Zwei Meldungen - ein Thema
Samstag, 19. Februar 2011, 07:01 Uhr
Fast zeitgleich liefen bei kn Pressemeldungen ein, die sich mit der Jagd befassen, einmal von der Thüringer Landesregierung, und einmel von einer Organisation zum Schutz der Füchse. Bei letzterer Meldung kommt man ins Grübeln...
Zuert die Meldung aus dem Thüringer Umweltministerium:
Gemeinsame Erklärung in Erfurt unterzeichnet
Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz und der Präsident des Landesjagdverbandes Thüringen e. V., Herr Steffen Liebig, haben heute eine Erklärung über die weitere Zusammenarbeit bei jagdpolitischen Themen in Thüringen unterzeichnet.
Auf Grundlage der Vereinbarung sollen vier Arbeitsgruppen zu jagdpolitischen Fragen gebildet werden. Beide Seiten erwarten, dass sich weitere Verbände und Institutionen im Sinne der Partizipation daran beteiligen. Dabei geht es um Interessenwahrnehmung für die Eigentümer, um der naturnahen Waldentwicklung in Thüringen noch besser als bisher zu entsprechen und wichtige Rahmenbedingungen für den ökologischen Waldumbau zu schaffen. Minister Reinholz betont die Einheit jagdlicher und forstlicher Nachhaltigkeitskriterien. Ein wichtiges Ziel ist es, die regional in unterschiedlicher Höhe auftretenden Wildschäden im Wald auf ein verträgliches Maß abzusenken, sagte der Minister. Voraussetzungen dafür seien angepasste Wildbestände.
Die Unterzeichner der Gemeinsamen Erklärung sprechen sich im Hinblick auf die Arbeitsgruppen für die Beteiligung des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber e. V. (TVJE), des Waldbesitzerverbandes für Thüringen e. V. (WBV), des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen (GStBTh), des Thüringer Bauernverbandes e. V. (TBV) sowie von Vertretern der Landesanstalten für Landwirtschaft und für Wald, Jagd und Fischerei aus.
Unter anderem wird mit der Vereinbarung angestrebt, die Thüringer Jäger- und Falknerprüfungsordnung einschließlich des dazugehörigen Ausbildungsrahmenplanes im Sinne der Förderung des Jägernachwuchses zu überarbeiten. Diese soll den jagdpraktischen Erfordernissen besser als bisher gerecht werden. Minister Reinholz und Präsident Liebig sprechen sich zudem für die flächendeckende Präsenz von Hochwild- und Niederwildhegegemeinschaften aus. Diese jagdlichen Organisationsformen können entscheidend zur Deregulierung und zur Vereinfachung bei der Jagdausübung beitragen. Beide Seiten appellieren gemeinsam an die Dialogbereitschaft der beteiligten Akteure und deren Willen zur Konsensfindung, wenn unterschiedliche Auffassungen zu Tage treten.
Minister Reinholz zeigt sich erfreut über die Bereitschaft des Landesjagdverbandes, sich aktiv in den Dialogprozess zum Thüringer Forstprogramm und die Erarbeitung der Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt einzubringen.
Informationen zum Jagdwesen in Thüringen
Von den ca. 2,3 Millionen Einwohnern Thüringens haben ca. 10.500 Personen einen gültigen Jagdschein und bejagen 1,43 Millionen Hektar Jagdfläche. Davon entfallen ca. 880.000 Hektar auf landwirtschaftliche Nutzflächen und ca. 547.000 Hektar auf Wald. Die Jagdausübung erfolgt in 1.900 Jagdgenossenschaften und 600 Eigenjagdbezirken. Das Land übt das Jagdrecht in 28 Landesjagdbezirken mit ca. 190.000 Hektar aus.
Die hoheitlichen Aufgaben werden von 23 unteren Jagdbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte wahrgenommen.
Von den 10.500 Jagdscheininhabern in Thüringen sind ca. 8.400 Mitglieder in den dem Landesjagdverband Thüringen e. V. angeschlossenen Mitgliedsvereinen.
Von Thüringens Jägern und deren Gästen wurden im Jagdjahr 2009/2010 unter anderem
- 4.500 Stück Rotwild,
- 1.030 Stück Damwild,
- 1.333 Stück, Muffelwild,
- 20.276 Stück Schwarzwild,
- 35.300 Stück Rehwild und
- 24.314 Stück Füchse
erlegt.
