kyffhaeuser-nachrichten.de

Mitreden statt schimpfen

Mittwoch, 11. Mai 2011, 12:03 Uhr
Was geht mich Europa an? Diese Frage stellen sich viele Thüringer Unternehmen. Unter dem Motto „Mitreden statt schimpfen“ stellt das Enterprise Europe Network Thüringen (EEN) im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am 16. Mai in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt verschiedene Möglichkeiten vor, wie Unternehmen direkt oder auch indirekt auf die europäische Politikgestaltung Einfluss nehmen können.


„Mehr als 70 Prozent der deutschen Gesetze und Verordnungen werden mittlerweile in Brüssel beschlossen. Davon profitieren auch die Thüringer Unternehmen in vielerlei Hinsicht“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Immerhin sei der EU-Binnenmarkt nach wie vor der wichtigste Absatz- und Beschaffungsmarkt für Firmen aus dem Freistaat. Und dennoch würden zahlreiche Unternehmen das politische Gebilde Europa äußerst kritisch betrachten. Die EU, das sei große Politik – und mit der habe man als Mittelständler nichts am Hut, so die verbreitete Ansicht.

„Die Entscheidungen werden jedoch keineswegs über die Köpfe der Unternehmer und Bürger hinweg getroffen“, weiß der IHK-Chef. Durch EU-Verbindungsbüros würden die Vertreter aller wichtigen Verbände und Gremien im Interesse ihrer Mitglieder auf den europäischen Gesetzgebungsprozess gezielt Einfluss nehmen: „Mit dem Ohr an der Basis und einem engen Kontakt zu den Entscheidern in Brüssel, gelingt es auch der IHK die EU-Politik im Sinne der heimischen Wirtschaft aktiv mit zu gestalten“, unterstreicht Grusser.

Doch auch die EU-Kommission selbst habe die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen für die europäische Wirtschaft erkannt. Seit einigen Jahren sei sie deshalb bestrebt, Firmen stärker in die Diskussion zur Vorbereitung neuer Gesetzesvorhaben, aber auch in die Überprüfung bestehender Gesetze, einzubeziehen. „Die Kommission überprüft derzeit alle unternehmensrelevanten europäischen Regelungen hinsichtlich ihrer Folgen für den Mittelstand in Europa und versucht, bürokratische Hürden abzubauen. Dazu sucht sie vor allem auch einen verstärkten Dialog mit den Unternehmern", berichtet Grusser.

Welche konkreten Möglichkeiten es für Thüringer Unternehmen gibt und wer die richtigen Ansprechpartner sind, steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am 16. Mai um 17:00 Uhr in der IHK Erfurt.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de