kyffhaeuser-nachrichten.de

Buchlesung in Artern

Dienstag, 24. Mai 2011, 00:03 Uhr
Elfie Haupt erinnerte an ihren Onkel Willi. Was es damit auf sich hat und wie das mit der Buchlesung in Einbecks Partnerstadt Artern zusammenhängt, bringt Andreas Schmölling vom Heimatverein Aratora Artern ins rechte Licht...

Rückblick: Der 6. November 2010 war ein trüber Tag. Damals weilte eine Delegation aus Artern in Einbeck, um die zwanzigjährige Partnerschaft beider Städte mit einem Festakt zu begehen. Noch vor Beginn des offiziellen Rahmenprogramms trafen sich Vorstandsmitglieder des Arterner Heimatvereins Aratora mit Elfie Haupt und Ehemann Richard im Hotel „Hasenjäger“.

Der Kontakt kam zustande, nachdem letzten Sommer auf der Homepage des Heimatvereins Aratora als aktuelle Meldung über die Veröffentlichung des Buches „Soldat Willi Haupt. Ein Einbecker Junge“ berichtet wurde. (Dazu muss man wissen, dass die Einbecker und Arterner Geschichtsvereine seit zwanzig Jahren gute Partnerschaft und Freundschaft pflegen. Daher auch ab und an eine Nachricht aus Einbeck auf der Internetpräsentation des Arterner Heimatvereins.)

Autorin Elfie meldete sich daraufhin per Email, um sich für diese Aufmerksamkeit zu bedanken und sukzessive kam zunächst eine Brieffreundschaft zustande, die dann im ersten Kontakt im vergangenen Herbst in Einbeck mündete. Dreh- und Angelpunkt war natürlich stets „Onkel Willi“ – und was lag näher, auch den Arternern das Schicksal dieses einfachen Soldaten nahezubringen. Schnell stand der Termin dafür fest: 19. Mai 2011.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen zuvor nach etlichen Tagen trüben Wetters fand eine sehr erfreuliche Anzahl Besucher den Weg in die Volkshochschule Artern, um der kurzen Lebensgeschichte des Willi Haupt zu lauschen.

Darüber hinaus sollte diese Veranstaltung auch ein kleiner Beitrag zur Städtepartnerschaft sein, verbunden auch mit dem Aufruf, diese Partnerschaft im Großen wie im Kleinen mit noch mehr Leben zu erfüllen.

Jener 19. Mai 2011 war auch für Elfie Haupt ein besonderer Tag - nicht nur wegen der Buchlesung, deren einige sie seit Erscheinen von „Soldat Willi Haupt“ bereits absolviert hat. Vielmehr hatte es bislang die Autorin nämlich auch noch nicht geschafft, die zwei Stunden Fahrt bis Artern hinter sich zu bringen und die Partnerstadt selbst in Augenschein zu nehmen. Diese „Hürde“ ist nun übersprungen, trotzdem der Besuch vorerst nur eine Stippvisite war. Aber das Jahr ist ja noch lang und ein Wiedersehen in Nordthüringen versprochen.

Buchlesung in Artern (Foto: Andreas Schmölling) Buchlesung in Artern (Foto: Andreas Schmölling)

(v.l.n.r.):
Andreas Schmölling (Heimatverein Aratora, Artern), Elfie Haupt (Autorin, Einbeck), Michael Gandt (Geschäftsführer Volksbund-Kreisverband Stadt Braunschweig), Sabine Schmölling (Heimatverein Aratora, Artern), Sebastian Fehnl (Jugendreferent Volksbund, Landesverband Thüringen).

Die Lesung in Artern kam bei den Besuchern durchweg gut an. Nachdem Sebastian Fehnl vom Landesverband Thüringen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge einleitend über die Arbeit dieses Vereins sprach, ließ Elfie Haupt die Lebensgeschichte ihres Onkels Revue passieren: sorglose Szenen wechselten sich ab mit scheinbar optimistischen Lebensaussichten und gipfelten schließlich im erschütternden, weil völlig sinnlosen Ende eines jungem Menschen, der auch stellvertretend für ungezählte andere gefallene Landser steht, in den Weiten Russlands. Michael Gandt, Volksbund-Geschäftsführer aus Braunschweig, begleitete die Lesung mit der dazugehörenden Bilderpräsentation. Passend zur besinnlichen Atmosphäre der Veranstaltung spielte Pauline Berger aus der Nachbarstadt Rossleben beschauliche Stücke auf der Gitarre.

Auf der Terrasse des Hotels Weinberg klang - mit herrlichem Sonnenuntergang hinter dem Kyffhäuser - ein sehr angenehmer Abend mit Elfie Haupt, ihrem Mann sowie Vertretern des Arterner Heimatvereins aus.
Andreas Schmölling
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de