Die Zahl der erlegt Füchse wurde von kn nachträglich als Fettdruck markiert, weil sich eine Organisation zum Schutz von Füchsen gebildet hat.
70 Organisationen fordern Ende der grausamen Fuchsjagd
Füchse werden in den meisten Bundesländern wie kaum ein anderes Wildtier verfolgt - ganzjährig ohne reguläre Schonzeit. Der Gesundheitspolizist unserer Wälder wird dabei oft wie ein Schädling behandelt und auch mit besonders umstrittenen Jagdarten verfolgt, die andernorts längst verboten sind. Im Rahmen der bundesweiten Initiative "Schonzeit für Füchse" setzen sich nunmehr 70 Organisationen dafür ein, dass dem Fuchs mehr Schutz vor Nachstellungen zugestanden wird.
Die vollständige Pressemeldung gibt es hier: www.schonzeit-fuer-fuechse.de/presse/PM05-GrausameFuchsjagd.pdf
- Fallenjagd: Verstümmelungen sind an der Tagesordnung
- Baujagd: Quälerei von Fuchs und Hund
- Schliefanlagen: Die Leiden der "Übungsfüchse"
- Fallenjagd, Baujagd, Schliefanlagen: Vielerorts bereits verboten
Die Initiative "Schonzeit für Füchse" wurde Ende 2010 von Dag Frommhold und Lovis Kauertz gegründet. Stand Februar 2011 wird die Initiative von 70 Organisationen aus den Bereichen Tierschutz, Tierrechte, Naturschutz und Politik unterstützt. Webseite: www.schonzeit-fuer-fuechse.de
Die Füchse als Gesundheitspolizei? Da fragt man sich, warum schießt man dann die Gesundheitspolizei ab? Ein Forstmann sagte kn erst jüngst, die Füchse sind wichtig bei der Bekämpfung der Mäuse im Wald. Der Nutzen ist höher als der Schaden, weil ein Fuchs auch mal ein anderes Tier in die Fänge nimmt. Und ein anderer Forstmann sagte kn gar, Füchse abschießen lohnt nicht, weil man auch noch für die nicht gerade billige Entsorgung aufkommen müsse.
Da fragt man sich natürlich, warum wurden da in Thüringen 24.314 Stück Füchse abgeschossen? Und der fuchs soll wegen sehr wirksamer Impfungen auch kein gefährlicher Tollwutüberträger mehr sein. Was stimmt hier. Der Laie kommt da schwer ins Grübeln.
Autor: khhZuert die Meldung aus dem Thüringer Umweltministerium:
Gemeinsame Erklärung in Erfurt unterzeichnet
Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz und der Präsident des Landesjagdverbandes Thüringen e. V., Herr Steffen Liebig, haben heute eine Erklärung über die weitere Zusammenarbeit bei jagdpolitischen Themen in Thüringen unterzeichnet.
Auf Grundlage der Vereinbarung sollen vier Arbeitsgruppen zu jagdpolitischen Fragen gebildet werden. Beide Seiten erwarten, dass sich weitere Verbände und Institutionen im Sinne der Partizipation daran beteiligen. Dabei geht es um Interessenwahrnehmung für die Eigentümer, um der naturnahen Waldentwicklung in Thüringen noch besser als bisher zu entsprechen und wichtige Rahmenbedingungen für den ökologischen Waldumbau zu schaffen. Minister Reinholz betont die Einheit jagdlicher und forstlicher Nachhaltigkeitskriterien. Ein wichtiges Ziel ist es, die regional in unterschiedlicher Höhe auftretenden Wildschäden im Wald auf ein verträgliches Maß abzusenken, sagte der Minister. Voraussetzungen dafür seien angepasste Wildbestände.
Die Unterzeichner der Gemeinsamen Erklärung sprechen sich im Hinblick auf die Arbeitsgruppen für die Beteiligung des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber e. V. (TVJE), des Waldbesitzerverbandes für Thüringen e. V. (WBV), des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen (GStBTh), des Thüringer Bauernverbandes e. V. (TBV) sowie von Vertretern der Landesanstalten für Landwirtschaft und für Wald, Jagd und Fischerei aus.
