Bad Frankenhausen sehr gut aufgestellt
Mittwoch, 02. Februar 2011, 16:40 Uhr
Auf Erkundungstour durch Thüringen ist der Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37 Freistaat Sachsen, Brigadegeneral Gerd Kropf. Heute traf er sich mit Bad Frankenhauses Bürgermeister Matthias Strejc. Mit dabei vor Ort Ihre kn...
Seit 19. Oktober 2010 Brigadegeneral Gerd Kropf das Kommando über die Panzergrenadierbrigade 37 Freistaat Sachsen übernommen. Eigentlich müsste der Name anders lauten, denn von den rund 6.000 Soldaten der Einheit befinden sich rund 4.000 der Soldaten in Thüringer Standorten, wie Bad Frankenhausen (rund 1.700 Soldaten), Bad Salzungen, Gera und Gotha. Hauptstandort ist aber das sächsische Frankenberg und ein weiterer Standort ist Marienberg. Mit dem heutigen Besuch wollte sich Brigadegeneral Kropf einen Überblick über die Bedingungen am Standort Bad Frankenhausen machen.
Aber nicht nur um militärische Belange ging es. Wichtig für die Bundeswehr ist die Akzeptanz vor Ort. So freute er sich, dass es zwischen Brigadegeneral Kropf (Bild Mitte), Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) und dem Standordältesten Oberstleutnant Gunnar Steinseifer zu einem interessanten Gedankenaustausch kam, bei dem natürlich weniger die militärischen Aspekte im Vordergrund standen, sondern brandaktuell auch die Frage der Erhaltung des Bundeswehrstandortes im Vordergrund stand.
Zuerst stellte Brigadegeneral Kropf fest, dass alle Thüringer Standorte seiner Brigade eine hervorragende Infrastruktur haben. Oberstleutnant Steinseifer ergänzte, in den letzten Jahren seien rund 150 Millionen Euro in den Standort Bad Frankenhausen investiert worden. Mit dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Standortübungsplatz sei man natürlich auch in dieser Hinsicht gut aufgestellt.
In Hinblick auf den Bestand dieses Standortes sagte Brigadegeneral Kropf: Ich bin optimistisch, denn dass was ich hier in Bad Frankenhausen gesehen habe, hat mich beeindruckt. Er sieht die Möglichkeit in der Region einen Standort zu erhalten. Er kenne aber die Bedingungen am Standort Sondershausen und deren Eingliederung in den Bestand der Bundeswehr zu wenig, um eine Einschätzung über den Erhalt eines der Standorte (oder beide) geben zu können. Letztendlich muss der Bundestag entscheiden, welche Standorte erhalten bleiben, so Brigadegeneral Kropf gegenüber kn.
Unabhängig davon gehen die Planungen für einen weitere Auslandseinsatz weiter, bei dem voraussichtlich bis zu 3.000 Soldaten der Brigade im Auslandseinsatz sein werden. Bei so einer Zahl kann man sich ausrechnen, dass da der Erhalt so einer Einheit wie das Logistikbataillon 131 in Bad Frankenhausen sehr sinnvoll erscheint, so die laienhafte militärische Vorstellung bei kn. Übringes hat Brigadegeneral Kropf Erfahrung im Auslandseinsatz, war er doch 2005 Kommandeur 13. DEU Einsatzkontingent KFOR und stellvertretender Kommandeur Multinationale Brigade in Prizren/Kosovo.
Natürlich wurde bei dem Gedankenaustausch auch eine Tasse Kaffee getrunken.
Bürgermeister Matthias Strejc betonte die Verbundenheit der Region mit ihren Soldaten am Standort Bad Frankenhausen. Bad Frankenhausen ist seit 1972 Standort von Soldaten, erst der NVA der DDR und dann nahtlos der Übergang zur Bundeswehr. Die Verbundenheit der Region mit der Bundeswehr zeigt sich in den verschiedensten Arten. Ob bei Benefizkonzerten oder den vielen Patenschaften (Bad Frankenhausen und umliegenden Orten). Das stärkt den Rückhalt bei der Bevölkerung und deshalb hat sich der Stadtrat in einem Beschluss auch für den Erhalt des Bundeswehrstandortes ausgesprochen.
