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nnz-Glosse

Mittwoch, 16. Februar 2011, 15:31 Uhr
Vier Frauen und ein Vater stehen heute im Mittelpunkt der satirischen Betrachtungen von Olaf Schulze. Und alle fünf haben eins gemeinsam: sie verdienen ihr Geld in der Showbranche.

Da kamen mir beim Lesen vor lauter Mitleid die Tränen: Der frustrierte Vater Billy Ray Cyrus hat festgestellt, dass die Familienserie „Hannah Montana“, in der seine Tochter Miley mitspielen musste, sein glückliches Familienleben zerstört hat. Bis zur Scheidung von seiner Ehefrau führte das alles. Und Billy Ray würde es so gern ungeschehen machen. Also nicht die Ehe, aber die Serie.

Nun ist Papa Cyrus nicht etwa Gleisbauer oder Fensterputzer und mit den Gegebenheiten des Show-Biz schlecht vertraut – nein, er ist Countrymusiker und spielte sich in vielen Folgen der erfolgreichen Serie an der Seite seiner Tochter selbst. Vielleicht verklagt er ja nun den american way of life oder das Leben allgemein auf Schadensersatz, weil ihm so übel „mitgespielt“ wurde. Die erforderlichen Anwälte kann er ja mit den Millionen-Gagen aus der Serie finanzieren, die er jahrelang eingestrichen hat.

Da ist Lady Gaga viel sympathischer. Die ist wenigstens ehrlich – so sagte sie selbst es der Boulevardpresse, die es auch prompt druckt. Weil die Künstlerin nämlich zugibt, zur Steigerung ihrer Kreativität beim Stückeschreiben gelegentlich Drogen und Alkohol zu konsumieren. Sie rauche gerne mal ein Tütchen Pot und tränke den einen oder anderen Whiskey dazu, ließ sie verlauten.

Gut und schön – aber wenn sie das schon tut, warum nimmt sie nicht Stimulans, die zu besserer und hörbarer Musik führen? Ob es am Whiskey liegt? Vielleicht sollte sie es mal mit richtigem Whisky aus Übersee probieren.

Dort in Übersee – von Lady Gaga aus gesehen – wird gerade eine ganz offensichtlich schwer kranke Fernsehmoderatorin zurück auf den Bildschirm gehievt. Nach der höchst fragwürdigen Heiratsantragsinszenierung anlässlich einer Preisverleihung – nicht wenige Beobachter sprachen in diesem Zusammenhang auch das Wort „Peinlich“ offen aus – soll die Ex-Sportreporterin Monika Lierhaus nun dem deutschen Volk wöchentlich die Gewinnzahlen der Glücksspirale offerieren. Sie wird es völlig emotionslos tun, denn genau das ist ihr Krankenbild: eine Störung der Emotionsfähigkeit.

Dafür sorgt die durchgesickerte Höhe ihrer Entschädigung von jährlich 450.000 Euro für einige Emotionen. Nicht bei denen in der ARD, die ihr großherzig das Geld der Steuerzahler (oder auch der Lottospieler) geben wollen, nein. Wohl aber bei denen, die bisher dachten, die Glücksspirale wäre kein Selbstbedienungsladen, sondern eine Geldbeschaffungsquelle mit wirklich karitativem Hintergrund.

Und was macht eigentlich Christina Aguilera im Moment?
Richtig; die lernt weiter den Text für ihre Nationalhymne.


OLAF SCHULZE
Autor: nnz

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