Ampel muss her
Mittwoch, 18. Mai 2011, 14:47 Uhr
Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Verbraucherminister von Bund und Ländern vor ihrer morgen beginnenden Konferenz zu einer Entscheidung für das Smiley-System oder die Hygiene-Ampel aufgefordert.
"Die Ergebnisse der amtlichen, vom Steuerzahler finanzierten Lebensmittelkontrollen dürfen nicht länger wie ein Staatsgeheimnis behandelt werden, sie müssen direkt in Restaurants und Lebensmittelgeschäften veröffentlicht werden", erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. "Es ist Zeit, endlich die Verbraucher vor den Schmuddelbetrieben zu schützen statt wie bisher die Schmuddelbetriebe vor den Verbrauchern."
Die beste Lösung zur Veröffentlichung der Kontrollergebnisse ist das so genannte "Smiley-System", das sich in Dänemark seit fast einem Jahrzehnt bewährt hat. Dabei machen Lebensmittelkontrolleure ihre Berichte mit einem Text-Aushang im Eingangsbereich der Gaststätten oder Geschäfte öffentlich; eines von vier Smiley-Symbolen (von lachend bis traurig) vermittelt einen schnellen Überblick, ob in dem Betrieb alles in Ordnung war oder ob es Beanstandungen gab.
Transparenz über die Kontrollergebnisse kann alternativ - je nach Ausgestaltung - auch mit einer "Hygiene-Ampel" geschaffen werden. Für ein verbraucherfreundliches System müssen aus Sicht von foodwatch fünf Punkte erfüllt sein:
Eine Abschwächung des roten, "negativen" Farbbereichs hin zu einem orangefarbenen, wie es derzeit diskutiert wird, lehnt foodwatch ab, ebenso eine Ausweitung des grünen, "positiven" Farbbereichs auf zwei der vier Stufen. Stattdessen schlägt foodwatch folgende Grafik vor:
Bei den amtlichen Lebensmittelkontrollen wird Jahr für Jahr nahezu jeder vierte kontrollierte Betrieb beanstandet. Welche Betriebe in welcher Form gegen das Lebensmittelrecht verstoßen haben, erfahren die Verbraucher jedoch nicht. Das ist auch ein Wettbewerbsnachteil für die große Mehrheit der Betriebe, die sich an alle Hygiene-Vorgaben hält. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Emnid im Auftrag von foodwatch hatten sich im vergangenen Jahr 93 Prozent der Bundesbürger für die Einführung des dänischen Smiley-Systems in Deutschland ausgesprochen.
Mehr Informationen: http://www.foodwatch.de/smiley
Autor: nnz"Die Ergebnisse der amtlichen, vom Steuerzahler finanzierten Lebensmittelkontrollen dürfen nicht länger wie ein Staatsgeheimnis behandelt werden, sie müssen direkt in Restaurants und Lebensmittelgeschäften veröffentlicht werden", erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. "Es ist Zeit, endlich die Verbraucher vor den Schmuddelbetrieben zu schützen statt wie bisher die Schmuddelbetriebe vor den Verbrauchern."
Die beste Lösung zur Veröffentlichung der Kontrollergebnisse ist das so genannte "Smiley-System", das sich in Dänemark seit fast einem Jahrzehnt bewährt hat. Dabei machen Lebensmittelkontrolleure ihre Berichte mit einem Text-Aushang im Eingangsbereich der Gaststätten oder Geschäfte öffentlich; eines von vier Smiley-Symbolen (von lachend bis traurig) vermittelt einen schnellen Überblick, ob in dem Betrieb alles in Ordnung war oder ob es Beanstandungen gab.
Transparenz über die Kontrollergebnisse kann alternativ - je nach Ausgestaltung - auch mit einer "Hygiene-Ampel" geschaffen werden. Für ein verbraucherfreundliches System müssen aus Sicht von foodwatch fünf Punkte erfüllt sein:
- Alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen müssen veröffentlicht werden, gute wie schlechte.
- Das System muss verpflichtend sein - die Entscheidung über eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse darf nicht von den betroffenen Betrieben gefällt werden.
- Das System muss alle Lebens- und Futtermittelbetriebe umfassen. Bei solchen mit Kundenverkehr (Handel, Gastronomie) müssen die Kontrollberichte gut sichtbar direkt vor Ort ausgehängt werden; bei allen anderen (Lebensmittelhersteller, Futtermittelbetriebe) erfolgt die Veröffentlichung im Internet.
- Die Prüfergebnisse müssen unverzüglich nach der Kontrolle publik gemacht werden, ohne Fristen für eine Stellungnahme der Betriebe.
Eine Abschwächung des roten, "negativen" Farbbereichs hin zu einem orangefarbenen, wie es derzeit diskutiert wird, lehnt foodwatch ab, ebenso eine Ausweitung des grünen, "positiven" Farbbereichs auf zwei der vier Stufen. Stattdessen schlägt foodwatch folgende Grafik vor:
Bei den amtlichen Lebensmittelkontrollen wird Jahr für Jahr nahezu jeder vierte kontrollierte Betrieb beanstandet. Welche Betriebe in welcher Form gegen das Lebensmittelrecht verstoßen haben, erfahren die Verbraucher jedoch nicht. Das ist auch ein Wettbewerbsnachteil für die große Mehrheit der Betriebe, die sich an alle Hygiene-Vorgaben hält. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts TNS Emnid im Auftrag von foodwatch hatten sich im vergangenen Jahr 93 Prozent der Bundesbürger für die Einführung des dänischen Smiley-Systems in Deutschland ausgesprochen.
Mehr Informationen: http://www.foodwatch.de/smiley

