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Bereits die Zwanzigste (1)

Freitag, 18. März 2011, 00:05 Uhr
Am gestrigen Abend fand im Landratsamt des Kyffhäuserkreises die nun mehr schon 20. Landwirtschaftskonferenz des Kyffhäuserkreises statt. Vorher wurde ein Landwirtschaftsunternehmen besucht...

Bereits zum zweiten Mal nahm Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz an so einer Konferenz im Kyffhäuserkreis teil. Bevor es am Abend so weit war, informierte er sich über die Probleme in der Landwirtschaft. Er besuchte die Agrargenossenschaft Hainleite e.V. Westerengel und dabei u.a. die hoch modern Milchviehanlage in Otterstedt. Hier stehen immerhin 750 der 2.200 Milchkühe des Kyffhäuserkreises.

Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mit Blick in Richtung Ebeleben sagte Landrat Peter Hengstermann (CDU) zu Beginn der Konferenz, dass die Bahnstrecke Hohenebra – Ebeleben als Stammstrecke erhalten werden soll. Auch die Erhaltung der Strecke Ebeleben – Schlotheim soll weiter ins Auge gefasst werden.

Anschließend ergriff Bernd Schlepper, Vorsitzender des Bauernverbandes Kyffhäuserkreis das Wort. Dabei ging er besonders auf die Probleme der Herbstaussaat ein. Nach der Schneeschmelze machte sich besonders die Staunässe im Bereich der Unstrut Probleme. Nicht weniger verheerend die anschließenden heftigen Kahlfröste. Eine Rapsbestände werden wohl noch umgepflügt werden müssen.

Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Man solle sich nicht von höheren Weizenpreisen blenden lassen, so Schlepper, weil die Kosten für Kraftstoff, Energie und Düngemittel ebenfalls erheblich gestiegen sein. Dann mahnte er die Lösung einiger Probleme an. So sei die Landschaftspflege nicht zum Nulltarif zu haben. So gäbe es auch Probleme mit der Krankenversicherung der Landwirte und einige Ungereimtheiten in der Agrarförderung.

Besonders kritisierte Schlepper den ländlichen Wegebau im westlichen Teil des Kyffhäuserkreises.
Komisch, das gleich tritt bei den Radwegen auf. Da muss doch systematisch einiges schief laufen.
Ein weites Thema sind auch die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Hier gibt es Probleme, die einfach nicht verständlich sind. Es kann nicht sein, dass bei Maßnahmen die schon auf versiegelten Flächen ablaufen, auch nochmals Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

Wie schon am Mittwoch bei der Agrartagung der Kyffhäusersparkasse war auch hier wieder das Thema der immer kleiner werdenden landwirtschaftlichen Flächen Schlepper rief die Landwirte aber auch auf, aktiver bei der Werbung für den Nachwuchs zu sein. Er forderte, mehr in die Schulen zu gehen.

Anschließend ergriff der Landwirtschaftsminister das Wort. Er wies auf die Probleme der Verbuschung hin und mahnte die Landwirte, das Problem ernst zu nehmen, weil sonst Beihilfe gekürzt oder gar gestrichen werden müssten. Es müsse halt geprüft werden, on nicht auch Ziegen eingesetzt werden können.

Wie zu erwarten nahm einen breiten Raum das Thema Beihilfen ein, insbesondere für die späteren Jahre. Rief die Landwirte auf, rechtzeitig an die Investitionen zu denken, da Thüringen nach 2013 nicht mehr Zielgebiet 1 der Förderung sei und dann die Mittel drastisch bei der Förderung zurückgefahren werden.

Für die 2010 und 2011 eingereichten Förderanträge seien mit 145 Stück Anträge gestellt worden, die nicht alle bedient werden können. In den nächsten Tagen würden die Förderbescheide für 78 Anträge raus gehen. Er hätte aber keine Liste aus seinem Haus mitbekommen, um zusehen wer aus dem Kyffhäuserkreis dabei ist.

Aber eines kündigte Reinholz wegen der zu knappen Fördermittel an: „Wer einen Bescheid bekommt und das Geld nicht abfordert, da komme ich persönlich auf dem Hof vorbei und schneide ihm die Ohren ab.

Über einige wichtige Punkte aus der Diskussionsrunde berichtet kn im zweiten Teil.
Autor: khh

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