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Friedensgottesdienst mit Bischof

Donnerstag, 12. Mai 2011, 18:15 Uhr
Bischof Wanke und Soldaten feierten heute einen Friedensgottesdienst in der Sondershäuser Pfarrkirche St. Elisabeth. Beim Gottesdienst dabei, Ihre kn...

Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke feierte heutigen Donnerstag mit ca. 100 Soldaten und Offizieren der Karl-Günther-Kaserne Sondershausen, und weiteren Armeeangehörigen aus Standorten wie Bad Frankenhausen, Mühlhausen und Erfurt einen Friedensgottesdienst in der Pfarrkirche St. Elisabeth. Aber auch Politiker der Region, so Landrat Peter Hengstermann, Landtagsmitglied Manfred Scherer und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (alle CDU), Vertreter der Wirtschaft und Mitglieder der Pfarrgemeinde hatte gerade so Platz gefunden, in der völlig gefüllten Kirche.

Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Idee zum heutigen Friedensgottesdienst wurde voriges Jahr geboren, als der Standortälteste der Garnison Sondershausen, Oberstleutnant Klaus Glaab (Bild oben), zum analogen Gottesdienst in Erfurt weilte. Dem Wunsch von Glaab, kam Bischof Wanke gern nach und kam gleich dieses Jahr nach Sondershausen. Diese Friedensgottesdienste sind schon zur Tradition geworden und werden jährlich um die gleich Zeit anlässlich der Beendigung des 2. Weltkrieges durchgeführt.

Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dem Bischof standen Militärdekan Hartmut Gremler, Standortpfarrer Markus Ramisch und der Ortspfarrer Günter Albrecht am Altar zur Seite. Die Befürchtungen von Militärdekan Ramisch, die Kirche könnte nicht voll werden, hatten sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, in Gesprächen mit Militärangehörigen nach dem Gottesdienst erfuhr kn, dass dieser Gottesdienst gern angenommen worden war.

Zum Thema Frieden sagte Bischof Wanke: „Es brauche eine Vision vom Frieden.“ An die Soldaten gewandt sagte er: „Sie, die sie im Dienst für den Frieden und für Gerechtigkeit in schwer geprüften Ländern stehen, wissen welcher Reichtum der Frieden ist.“ Er gab damit den Soldaten Rückhalt, die sich im Auslandseinsatz befinden.


Bischoff Wanke


Er forderte die Anwesenden auf, beten sie für einen gerechten Frieden. Die Vision des Friedens kann nur Gott allein schenken, führte der Bischof aus. Sein Wunsch, seine Bitte zum Abschluss des Friedensgottesdienstes: „Schenke allen Völkern Frieden.

Dass die katholischen Bischöfe zu Gottesdiensten mit den Soldaten zusammenkommen, die innerhalb ihres Bistums stationiert sind, hat sich auch in den neuen Bundesländern zu einer Tradition entwickelt. Für die Soldatenseelsorge ist allerdings ein eigener Militärbischof verantwortlich. Frisch in sein Amt eingeführt ist das der Essener Diözesanbischof Franz-Josef Overbeck, der an den militärischen Standorten von Militärseelsorgern unterstützt wird.

Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Friedensgottesdienst mit Wanke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Anschließend trafen sich Bischof, Seelsorger und Soldaten bei einem Bier und Gegrilltem hinter der Pfarrkirche. Dass es beim Friedensgottesdienst auch locker zu ging, zeigte der Militärdekan, als er die Soldaten bat, Verständnis zu habe, wenn Sie der Bischof beim Gespräch mit dem falschen Dienstgrad anspricht. Sie werden weder vorzeitig befördert, oder gar degradiert.
Auch Landrat Hengstermann suchte das Gespräch mit Bischof Wanke.

Stichwort: "Militärseelsorge"
Die rechtliche Basis der Militärseelsorge ist das im Grundgesetz verankerte Recht auf ungestörte Religionsausübung. Demzufolge hat auch der Soldat einen Anspruch darauf, seine Religion auszuüben. Der Dienst des Soldaten macht allerdings eine Beteiligung am Leben der Ortspfarrei oft unmöglich. Daher gibt es eigene Militär- oder besser: Soldatenseelsorger. Denn die Militärseelsorge gilt den Angehörigen der Bundeswehr und ihren Familien, also den Menschen und nicht dem Militär als einer staatlichen Institution.

Verantwortlich für die katholische Militärseelsorge ist ein Militärbischof, der immer zugleich auch Diözesanbischof sein muss. Er steht in keinem Dienstverhältnis zum Staat. Auch die Militär- und Standortpfarrer sind nicht Mitglieder der Streitkräfte. Sie sind Priester des Bistums, aus dem sie stammen, und werden von ihrem Bischof für die Soldatenseelsorge freigestellt. Militärgeistliche erteilen somit keine Befehle und müssen Befehle auch nicht entgegennehmen. Vielmehr feiern sie mit den Soldaten und ihren Angehörigen Gottesdienste, spenden Sakramente und begleiten die Soldaten bei ihren Einsätzen im In- und Ausland.

Auch Nichtchristen nutzen das Angebot der Militärseelsorger zu gemeinsamen Gesprächen und zur Beratung bei wichtigen Lebensfragen.

Informationen über die Soldatenseelsorge: www.katholische-militaerseelsorge.de
Autor: khh

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