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Tausende von Theaterbesuchern begrüßt

Montag, 07. Februar 2011, 12:41 Uhr
Ein Leben ohne Theater kann sich Anita Schöffl eigentlich gar nicht vorstellen. 17 Jahre lang war sie am Theater Nordhausen im Einlassdienst beschäftigt, hat hier Tausende von Theaterbesuchern begrüßt. Jetzt wird sie das Theater als Zuschauerin genießen. Anita Schöffl hat ihre Berufstätigkeit beendet und tritt den wohlverdienten Ruhestand an.

Verabschiedet (Foto: I. Kühn) Verabschiedet (Foto: I. Kühn)
Intendant Lars Tietje und Verwaltungsdirektorin verabschiedeten Anita Schöffl herzlich und dankten ihr nochmals für all die Jahre im Theater

Anita Schöffl kann sich noch genau an ihren ersten Dienst an der Garderobe des Theaters erinnern. Es lief eine Vorstellung des Musicals „Der kleine Horrorladen“, es war im Mai 1994. Damals wurde dringend eine Aushilfe an der Garderobe gebraucht. Das Theater war ihr nicht neu. Die Nordhäuserin hatte sich schon immer dafür begeistert. Von der Schule an bis zur Wende, unzählige Vorstellungen hat sie besucht. Durch ihren Sohn Kay blieb sie ebenfalls mit dem Theater verbunden, denn er begann 1988 am damaligen Stadttheater als Bühnentechniker begonnen. Und er war es auch, der seine Mutter fragte, ob sie nicht mal an der Garderobe aushelfen konnte. Zunächst für ein Jahr, daraus wurden 17.

Diese Jahre möchte Anita Schöffl nicht missen. Auch wenn es manchmal nicht einfach war, alles unter einen Hut zu bekommen. Die Arbeitszeit war nicht ohne. Wenn ihr Ehemann nach der Arbeit nach Hause kam, musste sie los, auch an Wochenenden und an Feiertagen. Im Garten war er dann oft allein. Aber mit der Zeit gewöhnte er sich daran.

Anita Schöffl war in ihrer Theaterzeit verantwortlich für ein Team von durchschnittlich zwölf Leuten, die am Einlass und an der Garderobe Dienst hatten. Und wenn jemand krank wurde, sprang sie oft noch in zusätzlichen Schichten ein. Als ehemalige Disponentin bei Tabak Nordhausen – 19 Jahre war sie dort angestellt – war sie es gewohnt, Pläne zu erstellen, Termine zu vereinbaren, Leute einzuteilen. Lachend erzählt Anita Schöffl, dass sie sich am Anfang im großen Theatergebäude oft verlaufen habe.

Viele Kontakte konnte sie in den 17 Jahren knüpfen. Die Zuschauer kamen mit vielen Fragen, zu den Stücken auf der Bühne bis hin zum Theater selbst, wollten wissen, wann es erbaut und eröffnet wurde und hatten auch immer wieder Fragen zu den Künstlern. Gern erinnert sie sich an die vielen Bühnenbälle, die für sie immer ein Highlight waren. Auch die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen sind für sie etwas ganz Besonderes gewesen.

Wie viele Mäntel und Jacken sie in den zurückliegenden Jahren entgegengenommen und ausgegeben hat, lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Viele Zuschauer kannten Anita Schöffl inzwischen mit Namen. Auf der Straße wird sie auch sehr oft angehalten und nach dem Spielplan oder nach Stücken befragt. Und ihre Meinung zum Theater: Wer hier einmal war, kommt immer wieder. Der Abschied vom Theater ist ihr sicher nicht leicht gefallen. Mit ihrem Mann gönnt sich Anita Schöffl nun erst einmal einen längeren Urlaub in der Sonne.

Wenn sie auch später dann nicht mehr an der Garderobe stehen wird, im Theater wird man ihr wieder begegnen, denn für sie steht es außer Frage, dass sie auch weiterhin die Vorstellungen besuchen wird. Und vielleicht wird ja auch wieder einmal eine Aushilfe gebraucht….
Autor: nnz

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