kyffhaeuser-nachrichten.de

Weniger Insolvenzen

Freitag, 10. Juni 2011, 10:10 Uhr
Die Thüringer Amtsgerichte meldeten 1 040 Insolvenzverfahren, über die sie von Januar bis März 2011 entschieden hatten. das ist auf den ersten Blick gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ein positiver Trend, aber auch nur auf den ersten Blick...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Davon entfielen 12,2 Prozent auf Unternehmen und 87,8 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter zum Beispiel, ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe). Damit ging nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im 1. Vierteljahr 2011 um 21 Anträge bzw. 2,0 Prozent zurück.

967 Verfahren bzw. 93,0 Prozent aller Insolvenzanträge wurden eröffnet. 68 Verfahren bzw. 6,5 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und 5 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf insgesamt rund 145 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 140.000 Euro aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging gegenüber dem 1. Vierteljahr 2010 um 7 bzw. 5,2 Prozent auf 127 Unternehmen zurück. Die 127 insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 271 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 35 Verfahren nach wie vor im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 28 Verfahren. Gegenüber Januar bis März 2010 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe um 52,2 Prozent und im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 55,6 Prozent.

Im Verarbeitenden Gewerbe ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 36,4 Prozent auf 14 Insolvenzverfahren zurück. In einigen Dienstleistungsbereichen sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ebenfalls. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (54) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (53) Insolvenz anmelden.

Bei den übrigen Schuldnern wurden 913 Verfahren gemeldet, 14 Verfahren bzw. 1,5 Prozent weniger als im 1. Vierteljahr 2010. 672 private Verbraucher nahmen in den ersten drei Monaten 2011 das Insolvenzrecht in Anspruch. Das waren 27 Verfahren weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Weitere 230 Verfahren (4,5 Prozent mehr als Januar bis März 2010) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.

Regional betrachtet wurde in den kreisfreien Städten des Freistaates öfter der Gang zum Insolvenzgericht angetreten (54 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner) als in den Landkreisen (44 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner). Die meisten Insolvenzen je 100 000 Einwohner wurden in den kreisfreien Städten Gera (77) und Eisenach (68) sowie im Landkreis Gotha (59) registriert, die wenigsten Fälle in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt (31), Eichsfeld (32) und Weimarer Land (33).
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de