An einem Einzelbeispiel erläuterte Strejc, wie selbst einem Kind eines Bundeswehrsoldaten aus Leipzig über das Frankenhäuser Familienbündnisses ein Kindergartenplatz vermittelt wurde, obwohl es dazu keinen Rechtsanspruch gäbe. Oberstleutnant Steinseifer ergänzte auch in anderer Hinsicht. Mit seinen Rekruten die neu an den Standort kamen, wurde ein Stadtrundgang organisiert, damit jeder Soldat wisse, wie es in Bad Frankenhausen aussehe und man sich mit diesem Ort identifiziert. Und keine Frage, sowohl Steinseifer als auch Strejc waren sich absolut einig, auch wenn Bad Frankenhausen kein großer Ort ist, man hat viel mehr zu bieten, als nur schöne Landschaft.
In diesem Zusammenhang betonte Steinseifer nochmals, dass man sich bei diesjährigen Kyffhäuserberglauf noch wesentlich mehr als bisher logistisch einbinden will. Und auch das Ziel, ein Gelöbnis auf dem Kyffhäuser durchzuführen hat er nicht aus den Augen verloren. Selbst die Teilnahme von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht könnte klappen. Nur haben wir noch nicht genügend freiwillige Rekruten zur Hand, so Oberstleutnant Steinseifer mit Bedauern. Damit ging es zum letzten großen Thema dieses Gedankenaustausches, wie genügend freiwillige Rekruten für den Dienst in der Bundeswehr gewinnen.
Wir müssen den jungen Leute klar machen, dass auch die Bundeswehr eine mögliche und notwendige berufliche Entwicklung darstellt. Man müsse aber auch so ehrlich sein, den jungen Leuten nicht zu verschweigen, dass ein freiwilliger Dienst bei der Bundeswehr auch einen Auslandseinsatz nach sich ziehen kann, wenn man sich verpflichtet.
Zur Frage des Dienstes bei der Bundeswehr sagte Brigadegeneral Kropf aber auch in Richtung Zahl der Gewinnung an Rekruten: Qualität geht vor Quantität! Wir brauchen keine Rambos bei der Bundeswehr, sondern Qualität bei den Soldaten, auch von der Ausbildung her. Besonders für unsere Region sieht Brigadegeneral Kropf gute Chancen, eine ausreichende Anzahl von freiwillige dienenden Rekruten zu finden. Die Zahl der Arbeitsmöglichkeiten ist nun mal leider in der Region bei Weitem nicht so gut wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, wo die Bundeswehr starke Konkurrenz von vielen anderen Arbeitsplätzen hat.
Es besteht durch aus die Möglichkeit für die freiwillig dienenden Rekruten (ab 12 Monate bis längstens 23 Monate) einen Bundeswehrstandort der Wahl anzubieten. Und da sind die Bedingungen in Bad Frankenhausen sehr gut. Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben, so Steinseifer. Und für die bis 23 Monate dienenden Soldaten besteht sogar die Möglichkeit sesshaft zu werden, da auch die Unterbringung, neben der Stadt, auch in der Kaserne möglich gemacht werden soll.
Oberstleutnant Steinseifer informierte in diesem rahmen, des bereits jetzt über die Hälfte der Rekruten freiwillig länger dienende Soldaten sind. Für den Standort Bad Frankenhausen interessant, dass von den gut 1.700 Soldaten gerade mal 340 Rekruten sind. Bedingt ist dass durch die hohe Komplexität in so einem Logistikbataillon.
Zum Abschluss dieses Themenkomplexes betone Bürgermeister Strejc nochmals die Akzeptanz der Bundeswehr im Ort. Und auch Brigadegeneral Kropf wies von sich aus auf die wirtschaftliche Wichtigkeit für die Region hin, wenn man allein die Frage der Versorgung der Truppe sieht, die fast alle Produkte in der Region kauft. Und rund gerechnet 3.400 Brötchen müssen erst mal in der Region gebacken werden, so der Kommandeur mit Schmunzeln.
