Bei Anruf Abzocke
Dienstag, 15. März 2011, 14:14 Uhr
Endlich mal gewonnen! Ein Traum geht in Erfüllung. Das klingt immer wieder märchenhaft. Für Gauner und Betrüger ist das jedoch der Einstieg zu Betrug, wie es die Verbraucherzentrale sieht. Heute wurden in Nordhausen Details vorgestellt...
Mit diesen Flyern wollen die Thüringer Verbraucherschützer vor der Abzocke warnen
Hintergrund des heutigen Gesprächs am August-Bebel-Platz war der Weltverbauchertag, der steht in diesem Jahr unter dem Motto: Abgefragt, abgebucht, abgezockt. 300 bis 400 Beratungen sind im vergangenen Jahr zu dieser Masche mit Telefongeschäften allein in Nordhausen geführt worden. Jede sechste Beratung ist mit dem Thema Gewinnspiele behaftet. Das ist die Statistik für Nordthüringen, doch immer wieder verbergen sich dahinter Schicksale. So wie das von Herr Müller aus Sondershausen.
Er passt in die Zielgruppe der Betrüger. Der 72jährige wird angerufen: Sie haben gewonnen, so lautet es am Telefon, doch dazu brauche man auch die Kontonummer mit dem Versprechen, sie in die Liste der Gewinner aufzunehmen. Und schon sitzt Herr Müller in der Abo-Falle. In seinem Fall hat er es mit acht Betrügern zu tun. Deren Masche wird immer perfider. Die Macher, die dahinter stecken, sind Teil der organisierten Kriminalität, wie es Kriminalhauptkommissar Reiner Stranz von der Nordhäuser Kripo sagte. Genauer gesagt, hinter diesen Anrufen steckt ein Netz von Firmen, die miteinander verwoben sind, auch werden Kundendaten weitergegeben, selbst Kontoverbindungen.
Zurück zu Herrn Müller: Er wird bis zu sechs mal am Tag angerufen. Das Makabere: Teile des kriminellen Netzwerkes agieren als so genannte Verbraucherschützer, die dafür sorgen, dass die persönlichen Daten gelöscht werden. Diese Löschung jedoch kostet wieder Geld, viel Geld. Geld, das der Rentner eigentlich zum Leben braucht. Herr Müller ließ sich beraten und hat das abgebuchte Geld wieder zurückbuchen lassen. Was folgten sind Mahnungen – von Anwaltskanzleien und von Inkasso-Firmen, die laut Beraterin Silvia Georgi massiv gegen die bereits Betrogenen vorgehen.
Wie können sich die Menschen gegen diese Betrugsmasche wehren? Sie sollten sofort das Telefon sofort auflegen. Sollte ein Vertrag dennoch zustande kommen, dann kann ein Widerruf eingelegt werden. Gründe dazu gibt es allemal. Musterbriefe nebst professioneller Beratung gibt es bei Verbraucherberatung am Nordhäuser August-Bebel-Platz. Und: es sollte auch Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Die sicherste Vorbeugung ist eigentlich einfach: Keinerlei Daten am Telefon weitergeben, auch nicht in sozialen Netzwerken. Am besten sofort auflegen.
Autor: nnzMit diesen Flyern wollen die Thüringer Verbraucherschützer vor der Abzocke warnen
Hintergrund des heutigen Gesprächs am August-Bebel-Platz war der Weltverbauchertag, der steht in diesem Jahr unter dem Motto: Abgefragt, abgebucht, abgezockt. 300 bis 400 Beratungen sind im vergangenen Jahr zu dieser Masche mit Telefongeschäften allein in Nordhausen geführt worden. Jede sechste Beratung ist mit dem Thema Gewinnspiele behaftet. Das ist die Statistik für Nordthüringen, doch immer wieder verbergen sich dahinter Schicksale. So wie das von Herr Müller aus Sondershausen.
Er passt in die Zielgruppe der Betrüger. Der 72jährige wird angerufen: Sie haben gewonnen, so lautet es am Telefon, doch dazu brauche man auch die Kontonummer mit dem Versprechen, sie in die Liste der Gewinner aufzunehmen. Und schon sitzt Herr Müller in der Abo-Falle. In seinem Fall hat er es mit acht Betrügern zu tun. Deren Masche wird immer perfider. Die Macher, die dahinter stecken, sind Teil der organisierten Kriminalität, wie es Kriminalhauptkommissar Reiner Stranz von der Nordhäuser Kripo sagte. Genauer gesagt, hinter diesen Anrufen steckt ein Netz von Firmen, die miteinander verwoben sind, auch werden Kundendaten weitergegeben, selbst Kontoverbindungen.
Zurück zu Herrn Müller: Er wird bis zu sechs mal am Tag angerufen. Das Makabere: Teile des kriminellen Netzwerkes agieren als so genannte Verbraucherschützer, die dafür sorgen, dass die persönlichen Daten gelöscht werden. Diese Löschung jedoch kostet wieder Geld, viel Geld. Geld, das der Rentner eigentlich zum Leben braucht. Herr Müller ließ sich beraten und hat das abgebuchte Geld wieder zurückbuchen lassen. Was folgten sind Mahnungen – von Anwaltskanzleien und von Inkasso-Firmen, die laut Beraterin Silvia Georgi massiv gegen die bereits Betrogenen vorgehen.
Wie können sich die Menschen gegen diese Betrugsmasche wehren? Sie sollten sofort das Telefon sofort auflegen. Sollte ein Vertrag dennoch zustande kommen, dann kann ein Widerruf eingelegt werden. Gründe dazu gibt es allemal. Musterbriefe nebst professioneller Beratung gibt es bei Verbraucherberatung am Nordhäuser August-Bebel-Platz. Und: es sollte auch Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Die sicherste Vorbeugung ist eigentlich einfach: Keinerlei Daten am Telefon weitergeben, auch nicht in sozialen Netzwerken. Am besten sofort auflegen.