Unter anderem wird mit der Vereinbarung angestrebt, die Thüringer Jäger- und Falknerprüfungsordnung einschließlich des dazugehörigen Ausbildungsrahmenplanes im Sinne der Förderung des Jägernachwuchses zu überarbeiten. Diese soll den jagdpraktischen Erfordernissen besser als bisher gerecht werden. Minister Reinholz und Präsident Liebig sprechen sich zudem für die flächendeckende Präsenz von Hochwild- und Niederwildhegegemeinschaften aus. Diese jagdlichen Organisationsformen können entscheidend zur Deregulierung und zur Vereinfachung bei der Jagdausübung beitragen. Beide Seiten appellieren gemeinsam an die Dialogbereitschaft der beteiligten Akteure und deren Willen zur Konsensfindung, wenn unterschiedliche Auffassungen zu Tage treten.
Minister Reinholz zeigt sich erfreut über die Bereitschaft des Landesjagdverbandes, sich aktiv in den Dialogprozess zum Thüringer Forstprogramm und die Erarbeitung der Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt einzubringen.
Informationen zum Jagdwesen in Thüringen
Von den ca. 2,3 Millionen Einwohnern Thüringens haben ca. 10.500 Personen einen gültigen Jagdschein und bejagen 1,43 Millionen Hektar Jagdfläche. Davon entfallen ca. 880.000 Hektar auf landwirtschaftliche Nutzflächen und ca. 547.000 Hektar auf Wald. Die Jagdausübung erfolgt in 1.900 Jagdgenossenschaften und 600 Eigenjagdbezirken. Das Land übt das Jagdrecht in 28 Landesjagdbezirken mit ca. 190.000 Hektar aus.
Die hoheitlichen Aufgaben werden von 23 unteren Jagdbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte wahrgenommen.
Von den 10.500 Jagdscheininhabern in Thüringen sind ca. 8.400 Mitglieder in den dem Landesjagdverband Thüringen e. V. angeschlossenen Mitgliedsvereinen.
Von Thüringens Jägern und deren Gästen wurden im Jagdjahr 2009/2010 unter anderem
- 4.500 Stück Rotwild,
- 1.030 Stück Damwild,
- 1.333 Stück, Muffelwild,
- 20.276 Stück Schwarzwild,
- 35.300 Stück Rehwild und
- 24.314 Stück Füchse
erlegt.
Die Zahl der erlegt Füchse wurde von kn nachträglich als Fettdruck markiert, weil sich eine Organisation zum Schutz von Füchsen gebildet hat.
70 Organisationen fordern Ende der grausamen Fuchsjagd
Füchse werden in den meisten Bundesländern wie kaum ein anderes Wildtier verfolgt - ganzjährig ohne reguläre Schonzeit. Der Gesundheitspolizist unserer Wälder wird dabei oft wie ein Schädling behandelt und auch mit besonders umstrittenen Jagdarten verfolgt, die andernorts längst verboten sind. Im Rahmen der bundesweiten Initiative "Schonzeit für Füchse" setzen sich nunmehr 70 Organisationen dafür ein, dass dem Fuchs mehr Schutz vor Nachstellungen zugestanden wird.
Die vollständige Pressemeldung gibt es hier: www.schonzeit-fuer-fuechse.de/presse/PM05-GrausameFuchsjagd.pdf
- Fallenjagd: Verstümmelungen sind an der Tagesordnung
- Baujagd: Quälerei von Fuchs und Hund
- Schliefanlagen: Die Leiden der "Übungsfüchse"
- Fallenjagd, Baujagd, Schliefanlagen: Vielerorts bereits verboten
Die Initiative "Schonzeit für Füchse" wurde Ende 2010 von Dag Frommhold und Lovis Kauertz gegründet. Stand Februar 2011 wird die Initiative von 70 Organisationen aus den Bereichen Tierschutz, Tierrechte, Naturschutz und Politik unterstützt. Webseite: www.schonzeit-fuer-fuechse.de
Die Füchse als Gesundheitspolizei? Da fragt man sich, warum schießt man dann die Gesundheitspolizei ab? Ein Forstmann sagte kn erst jüngst, die Füchse sind wichtig bei der Bekämpfung der Mäuse im Wald. Der Nutzen ist höher als der Schaden, weil ein Fuchs auch mal ein anderes Tier in die Fänge nimmt. Und ein anderer Forstmann sagte kn gar, Füchse abschießen lohnt nicht, weil man auch noch für die nicht gerade billige Entsorgung aufkommen müsse.
Da fragt man sich natürlich, warum wurden da in Thüringen 24.314 Stück Füchse abgeschossen? Und der fuchs soll wegen sehr wirksamer Impfungen auch kein gefährlicher Tollwutüberträger mehr sein. Was stimmt hier. Der Laie kommt da schwer ins Grübeln.