Abschließend kündigte Brigadegeneral Kropf an, dass er bald wieder nach Bad Frankenhausen kommen wolle, denn die nächste Kommandeurssitzung will er hier abhalten.
Autor: khhSeit 19. Oktober 2010 Brigadegeneral Gerd Kropf das Kommando über die Panzergrenadierbrigade 37 Freistaat Sachsen übernommen. Eigentlich müsste der Name anders lauten, denn von den rund 6.000 Soldaten der Einheit befinden sich rund 4.000 der Soldaten in Thüringer Standorten, wie Bad Frankenhausen (rund 1.700 Soldaten), Bad Salzungen, Gera und Gotha. Hauptstandort ist aber das sächsische Frankenberg und ein weiterer Standort ist Marienberg. Mit dem heutigen Besuch wollte sich Brigadegeneral Kropf einen Überblick über die Bedingungen am Standort Bad Frankenhausen machen.
Aber nicht nur um militärische Belange ging es. Wichtig für die Bundeswehr ist die Akzeptanz vor Ort. So freute er sich, dass es zwischen Brigadegeneral Kropf (Bild Mitte), Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) und dem Standordältesten Oberstleutnant Gunnar Steinseifer zu einem interessanten Gedankenaustausch kam, bei dem natürlich weniger die militärischen Aspekte im Vordergrund standen, sondern brandaktuell auch die Frage der Erhaltung des Bundeswehrstandortes im Vordergrund stand.
Zuerst stellte Brigadegeneral Kropf fest, dass alle Thüringer Standorte seiner Brigade eine hervorragende Infrastruktur haben. Oberstleutnant Steinseifer ergänzte, in den letzten Jahren seien rund 150 Millionen Euro in den Standort Bad Frankenhausen investiert worden. Mit dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Standortübungsplatz sei man natürlich auch in dieser Hinsicht gut aufgestellt.
In Hinblick auf den Bestand dieses Standortes sagte Brigadegeneral Kropf: Ich bin optimistisch, denn dass was ich hier in Bad Frankenhausen gesehen habe, hat mich beeindruckt. Er sieht die Möglichkeit in der Region einen Standort zu erhalten. Er kenne aber die Bedingungen am Standort Sondershausen und deren Eingliederung in den Bestand der Bundeswehr zu wenig, um eine Einschätzung über den Erhalt eines der Standorte (oder beide) geben zu können. Letztendlich muss der Bundestag entscheiden, welche Standorte erhalten bleiben, so Brigadegeneral Kropf gegenüber kn.
Unabhängig davon gehen die Planungen für einen weitere Auslandseinsatz weiter, bei dem voraussichtlich bis zu 3.000 Soldaten der Brigade im Auslandseinsatz sein werden. Bei so einer Zahl kann man sich ausrechnen, dass da der Erhalt so einer Einheit wie das Logistikbataillon 131 in Bad Frankenhausen sehr sinnvoll erscheint, so die laienhafte militärische Vorstellung bei kn. Übringes hat Brigadegeneral Kropf Erfahrung im Auslandseinsatz, war er doch 2005 Kommandeur 13. DEU Einsatzkontingent KFOR und stellvertretender Kommandeur Multinationale Brigade in Prizren/Kosovo.
Natürlich wurde bei dem Gedankenaustausch auch eine Tasse Kaffee getrunken.
Bürgermeister Matthias Strejc betonte die Verbundenheit der Region mit ihren Soldaten am Standort Bad Frankenhausen. Bad Frankenhausen ist seit 1972 Standort von Soldaten, erst der NVA der DDR und dann nahtlos der Übergang zur Bundeswehr. Die Verbundenheit der Region mit der Bundeswehr zeigt sich in den verschiedensten Arten. Ob bei Benefizkonzerten oder den vielen Patenschaften (Bad Frankenhausen und umliegenden Orten). Das stärkt den Rückhalt bei der Bevölkerung und deshalb hat sich der Stadtrat in einem Beschluss auch für den Erhalt des Bundeswehrstandortes ausgesprochen.
