Rückblick auf Konzert
Montag, 23. Mai 2011, 20:11 Uhr
Regelmäßig blickt Fred Böhme, vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen, auf Veranstaltungen im Panorama Museum zurück. Heute geht es um die Musik...
Am 20. Mai gastierten in der Eingangshalle des Panorama Museums zwei Musiker aus New York, nämlich die Sängerin, Gitarristin und Liedschreiberin Amber Rubarth und der Multiinstrumentalist Tim Snider. Nach einem recht guten Vorverkauf füllte sich die Halle an diesem Abend recht schleppend. Letztlich waren es aber dann doch mehr als 80 Gäste aus der Reha-Klinik, der Stadt Bad Frankenhausen, den umliegenden Ortschaften sowie Besucher der Stadt, die eher zufällig von diesem Konzert erfahren hatten, die den Weg auf den Schlachtberg auf sich genommen hatten, um die beiden zu erleben. Auf die ironische Frage der Musiker, ob wohl jemand aus Brooklyn hier im Publikum sei, meldete sich zum Erstaunen aller Anwesenden tatsächlich jemand. Die Kurstadt lockt offensichtlich auch Gäste von sehr weit jenseits der Landesgrenzen des Freistaates an.
Den Konzertauftakt als eine Art Support bestritt Tim, der zwei eigene Stücke vortrug, wobei er mit seinen zahlreichen Effekt- und Loopgeräten auf seiner elektrisch abgenommenen Geige eine Art sich ständig wiederholenden Grundsound kreierte, dann sich dazu auf der Gitarre begleitete und seine Songs sang. Es war faszinierend, welch dichter Sound ihm auf diese Weise gelang. Entfernt weckte das Erinnerungen an das Konzert von Martin C. Herberg, der mit ganz ähnlichen technischen Finessen seine atmosphärischen Klänge erzeugte. Bemerkenswert war dabei das erstaunlich große Klangspektrum, welches er seiner Geige entlockte, das bis zum tiefen Celloton reichte.
Mancher fühlte sich vielleicht gar an die Violinpassagen von Citys Am Fenster erinnert, das Publikum nahm diesen Auftakt jedenfalls sehr positiv auf. Erst danach betrat Amber die Bühne, eine sehr junge Musikerin mit überaus freundlicher Ausstrahlung. Ihr erster Song war auch der erste ihrer aktuellen CD Good Mystery nämlich Edge Of My Seat. Und sofort war sie da, diese Intimität, diese Nähe. Sie singt mit einer schönen Stimme ihre poppig, simpel anmutenden Lieder, die dann doch eine vertrackte Poesie entwickeln.
Es sind Miniaturen aus ihrem Leben, das Abschiednehmen oder Erlebnisse während ihrer Konzerttourneen, ganz kleine unspektakuläre Momente, die sie in ebenso schlichte Folkgewänder hüllt. Meist begleitet sie sich dazu auf der Gitarre oder auf dem Klavier und es war an Tim, mit seiner Violine und den vielen Effektgeräten den Stücken einfühlsam und sensibel eine weitere Dimension zu verleihen. Das seltsamste war, Ambers Stücke klingen auf Anhieb irgendwie vertraut, als hätte man sie schon einmal gehört, erinnern an Melanie Safkas naive Pop-Hymnen, dann in ihrer Intonation an Victoria Williams ohne deren extremer Schrulligkeit, an Jolie Hollands Songs ohne deren Country-Schrägheiten wie singende Sägen, an Nora Jones, die fröhlich trällernd durch ihre Wohnung saust oder in ihrem grandiosen Full Moon in Paris auch an Cat Power ohne deren Brüchigkeit aber mit ähnlicher Intensität. Sehr schnell bemerkt man, die Vergleiche hinken irgendwie allesamt. Nur dass sie aus New York, also von der amerikanischen Ostküste kommt, das ist an der Art ihrer Lieder nicht zu überhören.
Es ist ein melodiöser, akustischer Folk-Pop ganz ohne Countryanleihen, der unspektakulär volksliedhaft klingt. Letztlich ist es auch nicht verwunderlich gewesen, dass sie den großen amerikanischen Songpoeten wie Tom Waits mit dessen Picture In A Frame und Bob Dylan mit dessen Just Like A Woman an diesem Abend ebenfalls ihre Referenz erwies. Neben Songs ihrer beiden bisher erschienenen CDs bot sie auch ganz neues Material an diesem Abend. Und wenn sie ihr Publikum zum Schnipsining aufforderte, dann war ihr die Sympathie der Anwesenden sicher.
