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Schotten ohne Rock und Dudelsack

Dienstag, 12. April 2011, 10:06 Uhr
Zum Konzert des schottischen Trios NORTH SEA GASam letzten Wochenede im Panorama Museum Bad Frankenhausen erreicht kn folgende Rezension...


Das keltische Musik noch immer viele Freunde hat, bewies das Konzert der NORTH SEA GAS aus Edinburgh am vergangenen Freitagabend (8.4.). Mit über 120 Gästen, die sich in der Eingangshalle des Panorama Museums drängten, war es bis jetzt das bestbesuchte Konzert der laufenden Konzertsaison. Dave Gilfillan (für den Großteil des Liedgesangs zuständig, außerdem Gitarre, Banjo und Bodhran), Ronnie MacDonald (Gitarre, Mandola und backing vocals) und Grant Simpson (Fiddle und backing vocals) spürten im ersten Konzertteil vermutlich einen ziemlichen Erwartungsdruck, denn sie gastierten erstmals in Bad Frankenhausen, und so setzten sie von Anfang an auf Tempo, Energie und populäre Songs, bei denen sie auch schon mal das Publikum mitklatschen und mitsingen ließen.

Das ging leider etwas zu Lasten der Konzertdramaturgie und ließ artifizielleren und leiseren Passagen anfangs nur wenig Raum. Das Publikum störte das aber nicht. Es reagierte sehr positiv auf die drei Herren und ihre Schweiß treibende Performance. Trotzdem gab es bei einzelnen Tanznummern rasant und virtuos gespielte Fiddlepassagen. Im zweiten Konzertteil überzeugte ihre Dramaturgie dann mehr. Da wurden auch mal Balladen mit sehr schönem virtuosen Geigensolo und komplizierterem gezupften Begleitspiel auf der Mandola geboten, das Tempo etwas herausgenommen oder sie überzeugten auch mit sehr schönem mehrstimmigen Satzgesang.

"North Sea Gas 4, KR Lüttich" (Foto: Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich ) "North Sea Gas 4, KR Lüttich" (Foto: Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich )

Foto: "North Sea Gas 4, KR Lüttich"; Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich

Dass die Dubliner durchaus zu ihren Heroen zählten, war über weite Strecken an Daves etwas forciertem Gesangsstil wie auch an ihrer Affinität zu simpel strukturierten und begleiteten Stimmungs- und Saufliedern zu bemerken. Das Resultat war dann ein Konzertabend, der die Guinness selige Stimmung eines Irish Pub vermittelte, also letztlich der Spaß und Augen zwinkernder Humor im Vordergrund standen.

Die zahlreichen Gäste des Konzertes waren sehr angetan davon und bedankten sich mit stürmischem Applaus und erst als die erschöpften Musiker noch zwei Zugaben präsentiert hatten, durften sie die Bühne verlassen.
Fred Böhme
Autor: khh

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