Die besseren Crazy Horse?
Montag, 14. März 2011, 18:45 Uhr
Am vergangenen Freitagabend (11.3.) gastierte das Quintett Rusties aus dem norditalienischen Bergamo in der Eingangshalle des Panorama Museums. Wie das Konzert verlief, verrät Fred Böhme...
Die Rusties sind Marco Grompi (Gesang und Gitarre), der jenseits der Rusties als Promoter für verschiedene Bands und Musikjournalist arbeitet, Osvaldo Ardenghi (Gitarre, Gesang) sonst als Stand-Up-Komödiant tätig, Massimo Piccinelli (Keyboard), Dario Filippi (Bass, Gesang), Beschallungstechniker am Theater und Workshopleiter von Projekten mit Grundschülern und der Jüngste in der Truppe Paolo Guerini (Schlagzeug), der in der Firma seines Papa arbeitet. Fünf Musiker, fünf äußerst verschiedene Charaktere, die aber auf der Bühne sich ganz der gemeinsamen Musik unterordneten und einen erstaunlich homogenen Bandsound kreierten.
Als ehemalige Neil-Young-Coverband bestritten sie den Abend fast ausschließlich mit eigenem Repertoire ihrer beiden Alben "Move Along" 2009 und "Wild Dogs" 2011. Der Auftakt fiel mit "Eclipse" von ihrem Erstling noch verhalten aus. Vermutlich wirkte der Eindruck des Panorama-Gemäldes und das Bewusstsein, erstmals in einem Museum aufzutreten, bei den Musikern nach. Oder waren sie noch unsicher, wie sie hier von dem Publikum aufgenommen würden? Schon hier fielen ihr schöner mehrstimmiger Backroundgesang und die besonderen Gitarrenkünste von Osvaldo auf.
Spätestens beim zweiten Stück "The Show", mit Crosby-Stills-Nash-&-Young-Gedächtnis-Gitarrenriff, schöner Orgel und Oswaldos quirliger Gitarre mit dem erdigen Vox-Röhren-Sound sprang der Funke zum Publikum über. Höhepunkte des ersten Konzertteils waren sicher der Titelsong ihres Erstlings und das bitter-böse "Wild Dogs", womit sie sich auch als kompetente Songschreiber mit politisch engagierten Texten outeten. Während die Rhythmusgruppe eher solide und unauffällig agierte - erstaunlich war allerdings die Abgeklärtheit im Spiel von Paolo - waren es vor allem die verschiedenen Klangfarben des Keyboards, die vom perlenden Pianosound bis zu fetten Orgelriffs reichten, der Kontrast zwischen den halligen Gitarrensounds Marcos und denen von Osvaldos Gitarre, sowie dem Wechsel zwischen Solo- und mehrstimmigen Gesang, die den speziellen Gruppensound ausmachten.
Stilistisch bewegte sie sich ganz im Fahrwasser ihrer Idole wie Neil Youngs Crazy Horse oder deren Vorgänger. Dennoch war auch Osvaldos Vorliebe für rockigere Momente unüberhörbar und wenn er dann in bester Allman-Brother-Dicky-Betts-Manier seine Gitarre traktierte, schlug jedes Rockerherz höher. Im zweiten Konzertteil legten sie noch ein Quäntchen Energie drauf und überzeugten die über 70 Besucher mit Spielfreude und Improvisationslust. Dabei war nicht alles perfekt. Mal traf Osvaldo nicht die richtige Saite, dann mal Marco nicht den richtigen Ton beim Gesang. Dennoch überwog der durchweg positive Eindruck.
Dramaturgischer Höhepunkt des zweiten Teils war ihr furioses "Hard Dreamers" mit einem sehr schönen Solo von Oswaldo. Natürlich gab es dann noch die obligatorische Verneigung vor dem kanadischen Maestro mit "Harvest Moon". Viel zu früh endete der Abend mit zwei Zugaben und das Publikum verließ das Panorama Museum im Bewusstsein, ein sehr schönes Konzert erlebt zu haben.
