Bangen um Ausfuhren
Donnerstag, 03. Februar 2011, 11:17 Uhr
Der Aufstand in Ägypten greift auf immer mehr arabische Länder über. Armut, Arbeitslosigkeit, Korruption und fehlende Zukunftsperspektiven treiben die Menschen auf die Straßen. Und es gibt die wirtschaftliche Seite der Proteste, die auch um Thüringen herum keinen Bogen machen...
Die Protestaktionen in Tunesien, Ägypten, Jordanien und Jemen beunruhigen nun auch in zunehmenden Maße Thüringer Exportfirmen, die in den Ländern Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aktiv sind. Nicht nur Ägypten-Urlauber sind geschockt. Auch Thüringer Exportfirmen blicken immer besorgter in die arabische Welt und verfolgen genau die aktuelle Entwicklung, erklärt Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Derzeit seien 177 einheimische Firmen bei der IHK registriert, die in den Ländern Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aktiv sind. Wichtigste Partner in der Krisenregion wären Ägypten, Marokko und Jordanien. Insbesondere Medizin- und Solartechnik, Maschinen sowie Umwelttechnologien würden zu den Thüringer Exportgütern zählen.
Im vergangen Jahr lieferten Firmen aus dem Freistaat Waren im Wert von rund 90 Millionen Euro in die arabischen Staaten. Zwar ist das Handelsvolumen noch relativ klein, jedoch steht für den Freistaat ein wachsender Markt mit derzeit fast 250 Millionen Verbrauchern auf dem Spiel, unterstreicht der IHK-Chef.
Besonders explosiv sei die Situation gegenwärtig in Ägypten. Nach Informationen der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer in Kairo stehe die Produktion bei den ansässigen deutschen Firmen weitgehend still. Momentan habe die Sicherheit der einzelnen Mitarbeiter natürlich absolute Priorität. Die Mobilität der Unternehmen sei deutlich eingeschränkt – Ausgangssperren, Lieferengpässe sowie abgeschaltetes Internet und Mobilfunk würden das ohnehin chaotische Geschehen überschatten.
Grusser verweist auch auf die Bedeutung Ägyptens für den globalen Warenfluss. Etwa acht Prozent des Welthandels werden durch den Suezkanal transportiert, gibt der IHK-Chef zu bedenken. Das sollte nicht unterschätzt werden. Die Angst vor einer weiteren Eskalation in Ägypten treibe bereits jetzt den Ölpreis in die Höhe. Inzwischen koste das Barrel über 100 US-Dollar. Das Land am Nil ist zwar nur ein kleiner Erdölproduzent, aber der Suezkanal einer der wichtigsten Transportwege, warnt Grusser vor den Auswirkungen einer instabilen Situation auf die Rohstoffpreise.
Autor: nnzDie Protestaktionen in Tunesien, Ägypten, Jordanien und Jemen beunruhigen nun auch in zunehmenden Maße Thüringer Exportfirmen, die in den Ländern Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aktiv sind. Nicht nur Ägypten-Urlauber sind geschockt. Auch Thüringer Exportfirmen blicken immer besorgter in die arabische Welt und verfolgen genau die aktuelle Entwicklung, erklärt Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Derzeit seien 177 einheimische Firmen bei der IHK registriert, die in den Ländern Nordafrikas und der arabischen Halbinsel aktiv sind. Wichtigste Partner in der Krisenregion wären Ägypten, Marokko und Jordanien. Insbesondere Medizin- und Solartechnik, Maschinen sowie Umwelttechnologien würden zu den Thüringer Exportgütern zählen.
Im vergangen Jahr lieferten Firmen aus dem Freistaat Waren im Wert von rund 90 Millionen Euro in die arabischen Staaten. Zwar ist das Handelsvolumen noch relativ klein, jedoch steht für den Freistaat ein wachsender Markt mit derzeit fast 250 Millionen Verbrauchern auf dem Spiel, unterstreicht der IHK-Chef.
Besonders explosiv sei die Situation gegenwärtig in Ägypten. Nach Informationen der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer in Kairo stehe die Produktion bei den ansässigen deutschen Firmen weitgehend still. Momentan habe die Sicherheit der einzelnen Mitarbeiter natürlich absolute Priorität. Die Mobilität der Unternehmen sei deutlich eingeschränkt – Ausgangssperren, Lieferengpässe sowie abgeschaltetes Internet und Mobilfunk würden das ohnehin chaotische Geschehen überschatten.
Grusser verweist auch auf die Bedeutung Ägyptens für den globalen Warenfluss. Etwa acht Prozent des Welthandels werden durch den Suezkanal transportiert, gibt der IHK-Chef zu bedenken. Das sollte nicht unterschätzt werden. Die Angst vor einer weiteren Eskalation in Ägypten treibe bereits jetzt den Ölpreis in die Höhe. Inzwischen koste das Barrel über 100 US-Dollar. Das Land am Nil ist zwar nur ein kleiner Erdölproduzent, aber der Suezkanal einer der wichtigsten Transportwege, warnt Grusser vor den Auswirkungen einer instabilen Situation auf die Rohstoffpreise.
