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Lachen und Weinen

Samstag, 29. Januar 2011, 10:29 Uhr
Gleich zwei Premieren erlebte das Nordhäuser Stadttheater gestern Abend, als erst der Bajazzo und danach Puccinis Gianni Schicchi die Bühne eroberten. Für die nnz saß Olaf Schulze im Saal.

Wer kennt sie nicht, die berühmte Arie „Lache Bajazzo“. Vorgetragen von der gleichnamigen Figur, der aber in dem Moment des Singens gar nicht lustig zumute ist. Bajazzo wird nämlich von seiner Frau betrogen. Hugo Mallet ist der Bajazzo, seine Angetraute Nedda ist Sabine Blanchard und deren feuriger Liebhaber Gavin Taylor.

bajazzo (Foto: theater) bajazzo (Foto: theater)

Der Lover und die Gattin: Auslöser und Opfer der Tragödie

Diese Namen allein bürgen für Qualität und sie werden diesem Anspruch wieder gerecht. Aber auch der „blöde“ Komödiant Tonio findet in Kai Günther einen hervorragenden Darsteller. Marian Kalus‘ Peppe ergänzt die feine Ensembleleistung. Das Ganze klassisch inszeniert und mit einem gut aufgelegten Loh-Orchester unter GMD Frank sowie einem eindrucksvollen Chor (Einstudierungen durch Elena Pierini) auf die Bretter gebracht – fertig ist Tragödie, die ja eigentlich eine Komödie beinhalten sollte, deren Wirkung aber durch den Doppelmord an Ehefrau und deren Geliebtem nachhaltig beeinträchtigt wird.

Sauberes Handwerk auch der Herren Toni Burkhard als Regisseur, Wolfgang Kurima Rauschning (Bühnenbild) und Udo Herbster (Kostüme).

bajazzo (Foto: theater) bajazzo (Foto: theater)

Die lieben Verwandten sind nicht begeistert über das Testament

„Finita la comedia“ ruft der Mörder Bajazzo nach der Tat aus und der Vorhang fällt. Aber er hebt sich wieder nach einer Pause und wir sehen eine wahre Komödie, in der sich der andere Teil des Nordhäuser Ensembles zeigt. Das schaffen sie angesichts des inhaltlich äußerst dürftigen Stückchens, das wir da zu sehen bekamen, sehr gut. Allen voran Abraham Singer in der Titelrolle des Gianni Schicchi. Eine Erbschaftskomödie als Einakter am Bette des verstorbenen Erbonkels, der die Familie nicht richtig bedacht hat. Das bietet Raum für Klamauk, ja, aber die Figuren sind nur flüchtig skizziert und so bleibt am Ende Puccinis schöne Musik und komödiantischer Charme der Darsteller.

bajazzo (Foto: theater) bajazzo (Foto: theater)

Gianni Schicchi soll es richten - und das tut er auch

Den Premierenbesuchern hat es gefallen, die Popularität des „Bajazzos“ und seine gute Umsetzung werden auch in den nächsten Vorstellungen ihr Publikum erreichen.

OLAF SCHULZE
Autor: nnz

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