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„Wir sind Artern!“

Dienstag, 18. Januar 2011, 12:13 Uhr
Die Zweigwerkstatt Artern feierte jüngst ihre 20-jährige Zugehörigkeit zur Stiftung Finneck. Dazu erreichte kn folgender Bericht...

Dankesworte und Erinnerungen bestimmten den Empfang am 11. Januar 2011 in der Finneck-Zweigwerkstatt Artern. Viele Gäste aus Politik, Gesellschaft, der Wirtschaft, Partner, Freunde und Eltern der Beschäftigten waren gekommen, um gemeinsam die 20-jährige Zugehörigkeit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung zur Stiftung Finneck zu feiern. Im Januar 1991 war es, als der Kreistag beschloss, die Werkstatt der Tagesstätte Artern in die Stiftung Finneck zu überführen.

Der damalige Stiftungsvorstand Andreas Kunz, der erste Werkstattleiter Joachim Hetz und die erste Sozialdienstmitarbeiterin Renate Balthasar erinnerten an die bewegte Zeit. Anekdotisch berichtete Renate Balthasar wie sie einen vollbesetzten Bus rückwärts einzuparken lernte, dass sie zeitweise auch als Pfarrerin, Gruppenleiterin und Krankenschwester fungierte und wie Joachim Hetz lernte, dem PC Texte zu entlocken.

„Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck) „Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck)

Es sei eine aufregende, aber seine schönste Zeit gewesen, so Joachim Hetz. Herzerfrischend erzählte er von seiner Fahrt im Dienst-Trabbi zur Stiftung nach Rastenberg, um den dortigen Vorstand, Andreas Kunz, zur Werkstattübernahme zu bewegen. Es habe atmosphärisch gute Voraussetzungen für ein Zusammengehen gegeben, da beide aus Sachsen stammen, so Hetz. Seine Erinnerungen verband er immer wieder mit Dankesworten an Helfer und Weggefährten.

Auch der damalige Stiftungsvorstand Andreas Kunz erinnerte an die Zeit vor 20 Jahren und stimmte mit der heutigen Betriebsleiterin, Sylvia Buchmann, überein, dass die Entwicklung der Zweigwerkstatt Artern ein schöner Erfolg geworden sei. Hier werden Menschen mit einer Behinderung gefördert und gefordert, die noch nicht, nicht mehr oder nie eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Hier haben sie eine Aufgabe, erleben die Gemeinschaft und bekommen die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die sie verdienen und brauchen. „Wir sind Artern!“, rief Sylvia Buchmann mit Stolz aus.

„Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck) „Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck)

In seinem Geistlichen Impuls veranschaulichte Pfarrer Peter Stockmann mit einem Strick und unterstützt von Werkstattbeschäftigten, dass ein Leib nur funktionieren könne, wenn er viele Glieder hat und dass besonders die schwächeren Teile wichtig sind.

Er sei stolz, Vorstand der Stiftung zu sein, betonte Joachim Stopp. Er dankte den Mitarbeitern für ihr 20-jähriges Engagement in Artern. Es komme darauf an, den Dienstleistungsbereich zu erweitern, Kooperationen auszubauen und weiter gute Qualität zu liefern, blickte er auf die Aufgaben in den nächsten Jahren.

„Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck) „Wir sind Artern!“ (Foto: Stiftung Finneck)

Für den festlichen Empfang hatte der Beschäftigte Marc Wollenheit das Gedicht „Life is life“ geschrieben und bekam dafür genauso viel Anerkennung und Beifall wie die Sängerin Doreen Bieling, die Andachtsgruppe sowie Selina und Christian für ihre kulturellen Beiträge. Mit zwanglosen Gesprächen in entspannter und fröhlicher Atmosphäre klang der Empfang aus.

Das Gedicht von Marc Wollenheit, das er extra für den Festempfang geschrieben hat:

Life ist life

Das Leben zu leben heißt,
Probleme zu ebnen,
zu geben, um zu nehmen,
reden, um hörend zu verstehen;

Probleme zu meiden,
wenn man sie verstehen will,
einen Schritt nach vorn zu wagen,
nach möglicher Lösung zu fragen,
um sie nicht ewig zu tragen, ganz still;

Auch mal nach Hilfe fragen;
kann man dies so allein nicht tragen,
sollten sich mehrere Schultern damit plagen;

wenn dies schlicht die Lösung bringt,
sollte man mal Danke sagen,
um Not zu meiden,
denn auch einen Blick, geschickt nach vorn,
erspart so manchen Zorn und Wut und Leiden im Bauch;
wenn man sich das Leben einfacher macht, dann geht es auch.
Autor: khh

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