An einem Einzelbeispiel erläuterte Strejc, wie selbst einem Kind eines Bundeswehrsoldaten aus Leipzig über das Frankenhäuser Familienbündnisses ein Kindergartenplatz vermittelt wurde, obwohl es dazu keinen Rechtsanspruch gäbe. Oberstleutnant Steinseifer ergänzte auch in anderer Hinsicht. Mit seinen Rekruten die neu an den Standort kamen, wurde ein Stadtrundgang organisiert, damit jeder Soldat wisse, wie es in Bad Frankenhausen aussehe und man sich mit diesem Ort identifiziert. Und keine Frage, sowohl Steinseifer als auch Strejc waren sich absolut einig, auch wenn Bad Frankenhausen kein großer Ort ist, man hat viel mehr zu bieten, als nur schöne Landschaft.
In diesem Zusammenhang betonte Steinseifer nochmals, dass man sich bei diesjährigen Kyffhäuserberglauf noch wesentlich mehr als bisher logistisch einbinden will. Und auch das Ziel, ein Gelöbnis auf dem Kyffhäuser durchzuführen hat er nicht aus den Augen verloren. Selbst die Teilnahme von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht könnte klappen. Nur haben wir noch nicht genügend freiwillige Rekruten zur Hand, so Oberstleutnant Steinseifer mit Bedauern. Damit ging es zum letzten großen Thema dieses Gedankenaustausches, wie genügend freiwillige Rekruten für den Dienst in der Bundeswehr gewinnen.
Wir müssen den jungen Leute klar machen, dass auch die Bundeswehr eine mögliche und notwendige berufliche Entwicklung darstellt. Man müsse aber auch so ehrlich sein, den jungen Leuten nicht zu verschweigen, dass ein freiwilliger Dienst bei der Bundeswehr auch einen Auslandseinsatz nach sich ziehen kann, wenn man sich verpflichtet.
Zur Frage des Dienstes bei der Bundeswehr sagte Brigadegeneral Kropf aber auch in Richtung Zahl der Gewinnung an Rekruten: Qualität geht vor Quantität! Wir brauchen keine Rambos bei der Bundeswehr, sondern Qualität bei den Soldaten, auch von der Ausbildung her. Besonders für unsere Region sieht Brigadegeneral Kropf gute Chancen, eine ausreichende Anzahl von freiwillige dienenden Rekruten zu finden. Die Zahl der Arbeitsmöglichkeiten ist nun mal leider in der Region bei Weitem nicht so gut wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, wo die Bundeswehr starke Konkurrenz von vielen anderen Arbeitsplätzen hat.
Es besteht durch aus die Möglichkeit für die freiwillig dienenden Rekruten (ab 12 Monate bis längstens 23 Monate) einen Bundeswehrstandort der Wahl anzubieten. Und da sind die Bedingungen in Bad Frankenhausen sehr gut. Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben, so Steinseifer. Und für die bis 23 Monate dienenden Soldaten besteht sogar die Möglichkeit sesshaft zu werden, da auch die Unterbringung, neben der Stadt, auch in der Kaserne möglich gemacht werden soll.
Oberstleutnant Steinseifer informierte in diesem rahmen, des bereits jetzt über die Hälfte der Rekruten freiwillig länger dienende Soldaten sind. Für den Standort Bad Frankenhausen interessant, dass von den gut 1.700 Soldaten gerade mal 340 Rekruten sind. Bedingt ist dass durch die hohe Komplexität in so einem Logistikbataillon.
Zum Abschluss dieses Themenkomplexes betone Bürgermeister Strejc nochmals die Akzeptanz der Bundeswehr im Ort. Und auch Brigadegeneral Kropf wies von sich aus auf die wirtschaftliche Wichtigkeit für die Region hin, wenn man allein die Frage der Versorgung der Truppe sieht, die fast alle Produkte in der Region kauft. Und rund gerechnet 3.400 Brötchen müssen erst mal in der Region gebacken werden, so der Kommandeur mit Schmunzeln.
Abschließend kündigte Brigadegeneral Kropf an, dass er bald wieder nach Bad Frankenhausen kommen wolle, denn die nächste Kommandeurssitzung will er hier abhalten.


