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„Lilith. Paradise Loft”

Dienstag, 01. Februar 2011, 13:24 Uhr
Die ersten Menschen und die Liebe – eine neue Produktion des Theaterjugendclubs vor der Premiere. Die nnz mit einem Bericht über den "letzten" Stand der Vorbereitungen...

Besprechung (Foto: C. Wille) Besprechung (Foto: C. Wille)
Szenenbesprechung mit Regisseur Ronald Winter und Nina Kühne, der Darstellerin der Lilith

Wer kennt sie nicht – Adam und Eva, das erste Menschenpaar und somit Stammeltern aller Menschen auf Erden. So sagt es jedenfalls die biblische Erzählung. Im babylonischen Talmud beginnt die Schöpfungsgeschichte anders. Demnach gab es vor Eva noch „eine Andere“ – Lilith. Da Adam und Lilith von Gott gleichzeitig aus dem Staub der Erde erschaffen wurden, waren sie einander auch in jeder Hinsicht gleichgestellt. Klingt doch eigentlich gut, möchte man meinen. Sowohl im jüdischen Talmud als auch in der neuen Inszenierung von Ronald Winter „Lilith. Paradise Loft“ ist Adam jedoch etwas anderer Meinung.

Am 12. Februar bringt der Theaterjugendclub seine zweite Produktion in dieser Spielzeit auf die Bühne. Nach dem Puppenspiel „Der Barbier von Sevilla“ feiert nun „Lilith. Paradise Loft“ seine Premiere im Theater unterm Dach. Es geht um das göttliche „Experiment Mensch“.

Adam, der Prototyp „Mann“ bekommt von Samael seine zugedachte „Frau“ vorgestellt – Lilith. Zusammen sollen sie in einem Loft leben: Schlafen, Essen, Hobbys und Fortpflanzung stehen auf dem Tagesplan. Doch das Zusammenleben der beiden ist komplizierter als gedacht. So kommt es, dass Adam sich bald lieber ein anderes „Weibchen“ wünscht. Samael schickt ihm das Modell „Eva“ mit Fernbedienung. Dass Lilith das nicht einfach so hinnehmen kann, versteht sich von selbst. Und so nimmt die Komödie um Geschlechterrollen und Liebeswirren ihren Lauf. Mit dem religiösen Hintergrund wird aber respektvoll und niemals lächerlich umgegangen.

Regie führt Ronald Winter. Für ihn ist es bereits die 10. Jugendclub-Inszenierung am Theater Nordhausen. Nachdem „Nachsitzen“ letztes Jahr acht ausverkaufte Vorstellungen erlebte, erhoffen sich die Spieler für „Lilith“ einen ähnlichen Erfolg. Für die Premiere gibt es bereits jetzt nur noch wenige Karten.

Seit Oktober letzten Jahres sind die vier Darsteller aus dem Jugendclub fleißig am Proben. Es ist eine gemischte Truppe aus „alten Hasen“, die bereits seit einigen Jahren im Theaterjugendclub mitwirken, und neuen Gesichtern, für die „Lilith“ die erste Bühnenerfahrung darstellt. Die Probenzeit ist für alle ein besonderes Erlebnis. Zwar kennen sich die Jugendlichen untereinander aus dem Jugendclub, aber die Liebesszenen waren für die Spieler trotzdem erst mal eine Herausforderung.

„Wir haben auf den ‚Kuschelproben‘ immer spielerisch Nähe aufgebaut, beispielsweise durch Tanzen oder Standbilder. Dadurch sind wir viel lockerer geworden. Außerdem sprechen wir viel über die Gedanken und Gefühle unserer Figuren. Das macht es leichter“, erzählt Nina Kühne, die in der Produktion die Lilith spielt.

Die erste Liebe ist für jeden Jugendlichen aktuell. Viele erleben sie gerade, fiebern ihr entgegen oder haben sie bereits hinter sich. Es stellen sich einem Fragen, wie „Warum funktionieren manche Beziehungen, andere nicht?“ oder „Wie unabhängig kann man in einer Beziehung bleiben, wie stark muss man sich anpassen?“ Auch in „Lilith. Paradise Loft“ geht es um die erste Liebe, um Frauen und Männer, um Klischees – eine Parabel auf das Glück und Unglück des Erwachsenwerdens.

Karten für die Premiere am 12. Februar 2011 um 20.00 Uhr und die nächsten Vorstellungen 19. Februar um 19.30 Uhr und am 25. Februar um 19.30 Uhr gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 62) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
Autor: nnz

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