PS: Der Doktor und das liebe Volk
Dienstag, 01. März 2011, 07:02 Uhr
nnz-Leser Jürgen Wiethoff hatte sich vor einigen Tagen schon einmal mit dem Freiherrn "beschäftigt". Jetzt ist eine Fortsetzung "fällig"...
Nun wissen wir die Reaktion des Doktorvaters von KT auf die weiteren Entwicklungen: Der Bayreuther Jura-Professor Peter Häberle (76) schreibt von schwerwiegenden, nicht akzeptablen Mängeln und davon, dass die Umstände der von ihm betreuten Promotion geeignet seien, den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen.
Dass er die Arbeit nach erstem Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst verteidigt hatte, war eine erste spontane und letztlich zu vorschnelle Reaktion. Was war dann eigentlich die ursprüngliche Bewertung der Arbeit mit der Bestnote? Ein halbes Jahr purer Stress? Zwischen nicht akzeptabel und summa cum laude liegen doch Welten!
Prof. Häberle war zurzeit der Promotion von KT bereits über 70 Jahre alt. Das kann aber keine Entschuldigung für die Promotionskommission und die damalige Leitung der Uni Bayreuth sein. Wer einen über 70-jährigen beschäftigt und gut bezahlt, sollte auch prüfen können, ob der sein Geld noch wert ist.
So fragt sich nun das zu Recht gar nicht mehr so liebe Volk, wie möglicherweise andere Doktortitel zustande gekommen sind und was sie eigentlich wert sind.
Wir vertrauen unserem Hausarzt, weil er unsere Gesundheit wiederherstellt oder erhält und immer noch ein freundliches Wort für uns übrig hat. Vertrauen wir ihm zukünftig noch mehr, weil er seinen Doktortitel noch zu tiefsten DDR-Zeiten ehrlich erworben hat? Dürfen wir nur noch unseren allerbesten Freunden erzählen, wie gut der Mann ist, damit er nicht eines Tages vor Arbeitsüberlastung zusammenbricht? Was machen wir, wenn uns mal auf Reisen schlecht wird oder unser Hausarzt Urlaub hat?
Diese Beispielfragen kann man beliebig auf andere Bereiche gültig umformulieren. Der eigentliche Skandal ist nicht der Minister nunmehr ohne Doktortitel – davon gab und gibt es viele - , sondern dass er ihn vor nicht gar zu langer Zeit erhalten hat.
Bestehen bleibt auch die Frage, warum die wahren Urheber von KT´s Doktorarbeit so lange geschwiegen haben.
Jürgen Wiethoff
Nun wissen wir die Reaktion des Doktorvaters von KT auf die weiteren Entwicklungen: Der Bayreuther Jura-Professor Peter Häberle (76) schreibt von schwerwiegenden, nicht akzeptablen Mängeln und davon, dass die Umstände der von ihm betreuten Promotion geeignet seien, den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen.
Dass er die Arbeit nach erstem Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst verteidigt hatte, war eine erste spontane und letztlich zu vorschnelle Reaktion. Was war dann eigentlich die ursprüngliche Bewertung der Arbeit mit der Bestnote? Ein halbes Jahr purer Stress? Zwischen nicht akzeptabel und summa cum laude liegen doch Welten!
Prof. Häberle war zurzeit der Promotion von KT bereits über 70 Jahre alt. Das kann aber keine Entschuldigung für die Promotionskommission und die damalige Leitung der Uni Bayreuth sein. Wer einen über 70-jährigen beschäftigt und gut bezahlt, sollte auch prüfen können, ob der sein Geld noch wert ist.
So fragt sich nun das zu Recht gar nicht mehr so liebe Volk, wie möglicherweise andere Doktortitel zustande gekommen sind und was sie eigentlich wert sind.
Wir vertrauen unserem Hausarzt, weil er unsere Gesundheit wiederherstellt oder erhält und immer noch ein freundliches Wort für uns übrig hat. Vertrauen wir ihm zukünftig noch mehr, weil er seinen Doktortitel noch zu tiefsten DDR-Zeiten ehrlich erworben hat? Dürfen wir nur noch unseren allerbesten Freunden erzählen, wie gut der Mann ist, damit er nicht eines Tages vor Arbeitsüberlastung zusammenbricht? Was machen wir, wenn uns mal auf Reisen schlecht wird oder unser Hausarzt Urlaub hat?
Diese Beispielfragen kann man beliebig auf andere Bereiche gültig umformulieren. Der eigentliche Skandal ist nicht der Minister nunmehr ohne Doktortitel – davon gab und gibt es viele - , sondern dass er ihn vor nicht gar zu langer Zeit erhalten hat.
Bestehen bleibt auch die Frage, warum die wahren Urheber von KT´s Doktorarbeit so lange geschwiegen haben.
Jürgen Wiethoff
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
