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Nicht müde geworden

Sonntag, 23. Januar 2011, 07:05 Uhr
Mit 76 Jahren nimmer müde in die Geschichte einzutauchen, so lernten unser Leser und Bergbauexperte einen Bottendorfer kennen, der es auch mit der Bergbaugeschichte hat...

Das Büro von Johannes Leipold am Schenkenplatz, früher Schänkenplatz ,ist bescheiden. Computer der nicht modernsten Generation dienen vorwiegend, um das Gedankengut von Leipold zu Papier zu bringen. Öfters stehen auf dem Veröffentlichungen „Im Eigenverlag“. Das bedeutet, dass Deckblätter mit dem Computer gestaltet werden und die Texte mit den Bildern ausgedruckt werden, da die Druckkosten zu enorm sind und es öfters an Unterstützung fehlt. Alles geschieht ehrenamtlich und die Rente von Leipold wird strapaziert.

Unterstützt wird er dabei von Frauen, die mit der Schreibtechnik vertraut sind und ehrenamtlich arbeiten. Frau Irene Hetzold, Gisela Scheutzel und Gabriele Orgisek sind die treuen Mitarbeiter, die sich gemeinsam „Arbeitsgruppe Heimatgeschichte für die Unstrutaue mit Bottendorf, Roßleben, Schönewerda und angrenzende Gebiete“ nennen. Frau Hetzold formuliert dabei humoristisch: „ Er ist der Kopf und wir sind die Füße“. Und der „Kopf“ verfügt über ein umfangreiches Wissen, das erstaunt. Über 30 Bücher und Schriften sind bereits veröffentlicht bzw. harren der Veröffentlichung.

Fragt man nach dem Motor, der ihn antreibt, so sagt er:“ Die Heimatliebe“. Er ist in Bottendorf geboren. Und weiter wird formuliert: „ Es soll verloren gegangenes Kulturgut wieder ans Licht gebracht werden“. Dass es in Bottendorf und Umgebung wertvolle historische Geschehnisse gegeben hat, kommt in seinen Schriften zum Ausdruck. “Donndorf und sein Kloster“, „Chronik des Kupferschieferbergbaus in Bottendorf/Unstrut“, „Zur Entwicklungsgeschichte von Fauna und Flora“ – Hier wir unter anderem die Bergnelke „Ameria bottendorfensis“ ausführlich beschrieben, die nur in Bottendorf zu finden ist. – „Die Chronik der Bottendorfer Wassermühle“, das „Dialektlexikon“ in dem Wörter nach ihrem Ursprung erläutert und ins hochdeutsch übersetzt werden. Genannt sei zum Beispiel: „quarzen“ – stark rauchen, „vigelant“- aufpassen, wachsam sein, „verfuffen“- sich verbrennen. Manchmal lässt sich dabei den Einfluss der Hugenotten spüren, die auch im Gebiet um Bottendorf gesiedelt haben – sind alles Dokumente, die vom Fleiß zeugen und der Fähigkeit in alten Dokumenten sinnvoll zu recherchieren. Es ist nicht immer leicht, die Schrift aus vergangenen Jahrhunderten zu deuten. Wenn man zum Beispiel das Wort „pawn“ liest, so heißt das „bauen“.

In einer alten „Chronica und Aniquitate.......“ wurden die Stadtwappen von Roßleben und Bottendorf gefunden, die heute die Kopfbögen der Ämter zieren. In der Schrift „Burg – und Pfalzgrafenzeit Bottendorf“ wird die Geschichte der Pfalzgrafen und die Entwicklung der Putelenburg geschildert, die heute zum Teil überbaut wurde. Wer weiß schon, dass der heutige Schenkenplatz in Bottendorf einst der Turnierplatz der Ritter war.

In Arbeit ist zurzeit die Schrift „Zur Geschichte des heimischen Bergbaus“. Hier wird über die Salinen, den Braunkohlenabbau, Kalk –und Gipsabbau über den Abbau von Ton und Lehm usw. berichtet. Das dabei Gedanken zum Namen Bottendorf eine Rolle spielen werden, ist selbstverständlich. Erst Erkenntnisse besagen, das Bottendorf vermutlich einst Budindorf hieß und Budin kommt aus dem Altfränkischen und heißt Kupfer – also Kupferdorf. Damit ist der Weg zum prähistorischen Bergbau beschritten. Das bedarf noch weiterer Recherchen. So fügt sich ein Mosaiksteinchen ans andere bis die Endfassung zu Papier gebracht wurde.
Manchmal wünscht Hans, so das Kürzel von Johannes mehr Unterstützung von administrativen Stellen. Zwar wurde er mit einer Urkunde für vorbildliche ehrenamtliche Arbeit durch die Stadt Roßleben geehrt, doch bin ich der Meinung hier müsste mehr an Ehrung für sein Lebenswerk getan werden.
Text und Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:

Bild A: Johannes Leipold mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Gisela Scheutzel (li.) und Irene Hetzold (re.) – beide aus Roßleben.
Bild B: Johannes Leipold mit seiner Bergbauschrift
Bild C: Sein Geburtshaus in Bottendorf. Ursprünglich war es eine Schule.
Bild D: Seine Werkstatt mit historischen Kellergewölbe.
Bild E: Frau Gisela Scheutzel am Computer
Bild F: Die Bergbauschrift
Bild G: Ein Heimatbuch
Bild H: Johannes Leipold mit der Urkunde für vorbildliche ehrenamtliche Arbeit der Stadt Roßleben
Bild I: Historische Stadtwappen von Roßleben
Bild K: Historische Stadtwappen von Bottendorf
Bild L: Dokument, aus dem die Stadtwappen entnommen wurden
Bild H: Bergbaubuch zum Kupferschieferabbau in Bottendorf

Autor: khh

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