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Trend E-Mobilität

Dienstag, 24. Mai 2011, 19:20 Uhr
Im Landratsamt Kyffhäuserkreis will man möglichst schnell auf den immer schneller fahrenden Zug der E-Mobilität aufspringen. Dazu war es heute gelungen hochrangige Vertreter der Wirtschaft im Landratsamt zu einer ersten Gesprächsrunde zusammenzubringen...

Noch gibt es nicht sehr viele Autos in Deutschland, die mit Strom unterwegs sind. Aber die große Politik hat sich auf das Elektroauto eingeschossen. Das Auto ist das eine, aber das „Betanken“, sprich die Batterien auffüllen ist das andere. Da gehört in Zukunft viel Know how dazu, denn noch gelingt es nicht, die E-Autos in wenigen Minuten mit Strom aufzufüllen, wie es beim herkömmlichen Auto der Fall ist.

Da auch die Reichweiten der E-Autos noch nicht allzu hoch ist, vom Fahren mit Heizungs- oder Klimaanlage ganz zuschweigen ist auch an das Auffüllen der Batterien zu denken. Man kann sich ja nicht stundenlang an eine E-Tankstelle stellen und warten, bis die Batterie voll ist.

Und nur zu Hause tanken ist auch nicht die Lösung allein. Hier gilt es auch Lösungen zu finden, wie die Berufstätigen auch auf Arbeit ihr E-Fahrzeug betanken können. Landrat Peter Hengstermann (CDU) sagte heute in einem Pressegespräch, er könne sich gut vorstellen, dass sich bei preiswerteren E-Autos so mancher so ein Ding als Zweitfahrzeug zulegt. Mit Blick aufs Landratsamt sagte er, gut 50 Prozent der Mitarbeiter haben einen Anfahrweg von 20 Kilometer und mehr.

Aber gerade beim Befüllen können Probleme auftreten, an die viele Leute noch gar nicht so denken. Gerade um Autobatterien schnell mit Strom laden zu können, werden jetzt Schnellladegeräte entwickelt, die in enormer Geschwindigkeit Strom saugen. Wenn das mal ein zwei Fahrzeuge machen, dass das für so ein Stromnetz noch nicht das Problem.

Wenn aber erst mal in einer Straße oder einem Ort nach Feierabend mit ihrem E-Auto nach Hause kommen und alle zur gleichen zeit mal auf die Idee kommen, ihr E-Auto aufzuladen, ist schnell Schluss mit lustig, denn dann sagen Experten voraus, fliegen schnell mal in den Verteilerstationen der Ort die Sicherungen raus. Und spätestens hier fällt das Stichwort „intelligente Netze“. Intelligente Netze könnte sogar soweit gehen, dass automatisch der zuerst aufladen kann, der die leerste Batterie hat.

Wer viel mit Strom arbeiten will kommt daher um solche intelligenten Netze nicht herum. Hier lauern Probleme, die man als Laie noch gar nicht absehen kann. Erst recht problematisch, wenn man wie im Kyffhäuserkreis in einem eher ländlich geprägte Raum lebt. Um hier nicht mit dem Kyffhäuserkreis hinten anzustehen, will Hengstermann beispielgebend vorangehen, mit dem Gedanken im Hinterkopf, wer zu erst kommt, kann am ehesten Fördermittel abgreifen.

So trafen sich heute Vertreter der Wirtschaft, der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und des Landratsamtes zu einer Auftaktberatung, wie das ganze Problem E-Mobilität in einem ländlich geprägten Raum realisiert werden kann. Die nötigen Kontakt hatte Hengstermann kürzlich bei der Hannover-Messe anberaumt.

Mit im Boot sitzt ein großer der Branche. Schneider Elektric, ein Konzern mit 20 Milliarden Umsatz und gut 140.000 Beschäftigten! Anwesend heute Klaus Rowecki, Offer Manager der Schneider Elektric GmbH (Ratingen). Von der örtlichen Wirtschaft dabei die Geschäftsführer der Stadtwerke Sondershausen (Hans-Christoph Schmidt und Wilhelm Schreier), Helmut Peter von der Autohaus Peter Gruppe, sowie Dieter Sell (Leiter der Thüringer Energie- und Greentech- Agentur) als Verbindung zum Thüringer Wirtschaftsministerium. Sell soll auch dafür sorgen, dass der Kyffhäuserkreis beim bundesweiten Wettbewerb Elektro Mobilität im Rahmen des Freistaates Thüringen mit dabei ist.

Aber nicht nur um Fördergelder geht es. Vielleicht fallen ja auch in der einen oder anderen Art Aufträge für die örtliche Industrie an. Denn intelligente Netze heißt auch, Zusatzgeräte (Smart Homes) für zu Hause, die zusätzlich zu Sicherungskästen notwendig sein werden. Also auch viel mögliche Arbeiten für die Elektroinstallationsfirmen, da man so etwas kam als Baukasten bekommen wird.

Hier steht also noch viel Arbeit ins Haus und im Landkreis ist man gut beraten, hier schnell auf diesen sprichwörtlichen Zug aufzuspringen. Im Herbst will man sich dann wieder treffen, dann aber schon mit einigen Konzepten in der Aktentasche, dabei auch ins Auge gefasst Photovoltaikanlagen, aber so neu ist das schon nicht mehr.
Autor: khh

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