Fred Böhme
Autor: khhAm 20. Mai gastierten in der Eingangshalle des Panorama Museums zwei Musiker aus New York, nämlich die Sängerin, Gitarristin und Liedschreiberin Amber Rubarth und der Multiinstrumentalist Tim Snider. Nach einem recht guten Vorverkauf füllte sich die Halle an diesem Abend recht schleppend. Letztlich waren es aber dann doch mehr als 80 Gäste aus der Reha-Klinik, der Stadt Bad Frankenhausen, den umliegenden Ortschaften sowie Besucher der Stadt, die eher zufällig von diesem Konzert erfahren hatten, die den Weg auf den Schlachtberg auf sich genommen hatten, um die beiden zu erleben. Auf die ironische Frage der Musiker, ob wohl jemand aus Brooklyn hier im Publikum sei, meldete sich zum Erstaunen aller Anwesenden tatsächlich jemand. Die Kurstadt lockt offensichtlich auch Gäste von sehr weit jenseits der Landesgrenzen des Freistaates an.
Den Konzertauftakt als eine Art Support bestritt Tim, der zwei eigene Stücke vortrug, wobei er mit seinen zahlreichen Effekt- und Loopgeräten auf seiner elektrisch abgenommenen Geige eine Art sich ständig wiederholenden Grundsound kreierte, dann sich dazu auf der Gitarre begleitete und seine Songs sang. Es war faszinierend, welch dichter Sound ihm auf diese Weise gelang. Entfernt weckte das Erinnerungen an das Konzert von Martin C. Herberg, der mit ganz ähnlichen technischen Finessen seine atmosphärischen Klänge erzeugte. Bemerkenswert war dabei das erstaunlich große Klangspektrum, welches er seiner Geige entlockte, das bis zum tiefen Celloton reichte.
Mancher fühlte sich vielleicht gar an die Violinpassagen von Citys Am Fenster erinnert, das Publikum nahm diesen Auftakt jedenfalls sehr positiv auf. Erst danach betrat Amber die Bühne, eine sehr junge Musikerin mit überaus freundlicher Ausstrahlung. Ihr erster Song war auch der erste ihrer aktuellen CD Good Mystery nämlich Edge Of My Seat. Und sofort war sie da, diese Intimität, diese Nähe. Sie singt mit einer schönen Stimme ihre poppig, simpel anmutenden Lieder, die dann doch eine vertrackte Poesie entwickeln.
Es sind Miniaturen aus ihrem Leben, das Abschiednehmen oder Erlebnisse während ihrer Konzerttourneen, ganz kleine unspektakuläre Momente, die sie in ebenso schlichte Folkgewänder hüllt. Meist begleitet sie sich dazu auf der Gitarre oder auf dem Klavier und es war an Tim, mit seiner Violine und den vielen Effektgeräten den Stücken einfühlsam und sensibel eine weitere Dimension zu verleihen. Das seltsamste war, Ambers Stücke klingen auf Anhieb irgendwie vertraut, als hätte man sie schon einmal gehört, erinnern an Melanie Safkas naive Pop-Hymnen, dann in ihrer Intonation an Victoria Williams ohne deren extremer Schrulligkeit, an Jolie Hollands Songs ohne deren Country-Schrägheiten wie singende Sägen, an Nora Jones, die fröhlich trällernd durch ihre Wohnung saust oder in ihrem grandiosen Full Moon in Paris auch an Cat Power ohne deren Brüchigkeit aber mit ähnlicher Intensität. Sehr schnell bemerkt man, die Vergleiche hinken irgendwie allesamt. Nur dass sie aus New York, also von der amerikanischen Ostküste kommt, das ist an der Art ihrer Lieder nicht zu überhören.
Es ist ein melodiöser, akustischer Folk-Pop ganz ohne Countryanleihen, der unspektakulär volksliedhaft klingt. Letztlich ist es auch nicht verwunderlich gewesen, dass sie den großen amerikanischen Songpoeten wie Tom Waits mit dessen Picture In A Frame und Bob Dylan mit dessen Just Like A Woman an diesem Abend ebenfalls ihre Referenz erwies. Neben Songs ihrer beiden bisher erschienenen CDs bot sie auch ganz neues Material an diesem Abend. Und wenn sie ihr Publikum zum Schnipsining aufforderte, dann war ihr die Sympathie der Anwesenden sicher.
Fred Böhme