Text und Foto: Fred Böhme
Autor: khhDie Rusties sind Marco Grompi (Gesang und Gitarre), der jenseits der Rusties als Promoter für verschiedene Bands und Musikjournalist arbeitet, Osvaldo Ardenghi (Gitarre, Gesang) sonst als Stand-Up-Komödiant tätig, Massimo Piccinelli (Keyboard), Dario Filippi (Bass, Gesang), Beschallungstechniker am Theater und Workshopleiter von Projekten mit Grundschülern und der Jüngste in der Truppe Paolo Guerini (Schlagzeug), der in der Firma seines Papa arbeitet. Fünf Musiker, fünf äußerst verschiedene Charaktere, die aber auf der Bühne sich ganz der gemeinsamen Musik unterordneten und einen erstaunlich homogenen Bandsound kreierten.
Als ehemalige Neil-Young-Coverband bestritten sie den Abend fast ausschließlich mit eigenem Repertoire ihrer beiden Alben "Move Along" 2009 und "Wild Dogs" 2011. Der Auftakt fiel mit "Eclipse" von ihrem Erstling noch verhalten aus. Vermutlich wirkte der Eindruck des Panorama-Gemäldes und das Bewusstsein, erstmals in einem Museum aufzutreten, bei den Musikern nach. Oder waren sie noch unsicher, wie sie hier von dem Publikum aufgenommen würden? Schon hier fielen ihr schöner mehrstimmiger Backroundgesang und die besonderen Gitarrenkünste von Osvaldo auf.
Spätestens beim zweiten Stück "The Show", mit Crosby-Stills-Nash-&-Young-Gedächtnis-Gitarrenriff, schöner Orgel und Oswaldos quirliger Gitarre mit dem erdigen Vox-Röhren-Sound sprang der Funke zum Publikum über. Höhepunkte des ersten Konzertteils waren sicher der Titelsong ihres Erstlings und das bitter-böse "Wild Dogs", womit sie sich auch als kompetente Songschreiber mit politisch engagierten Texten outeten. Während die Rhythmusgruppe eher solide und unauffällig agierte - erstaunlich war allerdings die Abgeklärtheit im Spiel von Paolo - waren es vor allem die verschiedenen Klangfarben des Keyboards, die vom perlenden Pianosound bis zu fetten Orgelriffs reichten, der Kontrast zwischen den halligen Gitarrensounds Marcos und denen von Osvaldos Gitarre, sowie dem Wechsel zwischen Solo- und mehrstimmigen Gesang, die den speziellen Gruppensound ausmachten.
Stilistisch bewegte sie sich ganz im Fahrwasser ihrer Idole wie Neil Youngs Crazy Horse oder deren Vorgänger. Dennoch war auch Osvaldos Vorliebe für rockigere Momente unüberhörbar und wenn er dann in bester Allman-Brother-Dicky-Betts-Manier seine Gitarre traktierte, schlug jedes Rockerherz höher. Im zweiten Konzertteil legten sie noch ein Quäntchen Energie drauf und überzeugten die über 70 Besucher mit Spielfreude und Improvisationslust. Dabei war nicht alles perfekt. Mal traf Osvaldo nicht die richtige Saite, dann mal Marco nicht den richtigen Ton beim Gesang. Dennoch überwog der durchweg positive Eindruck.
Dramaturgischer Höhepunkt des zweiten Teils war ihr furioses "Hard Dreamers" mit einem sehr schönen Solo von Oswaldo. Natürlich gab es dann noch die obligatorische Verneigung vor dem kanadischen Maestro mit "Harvest Moon". Viel zu früh endete der Abend mit zwei Zugaben und das Publikum verließ das Panorama Museum im Bewusstsein, ein sehr schönes Konzert erlebt zu haben.
Text und Foto: Fred Böhme

