. Man sollte auf keinen Fall die Waldwege verlassen und Hunde immer an der Leine führen.

Ungestörte Ruhe ist in den Wintermonaten der entscheidenden Einfluss auf das Leben des Wildes im Wald.

Uli Klüßendorf
Forstamtsleiter
Autor: khh

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