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Zum Thema EHEC

Montag, 30. Mai 2011, 19:22 Uhr
Die Amtsärztin Frau Dipl.-Med. Sabine Hausweiler des Gesundheitsamtes des Landratsamtes des Kyffhäuserkreises informiert, dass seit Anfang Mai in Deutschland eine Häufung von Infektionen durch die Darmbakterien EHEC mit schweren Verläufen zu beobachten ist. Sie gibt Tipps, wie dem Erreger begegnet wird...

EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) sind Darmbakterien, die Durchfallerkrankungen mit zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen verursachen können. Die Bakterien kommen im Verdauungstrakt z. B. von Rindern, Schafen und Ziegen vor, ohne dass diese er-kranken. Die Tiere scheiden die Bakterien aus. Da EHEC-Bakterien relativ unempfindlich sind, können sie im Boden und im Wasser wochenlang überleben.

Die Übertragung erfolgt z. B. über Lebensmittel. Über verunreinigtes Wasser und durch Düngen mit Gülle können auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse belastet sein.


Laut Robert-Koch-Institut mit Stand vom 29.05.2011 gibt es 329 Fälle von schweren EHEC-Erkrankungen mit HUS (Hämolytischurämisches Syndrom), davon wurden 2 Fälle in Thüringen gemeldet.
3 Sterbefälle wurden in Deutschland bestätigt.

Derzeit erkranken vorrangig Erwachsene, hauptsächlich Frauen. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes wurde EHEC auf grünen Gurken gefunden. Es wird aber auch vor dem rohen Verzehr von Tomaten und Salat gewarnt. Daher empfehlen das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung, die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse strikt einzuhalten und vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Bei der Händehygiene ist ein regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife und sorgfältigem Abtrocknen zu beachten.

Dies gilt vor allem vor der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach Toilettengang und nach Kontakt mit Tieren. Auch die Lebensmittelhygiene ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes vor der Infektion mit EHEC. Dabei sollte roh verzehrtes Gemüse und Obst gründlich gewaschen oder geschält werden.

Aber auch Fleisch und Hackfleisch, besonders von Wiederkäuern (Rindern, Schafen und Ziegen) sollten ausreichend erhitzt werden (70 °C für mind. 10 Minuten). Auf Rohmilchprodukte sollte man derzeit gänzlich verzichten. Rohes Fleisch muss getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert und zubereitet werden. Dabei sollte man aber auf die gründliche Reinigung von allen Küchenutensilien, die mit Lebensmitteln in Verbindung kommen, achten.

Weitere Informationen und Verbrauchertipps können Sie auf www.rki.de, www.bzga.de und www.bfr.bund.de nachlesen.
Autor: khh

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